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Kicken mit den Profis aus Brasilien

Kurz vor der Fußball- WM in Brasilien erleben 60 Jungs in Bethlehem Anfang Juni ihr eigenes Sommermärchen: Sie trainieren ein Wochenende lang mit dem brasilianischen Fußballprofi Marcos Tavares. Ermöglicht hat ihnen diesen Fußballtraum ARISE, die Junge Erwachsenenarbeit der ICEJ. Gemeinsam mit Pastor Stephen Khoury von der Ersten Baptistengemeinde in Bethlehem hat ARISE-Direktor Jani Salokangas das Trainingslager organisiert. Neun bis vierzehnjährige Jungen aus christlichen und muslimischen Familien lernen gemeinsam von Tavares, Stürmer beim Erstligisten der slowenischen Liga, NK Maribor. Tavares leitet als überzeugter Christ, Pastor und Israelfreund den slowenischen Zweig der ICEJ.

Die Begeisterung der Jungen ist ansteckend, sie strahlen, als wäre es im Juni Weihnachten geworden. „Ich habe mehrere wichtige Lektionen von Marcos gelernt“, sagt uns ein enthusiastischer Haman in einer Spielpause. „Ich bin ganz früh aufgestanden, um ja rechtzeitig da zu sein“, vertraut uns Florentino (12) an. „Ich hab sogar schon am Abend vorher extra meine Fußballsachen rausgelegt.“

Riesenandrang
„Wir hätten 3000 Teilnehmer an diesem Trainingslager haben können“, erklärt Khoury. „Doch wir mussten die Anzahl auf 60 reduzieren, damit es effektiv ist und wirklich Spaß macht. Wer weiß, vielleicht gibt es einen künftigen Marcos Tavares unter diesen Jungs! Was ARISE macht, ist sehr, sehr  wichtig! Sie bauen Beziehungen zwischen diesen Kids und der Ortsgemeinde auf.“ Das Trainingslager sprach sich im Vorfeld herum wie ein Lauffeuer. „ Sie haben zwei Wochen lang über nichts anderes gesprochen und ihre Hausaufgaben gemacht: Sie haben alles, was sie über Tavares finden konnten, im Internet ‚gegoogelt‘.“

Jeden Tag gibt es zwei Trainingseinheiten, die mit Aufwärmübungen beginnen. Danach werden neue Techniken eingeübt. Schließlich werden die Spieler in Mannschaften aufgeteilt, die gegeneinander spielen. Natürlich ist Marcos Team das beliebteste. Der Profifußballer hat noch eine weitere brasilianische Verstärkung mitgebracht, Fitnesstrainer Rafael Rodrigues, den Bruder von Rodrigues da Silva, der 2008 mit seiner Mannschaft Sport Club do Recife den Brasilien-Cup gewann. Dritter im Trainergespann ist ARISE-Direktor Jani Salokangas, selbst ein begeisterter Athlet, der schon am Israman, der israelischen Variante des Ironman teilgenommen hat.

Begeisterte Eltern
Viele begeisterte Eltern sind am Spielfeldrand zu sehen. Wir treffen dort Doha, einen Vater aus einem nahegelegenen muslimischen Dorf. Zwei seiner Jungen nehmen am Trainingslager teil. Er ist oft beim Training dabei, denn das Leuchten in den Augen seiner Söhne macht auch ihn glücklich. „Ich bin der einzige Brotverdiener in meiner Familien, mit sieben Kindern ist es oft schwierig, finanziell über die Runden zu kommen, neue Schuhe zu kaufen, Fußballtrikots und selbst die Transportkosten zum Training zu bezahlen. Doch trotz all dieser Ausgaben ist es die Sache wert, ich will, dass meine Kinder glücklich sind“, sagt er.

Siegerehrung mit guter Nachricht
Das Trainingslager endet mit der Siegerehrung und dem Lebenszeugnis von Marcos Tavares. Gebannt verfolgen die Jungen mit ihren Eltern die packende Lebensgeschichte des Fußballprofis, der aus ärmlichen Verhältnissen stammt, einen kometenhaften Aufstieg erlebt und fast an Depressionen zerbricht. „Meine Familie war arm“, erzählt er. „Ich hatte nicht einmal ein Bett, ich schlief auf dem Fußboden. Oft gab es nur Brot und Kekse zu essen. Wir konnten uns nur eine Cola in der Woche leisten, die wir am Sonntag tranken. Ich spielte barfuß Fußball, bis ich im Alter von 14 Jahren entdeckt wurde, da gab es dann endlich mehr Geld. Doch als der Ruhm und der Reichtum zunahmen, trank ich immer mehr Alkohol und hatte viele Affären, das führte zu Depressionen.“ Es kam sogar soweit, dass Marcos das Fußballspielen ganz aufgeben wollte, doch dank der Unterstützung seiner Frau Leticia machte er weiter.

Der Wendepunkt kam schließlich, als er sein Leben Jesus gab. „Meine Trainingsleistungen wurde besser! Die Beziehung zu meiner Frau wurde besser! Ich wurde nach Europa transferiert, zum besten Club Sloweniens, wo ich dann ständig Tore schoss!“ Heute ist Marcos der beste Torschützenkönig in der Geschichte dieses Clubs mit über 119 Toren. „Mein Leben war sehr schlecht, doch ich traf jemanden, der es veränderte. Ich träumte davon, Fußballspieler zu sein, doch ich hatte keine wirkliche Kraft, das umzusetzen. Doch dieser Mann gab mir die Kraft und versicherte mir, dass ich es schaffen könnte. Ich hätte längst tot oder im Gefängnis sein können, doch seinetwegen stehe ich heute hier. Sein Name ist Jesus Christus! Er gab mir Hoffnung und ein besseres Leben.“

Fair Play
Jani Salokangas betont zum Abschluss des Camps die Wichtigkeit, sich fair zu verhalten, sowohl auf dem Fußballplatz als auch im normalen Alltagsleben. Pastor Khoury bedankt sich herzlich bei ARISE und der ICEJ, dass sie den Kids von Bethlehem so viel Freude gebracht hätten. „Dieses Trainingslager wird als erstes dieser Art in die Geschichte Bethlehems eingehen. Schon jetzt verbreiten sich Bilder davon wie ein Lauffeuer auf Facebook.“ Jeder Teilnehmer bekommt schließlich ein T-Shirt mit dem Logo des ARISE-Fußballcamps geschenkt. Die besten vier Spieler erhalten einen Pokal, ein offizielles Trikot von NK Maribor und eine von Marcos signierte Schirmmütze. Als wertvollster Spieler wird der 14jährige Mashdi ausgezeichnet. „Die beste Lektion, die ich gelernt habe, ist die Wichtigkeit von Fair Play“, sagt er. Wie viele der Teilnehmer träumt er davon, Fußballprofi zu werden, genau wie Marcos.

Hilfe für syrische Flüchtlinge in Bulgarien

Der Deutsche Zweig der ICEJ hilft gemeinsam mit dem Shai Fund, IsraAid und B’nai B’rith syrischen Bürgerkriegsflüchtlingen in Bulgarien. Mit knapper Not dem Völkermord in ihrer Heimat entkommen, leben diese Syrer, ein Drittel von ihnen Kinder, in bitterer Not in bulgarischen Flüchtlingslagern.

Mitte März machten wir uns als deutsch-israelisches Hilfsteam ein Bild von der Lage vor Ort. Unser fünftägiger Einsatz war durch eine Großspende und viele Einzelspenden aus Deutschland ermöglicht worden. Wir besuchten sieben Flüchtlingslager und syrische Familien, die bereits Flüchtlingsstatus erhalten haben. Diese Familien mussten nach ihrer Anerkennung als Flüchtlinge die Lager wieder verlassen und sind mangels staatlicher Unterstützung völlig mittellos. Wir konnten 50 dieser Familien mit Lebensmitteln und Hygieneartikeln helfen, der Kontakt wurde durch eine bulgarische Gemeinde vermittelt. Unsere Hilfspakete verteilten wir auch in den Lagern selbst, in denen insgesamt zirka 8000 Flüchtlinge leben.

Dramatische Flucht
In einer verlassenen Grundschule in Voenna Rampa, einem tristen, grauen Industriegebiet in den nördlichen Außenbezirken Sofias, treffen wir auf mehr als 800 Flüchtlinge. Sie schnappen sich einen Übersetzer und schütten uns ihr Herz aus. Wir hören dramatische Fluchtgeschichten, Schwangere, die tagelang marschiert sind, um aus Syrien herauszukommen. Eine Mutter versucht uns zu überreden, ihr kleines Baby mitzunehmen, in der Hoffnung, dass das Mädchen dann besser Chancen hätte als in ihrer jetzigen verzweifelten Lage. Das Gebäude ist verfallen - trotz der Versuche örtlicher Behörden, Renovierungsmaßnahmen durchzuführen. Die Flüchtlinge leben in überfüllten Unterkünften, Bretter, auf denen dünne Armeedecken liegen, dienen als Betten. Alte Laken, die an Wäscheleinen hängen, bilden die „Wände“ – für diese Familien gibt es so gut wie keine Privatsphäre. Die Toiletten sind verdreckt und laufen über, da die Rohre verstopft sind. Schmutzige Wäsche hängt überall, und die Heizungen funktionieren nicht in diesem Land der kalten Winter.  

Falsche Versprechen
Bulgarien hat noch nie einen so riesigen Flüchtlingsstrom erlebt. Warum kommen sie in Massen in ein solch armes Land der Europäischen Union? Ein Land mit hoher Arbeitslosigkeit, das kaum seine eigenen Probleme lösen kann. Die Roma und Sinti-Gemeinschaften beispielsweise leben dort in erschütternder Armut. Die Flüchtlinge versuchen verzweifelt, dem Horror des Bürgerkrieges in Syrien zu entkommen, wie weitere drei Millionen ihrer Landsleute. Die türkischen Schmuggler, die ihnen das wenige, was ihnen noch geblieben war, abknöpften, machten ihnen falsche Versprechungen: Sobald sie ihre Füße auf den Boden der EU setzten würde, befänden sie sich auf dem Weg ins verheißene Land, nach Deutschland; doch von Deutschland sind sie weit entfernt. Und so finden sie sich in Bulgarien wieder, einem Land mit harten Wintern und hastig errichteten Lagern, die nicht einmal die minimalen Voraussetzungen für eine menschenwürdige Unterbringung erfüllen. Sobald die Syrer offiziellen Flüchtlingsstatus erhalten haben, müssen sie die Lager wieder verlassen. Das Wenige, was sie dort hatten, ist jedoch besser als arbeitslos zu sein, ohne Krankenversicherung und ohne jeglichen Eingliederungsplan in die bulgarische Gesellschaft und den Arbeitsmarkt. Die Flüchtlinge stehen völlig allein da.

Kein Geld für Medikamente
Wir trafen bei der Lebensmittelverteilung einen Vater mit zwei kranken Kindern. Er hat weder Arbeit noch die Möglichkeit, die medizinische Behandlung zu bezahlen. Seine Frau erklärte uns weinend, dass sie arbeitslos seien und das Lager verlassen mussten. Die Kinder haben Leukämie, und die Behandlung ist zu teuer. Das Ortskrankenhaus überwache immer wieder ihr Blutbild und erkläre ihnen, wie sich der Gesundheitszustand der Kinder verschlechtere, doch sie könnten die Medikamente nicht kaufen, die sie bräuchten, um diese Krankheit zu stoppen, die zum Tod ihrer Kinder führen könnte.

Nachhaltige Hilfe
Wir halfen dieser Familie zunächst in ihren alltäglichen Bedürfnissen. Wir kauften für sie säckeweise Hygieneartikel, Windeln und Nahrungsmittel (Reis, Linsen, Öl, Zucker, Kaffee etc.). In einem nächsten Schritt entwickeln wir ein Programm, um ihre Integration in Bulgarien zu unterstützen, gemeinsam mit Vertretern der staatlichen Flüchtlingsbehörde, den Sozialbehörden der Stadt Sofia und dem Roten Kreuz. Das gemeinsame deutsch-israelische Projekt setzt ein einjähriges Programm für geistige Gesundheit und psychosoziale Dienste in Gang. Neben der geplanten Verteilung weiterer Hilfspakete schulen ein deutscher und ein israelischer Therapeut bulgarische Sozialarbeiter im Umgang mit den kriegstraumatisierten Flüchtlingen und zeigen Wegen auf, wie die Flüchtlinge professionell und effektiv in die bulgarische Gesellschaft integriert werden können.

Bitte helfen Sie uns dabei, diesen traumatisierten und mittellosen Flüchtlingen Hilfe und Hoffnung zu bringen! Der Völkermord in Syrien fordert uns zum aktiven Handeln heraus, lassen Sie uns die Botschaft „Nie wieder!“ wirklich ernstnehmen.

Wenn wir als Israelis und Deutsche zusammenarbeiten und Menschen in Not, gerade in Syrien, helfen, bringen wir ihnen eine wahre Botschaft der Versöhnung und eine Perspektive für ihre eigene Zukunft. Die Tatsache, dass Israelis und Deutsche gemeinsam Hilfe leisten, berührt viele Bürgerkriegsflüchtlinge auf einer sehr tiefen Ebene. Als Verwendungszweck bitte „Bulgarien” angeben. Herzlichen Dank!

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Jesus und die Palästinenser

Jahrzehnte lang schien die Unterstützung Israels durch evangelikale Christen unerschütterlich. Heute zögern jedoch viele Christen der jüngeren Generation in der westlichen Welt, Israel dieselbe bedingungslose Unterstützung zukommen zu lassen wie ihre Eltern.


Was würde Jesus tun?
Palästinensische Leidensgeschichten erzeugen mehr Sympathien bei jungen Evangelikalen als die Kämpfe und Triumphe Israels. Sie scheinen mehr durch soziale Gerechtigkeit für die „unterdrückten“ Palästinenser bewegt zu werden als durch eine prophetisch motivierte Unterstützung des wiedererstandenen jüdischen Staates. Viele junge Christen stehen auf Seiten der Palästinenser als scheinbar Unterlegene. Sowieso scheint Jesus in den Evangelien sehr wenig zur aktuellen Lage zu sagen zu haben. Für eine Generation, die bekanntermaßen viel weniger im Alten Testament liest als vorangegangene Generationen, macht dieses vermeintliche „Schweigen“ des Neuen Testaments einen großen Unterschied in ihrer Betrachtung des israelisch-palästinensischen Konflikts. Sie fragen heute einfach: „Was würde Jesus tun?“

Würde Jesus die nationale Berufung Israels gemäß der Verheißungen an die hebräischen Patriarchen und Propheten bestätigen? Würde er Israels Recht, im Land zu leben, bekräftigen? Oder würde er sich vielmehr auf die Seite der Palästinenser als schwache und unterdrückte Minderheit stellen? Eine starke Orientierungshilfe zur Beantwortung dieser Fragen bietet Jesu‘ Verhalten gegenüber der bekanntesten einheimischen Minderheit, die zu seiner Zeit in Israel lebte. Wie wir sehen werden, gibt es viele verblüffende Parallelen zwischen den Samaritern zu Jesu Zeiten und den heutigen Palästinensern. Wer waren also die Samariter und wie behandelte Jesus sie?

„Ein Ersatzvolk“
Die Bibel erwähnt die Samariter das erste Mal in 2. Könige 17,22-41; dort erfahren wir etwas über ihren geschichtlichen Hintergrund. Es wird beschrieben, wie das nördliche Königreich Israel „aus seinem Lande weggeführt“ (V. 23) und 722 v. Chr. von Assyrien ins Exil gebracht wurde. Der assyrische König Sargon II. folgte einer zur damaligen Zeit üblichen Praxis. Er ersetzte die vertriebenen Israeliten mit Völkern aus anderen Regionen seines Imperiums. Er ließ „Leute von Babel kommen, von Kuta, von Awa, von Hamat und Sefarwajim und ließ sie wohnen in den Städten von Samarien an Israels statt. Und sie nahmen Samarien ein und wohnten in seinen Städten“(V. 24).Diese „Zugezogenen“, die von da an Samariter genannt wurden, begannen sich mit einigen der im Land übriggebliebenen Israeliten zu vermischen und nahmen schnell einige ihrer religiösen Bräuche an. Zusätzlich zu ihren eigenen Göttern und Traditionen beteten sie auch den Gott Israels an und „fürchteten ihn“. Als in den Jahren 586-582 v. Chr. eine zweite Entwurzelung stattfand und das südliche Königreich Juda ins babylonische Exil geschickt wurde, gab dies den Samaritern noch mehr Raum, ihre Präsenz im Lande Israel zu erweitern und zu festigen.

Widerstand gegen die Wiederherstellung
Zirka 70 Jahre später begann das jüdische Volk in sein Land zurückzukehren und den Tempel sowie Jerusalem wieder aufzubauen. Doch die Samariter gehörten zu den stärksten Gegnern dieser jüdischen Wiederherstellung. Sie leisteten religiösen und politischen Widerstand (Esra 4; Nehemia 4,1-3). Dennoch wurden Jerusalem und der Tempel wiederaufgebaut, und die Juden etablierten erneut ihre Präsenz in ihrem verheißenen Heimatland, weil der Herr mit ihnen war (Haggai 1,13).

Die Samariter stellten sich jedoch weiterhin gegen die jüdische Rückkehr und entwickelten ihre eigene, rivalisierende Kultur und nationale Identität. Mit der Zeit kultivierten sie sogar ihre eigene Form des Pseudo-Judaismus. Die Propheten und die anderen Schriften des Tanach wurden zurückgewiesen. Sie sahen nur die fünf Bücher Mose als für sie verbindlich an. Aus diesem Grunde lehnten sie die Idee eines verheißenen Messias aus der Nachkommenschaft Davids ab, der das Königreich Israels wiederherstellen würde. Vielmehr erwarteten sie eine Messias- Figur, die ein „Prophet wie Mose“ sein würde, wie das 5. Buch Mose voraussagte. Dieser sollte eine moralische und geistliche Erweckung bringen, jedoch keine Wiederherstellung der jüdischen Nation.

Gespannte Beziehung
Als Jesus dann auftrat, hatten die Samariter bereits mehr als 700 Jahre im Land gelebt. Sie entwickelten ihre eigene Narration der Geschichte der Region und sahen sich selbst als das wahre Israel und die wahren Erben des Landes an. Sie behaupteten, von Ephraim und Manasse abzustammen. Den Tempel in Jerusalem betrachteten sie als einen abtrünnigen Schrein und die dortige Anbetung als gotteslästerlich. Zurzeit Alexanders des Großen bauten die Samariter einen alternativen Tempel auf ihrem heiligen Berg Garizim – dem biblischen „Berg des Segens“, der Schechem, das heutige Nablus, überblickt. Unterdessen erkannten die Juden die Samariter nicht als Teil ihres eigenen Volkes an und erlaubten ihnen auch nicht, den Tempel in Jerusalem zu betreten. Doch als Jesus noch ein Kind war, zwischen den Jahren 6 und 9 n. Chr., erzwangen Berichten zufolge Samariter während des Passahfestes den Zugang zum Tempel und entweihten ihn dadurch, dass sie Steine ins Heiligtum warfen. Tatsächlich war diese Beziehung Jahrhunderte lang durch Spannungen und Abneigung gekennzeichnet. Jüdische Schriften aus dem Jahr 200 v. Chr. bezeichneten die Samariter als „das törichte Volk“. So kam es, dass zu Jesu Zeiten Juden und Samariter keinen Umgang miteinander pflegten (Johannes 4,9). Jüdische Pilger auf dem Weg nach Jerusalem wurden belästigt (Lukas 9,51-55). Der jüdische Historiker Josephus berichtet, dass im Jahr 52 n.Chr. Samariter sogar eine Gruppe Juden massakrierten, die nach Jerusalem pilgerten. Für die Juden wurde der Name „Samariter“ zum Schimpfwort (John 8,48). Sogar die Jünger Jesu‘ mochten die Samariter nicht und wollten Feuer auf sie herunterregnen lassen (Lukas 9,54).

Jesus überschreitet Grenzen
Inmitten dieses feindlichen und komplexen Beziehungsgeflechts schlägt Jesus einen erfrischend anderen Ton gegenüber den Samaritern an. Die Evangelien berichten überraschenderweise, dass Jesus sie heilte (Lukas 17,16) und auf sie zuging, sowohl auf Individuen als auch auf die ganze Gemeinschaft (Johannes 4). Tatsächlich teilte Jesus selten so tiefgründige Gedanken über Anbetung, seine eigene messianische Identität und den Geist Gottes wie mit der Frau aus Samaria an Jakobs Brunnen. Diese Begegnung führte schließlich zur Erweckung im gesamten Dorf. Genau dort sprach Jesus darüber, dass die Felder weiß seien zur Ernte (Johannes 4,35ff). Dann gibt es noch das berühmte Gleichnis vom „barmherzigen Samariter“ (Lukas 10,30-37). Sicherlich war es anstößig für jüdische Zuhörer, als Jesus den Samariter und nicht die jüdischen Priester als den wahren Nächsten des Mannes in Not beschrieb.

Jesus ließ sich somit nicht in die negativen Bewertungsmuster seiner Zeit hineinziehen. Als seine Jünger Feuer auf ein Dorf der Samariter herabregnen lassen wollten, weil es ihrem Meister nicht erlaubt hatte, hindurchzuziehen, schalt Jesus sie: „Wisst ihr nicht, welchen Geistes ihr seid? Der Sohn des Menschen ist nicht gekommen, Menschenseelen zu verderben, sondern zu retten“ (Lukas 9,56). Jesus sah sie also nicht als Feinde an, sondern ging auf sie mit Liebe und Erbarmen zu. Er heilte sie, diente ihnen, nutzte sie als Beispiel für seine jüdischen Brüder und sah sie sogar als Teil der Ernte an.

Jesus und die Geschichte der Samariter
Doch während Jesus eine ungewöhnlich freundliche Haltung gegenüber den Samaritern an den Tag legte, nahm er ihnen ihre Version der Geschichte nicht ab. Als Jesus die zehn Aussätzigen heilte, war der einzige, der zu ihm zurückkehrte, um sich zu bedanken, ein Samariter, zu dem Jesus sagte: „Haben sich sonst keine gefunden, die zurückkehrten, um Gott Ehre zu geben, außer diesem Fremdling?“ (Lukas 17,18) Jesus war mit Erbarmen und Heilung auf ihn zugegangen, doch er betrachtete ihn immer noch als „Fremdling“. Das griechische Wort, das hier benutzt wird, ist „Allogenes“. Es wird in der Übersetzung der Septuaginta für den „Fremden“ benutzt, der im Land lebte. Diese Fremden hatten viele Rechte, waren aber immer noch von den Bundesverheißungen und Privilegien Israels ausgeschlossen. Es war dasselbe griechische Wort, das auf den Inschriften zu finden war, welche die Tempelhöfe umgaben und nur Juden den Zutritt gestatteten, nicht den „Allogenes“ – den Fremdlingen.

Jesus ging also auf die Samariter zu, doch er behielt gleichzeitig eine klare Unterscheidung zwischen ihnen und den Juden bei. Er instruierte einmal seine Jünger, die Städte der Samariter nicht zu betreten, sondern sich vielmehr auf „die verlorenen Schafe des Hauses Israel“ zu konzentrieren (Matthäus 10,5+6). Schließlich, als Jesus der Samariterin am Brunnen diente, konfrontierte sie ihn mit der Geschichtsversion ihres eigenen Volkes: „Unsere Väter haben auf diesem Berg angebetet, und ihr sagt, dass in Jerusalem der Ort sei, wo man anbeten müsse“ (Johannes 4,20).Mit anderen Worten, sie wollte wissen, wessen Narration richtig war. Und Jesus antwortete ihr: Frau, glaube mir, es kommt die Stunde, da ihr weder auf diesem Berg noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet. Ihr betet an, was ihr nicht kennt; wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden. Es kommt aber die Stunde und ist jetzt, da die wahren Anbeter den Vater in Geist und Wahrheit anbeten werden.“ (Johannes 4,20–23)

Das Heil kommt von den Juden
Jesus weist darauf hin, dass bald eine neue Zeit der Erlösungsgeschichte anbrechen würde, in welcher der Ort der Anbetung von sekundärer Bedeutung sei. Jeder Gläubige würde zu einem Heiligtum für den Heiligen Geist. Doch Jesus zog daraus nicht die Schlussfolgerung, dass die jüdische Tradition irrelevant sei. Im Gegenteil, er forderte ihr samaritisches Glaubenssystem sehr heraus, indem er sagte: „Ihr betet an, was ihr nicht kennt.“ Gleichzeitig identifizierte er sich mit der jüdischen Tradition in einer Art und Weise wie sie sonst kaum in den Evangelien zu finden ist: „Wir beten an, was wir kennen, denn das Heil ist aus den Juden.“ Auf gewisse Weise unterstreicht Jesus bei der Frau aus Samaria, was er auch schon dem geheilten Aussätzigen sagte, nämlich dass sie „Fremdlinge“ der Bündnisse Gottes mit Israel waren. Den einzigen Weg, Teil der Familie Gottes zu werden, gab es für sie durch die Bündnisse und Offenbarungen, die der jüdischen Nation geschenkt wurden.

Jesus sagte nicht, dass man dadurch errettet würde, dass man Jude würde, sondern vielmehr, dass sie ihre theologische und persönliche Haltung gegenüber den Juden überdenken mussten. Jahrzehnte später brachte es der Apostel Paulus genauso auf den Punkt: „Was ist nun der Vorzug des Juden oder was der Nutzen der Beschneidung?

Viel in jeder Hinsicht. Denn zuerst sind ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut“ (Römer 3,1+2). Jesus bestätigt daher gegenüber der Samariterin die uralte Berufung Israels durch Abraham, dass durch Israel „alle Geschlechter der Erde“ gesegnet werden sollten (1. Mose 12,3). Diese Bundesbeziehung mit Abrahams Nachkommen bleibt bestehen, selbst wenn sie Jesus als ihren Messias ablehnen (Römer 11,28).

Die Samariter unserer Tage
Es gibt immer noch eine kleine Gemeinschaft von Samaritern, die heute in Israel lebt. Es sind weniger als tausend Personen, die hauptsächlich auf dem Berg Garizim leben, nahe der heutigen Stadt Nablus. Sie sind jedoch zu klein, um eine bedeutende Rolle im heutigen Geschehen zu spielen. Stattdessen spiegeln die Palästinenser heute viel stärker die Dynamik wieder, die zwischen Juden und Samaritern zur Zeit Jesu‘ herrschte. Als die Juden im Jahr 70 n.Chr. von den Römern unter Titus und später im Jahr 120 n.Chr. unter Hadrian ins Exil geschickt wurden, verbreiteten sich schnell andere Volksgruppen auf ihrem Gebiet. Jeder nachfolgende Eroberer, der die Kontrolle über dieses zentrale Stück Land an der Kreuzung der Haupthandelsrouten der damals bekannten Welt übernahm, brachte seine eigene ethnische Gruppe mit, seien es Römer, Byzantiner, arabisch-muslimische Eindringlinge, die Kreuzfahrer, die Mamelukken oder die ottomanischen Türken. Das Resultat ist eine einheimische Bevölkerung mit einer sehr bunten Mischung ethnischer Hintergründe. Einige palästinensische Christen mögen heute behaupten, sie seien die Nachkommen der ersten messianisch-jüdischen Gemeinschaft in Israel, doch dies wäre äußerst schwer zu beweisen nach der so turbulenten Geschichte dieser Region.
 

Muslime und Christen
Es ist historisch gut dokumentiert, dass viele Araber aus benachbarten Ländern im 19. Jahrhundert ins Land Israel zogen, um Arbeit zu finden, welche durch die zionistische Bewegung geschaffen wurde, als die Juden zurückkehrten und begannen, das Land zu kultivieren. Die meisten dieser Leute würden sich heute Palästinenser nennen. Ihre überwältigende Mehrheit sind Muslime. Sie lehnen nicht nur die Lehre der Bibel ab, sondern behaupten auch, dass die Juden weder ein Recht auf das Land noch eine historische Verbindung zum Land hätten. Unterstützt von der weltweiten Ummah (der Gemeinschaft der Muslime), widerstehen sie mit allen Mitteln der Wiederherstellung Israels, genauso wie die Samariter in der Zeit Nehemias und Esras.


Auf der anderen Seite gibt es die kleine palästinensisch-christliche Gemeinschaft, die mit uns ihren Glauben an Christus und die Bibel teilt. Doch sie haben ihre eigene verzerrte Version der Geschichte und Theologie entwickelt. Viele der palästinensischen Christen lehnen die Wiederherstellung eines jüdischen Staates sowohl politisch als auch theologisch ab. In ihrer eigenen nationalistischen Version der Ersatztheologie betrachten sie das jüdische Volk nicht nur als ersetzt durch die Gemeinde, sondern für sie ist Jesus zu einem Palästinenser geworden – als einer der wahren Hüter des Heiligen Landes. Die Verheißungen Gottes an Israel sind entweder durch Jesus erfüllt worden oder fallen nun den Palästinensern zu. Wie in biblischen Zeiten haben beide Seiten kaum Umgang miteinander. Diese angespannte Beziehung hat sogar noch einen höheren Blutzoll gefordert als in den Zeiten Nehemias, Esras und Jesu’.


Unsere Herausforderung heute
Diese einzigartige Haltung Jesu’ gegenüber den Samaritern kann uns helfen, uns den Herausforderungen des israelisch-palästinensischen Konflikts heute zu stellen. Jesus zeigte den Samaritern, die von den meisten seiner Landsleute nicht akzeptiert wurden, Barmherzigkeit. In seinem Dienst waren sie die einzigen, die neben den Juden eine persönliche Berührung des Messias erleben durften. Nach seiner Auferstehung instruierte Jesus seine Jünger, die Samariter als die ersten Nichtjuden zu sehen, die das Evangelium empfangen sollten. Philippus, Petrus und Johannes folgten dieser Aufforderung und brachten ihnen eine mächtige Erweckung. Genauso ist die Gemeinde heute aufgefordert, mit der gleichen Barmherzigkeit auf die Palästinenser zuzugehen, insbesondere auf die Gläubigen unter ihnen. Sie fühlen sich oft von vielen Evangelikalen aus dem Ausland vergessen, die Israel zwar Unterstützung zeigen, doch ihre arabischen Brüder ignorieren, die ebenfalls im Land leben.


Doch wir lernen auch von Jesus, dass er die Samariter, obwohl sie bereits hunderte von Jahren im Land lebten, immer noch als „Fremdlinge“ betrachtete, obwohl sie sich dadurch sicherlich beleidigt fühlten. Jesus leugnete nicht ihr Recht, im Land zu leben, aber er bestätigte gleichzeitig die einzigartigen Bundesverheißungen, die Israel galten, einschließlich der Landesverheißung. Paulus schreibt, dass „Christus ein Diener der Beschneidung geworden ist um der Wahrheit Gottes willen, um die Verheißungen der Väter zu bestätigen” (Römer 15,8). Er wurde von Gott gesandt, um „Barmherzigkeit zu üben an unseren Vätern und seines heiligen Bundes zu gedenken, des Eides, den er Abraham, unserem Vater, geschworen hat“ (Lukas 1,72ff), aber nicht, um diesen Bund zu vergessen oder ihn aufzugeben.

Beispielhafter Balanceakt
So hat uns Jesus in der Zeit seines Wirkens ein bemerkenswertes Beispiel dafür gegeben, wie wir auf die Palästinenser, und insbesondere auf die Christen unter ihnen zugehen sollen, ohne die göttliche Berufung seines eigenen Volkes zu kompromittieren. Das mag ein herausfordernder Balanceakt in unserer heutigen Zeit sein, da die harte Realität am Boden oft komplexer ist, als sie erscheint. Für palästinensische Christen ist es bei Weitem schwieriger, jungen israelischen Soldaten in die Augen zu sehen uns sie „Geliebte um der Väter willen“ zu nennen, als es das für Christen aus dem Ausland ist. Für viele jüdische Gläubige ist es gleichermaßen schwierig, diese palästinensischen Christen als ihre Brüder und Schwestern anzunehmen, die ihr biblisches Recht auf das Land in Fragen stellen und sogar ihre Unterstützung für Israels schlimmste Feinde verlauten lassen.


Letzten Endes ist die Gemeinde in den Nationen dazu aufgerufen, für beide Seiten zu beten und sich um beide Seiten zu kümmern. Wir sind berufen, Gottes Verheißungen für Israel hochzuhalten und eine Nation zu unterstützen, die nach 2000 Jahren in das Land ihrer Vorväter zurückgekehrt ist und weiterhin von unversöhnlichen Feinden umgeben ist, die sich ihrer Zerstörung verschrieben haben. Wir sind auch dazu berufen, die Bedürfnisse unserer arabischen Geschwister im Land anzuerkennen, die oft zwischen allen Stühlen sitzen, nämlich zwischen ihren langjährigen muslimischen Nachbarn und der neuen jüdischen Realität. Das bedeutet, wir sind dazu berufen, Friedensstifter zu sein, ohne die Wahrheit dafür zu opfern. Möge der Herr uns dabei helfen, diese wichtigen Bestrebungen auch umzusetzen.

Strebt nach Wiederherstellung!

Zweifellos leben wir in Zeiten der Wiederherstellung. Noch niemals zuvor war Gott so aktiv wie im letzten Jahrhundert – das wiederherzustellen, was wiederhergestellt werden muss.

Sowohl Israel als auch die Gemeinde haben lange Zeitabschnitte göttlicher Wiederherstellung erlebt.

Gott ist ganz sicher noch nicht am Ende dieses Prozesses, denn das Wort Gottes sagt uns, dass das Beste noch kommt. Wir leben in wahrhaft aufregenden Zeiten!



Ein Gott der Wiederherstellung
Wiederherstellung ist sicherlich ein Thema der „letzten Tage“, doch es beschreibt auch Gottes Wirken im Laufe der Geschichte. Der Dienst Jesu auf dieser Erde war ganz auf Wiederherstellung ausgerichtet. Er stellte die Gesundheit und das Wohlbefinden unzähliger Menschen in Israel wieder her. Er hatte das glühende Verlangen, Sünder und Leprakranke wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Er gab den dämonisch Besessenen die Freiheit zurück, als er sie durch die Kraft seines Wortes freisetzte. Sein Tod auf Golgatha und seine Auferstehung haben für Millionen und Abermillionen von Menschen aus allen Stämmen und Sprachen die Beziehung zu ihrem Gott und Schöpfer wiederhergestellt. Familien wurden wiederhergestellt, zerrüttete Ehen wurden geheilt, viele Menschen haben finanzielle Wiederherstellung erlebt und selbst Menschen, die emotional verwundet und missbraucht wurden, haben die wiederherstellende Kraft des Heiligen Geistes erlebt.

Petrus ermutigt die Gemeinde mit diesen Worten: Der Gott aller Gnade aber, der euch in (der Gemeinschaft mit) Christus zu seiner ewigen Herrlichkeit berufen hat, wird euch, die ihr kurze Zeit leiden müsst, wieder aufrichten (=wiederherstellen in der engl. Übersetzung), stärken, kräftigen und auf festen Grund stellen(1.Petrus 5,10 EÜ) Petrus sieht also für die leidende Gemeinde eine künftige Zeit der Wiederherstellung voraus, während Paulus die Gemeinde in Korinth ermahnt: „Im Übrigen, Brüder, freut euch, lasst euch zurechtbringen(=strebt nach Wiederherstellung in der englischen Übersetzung;2. Korinther 13,11 ESV).

Wiederherstellung sollte Teil unseres persönlichen Lebensplanes sein. Gott ist ein Gott der Wiederherstellung. Wie schwierig auch immer unsere Lebensumstände sein mögen, wir sollten niemals das Vertrauen verlieren, dass er alle Dinge wiederherstellen will. Wiederherstellung ist die Essenz des Kreuzes von Golgatha, wo ein machtvoller Austausch stattfand, vom „Minus“ zum „Plus“. Betet und denkt darüber nach, wie Ihr die wiederherstellende Kraft des Blutes Jesu zu den Menschen in eurer Umgebung bringen könnt. Strebt nach Wiederherstellung!

Wiederherstellung der Gemeinde
Einen mächtigen Prozess der Wiederherstellung kann man heute in der gläubigen Gemeinde feststellen. Er wurde bereits vor Jahrhunderten ausgelöst, nach der traurigen und dunklen Zeit des Mittelalters. Gott begann, der Kirche durch die protestantische Reformation im 16. und 17. Jahrhundert wichtige Wahrheiten wieder zurückzugeben. 
Während dieser Zeit entdeckte die Kirche erneut die Autorität der Bibel, nachdem die Gläubigen Jahrhunderte lang entmutigt worden waren, die Bibel selbst zu lesen. Ihnen war gesagt worden, sie sollten einfach den Priestern und christlichen Weisen vertrauen, die würden sie schon richtig auslegen. Tatsächlich existierte der Großteil der Bibel nicht einmal in ihrer Muttersprache, da die Heiligen Schriften nur auf Latein oder in anderen alten Sprachen verfügbar waren. Eine persönliche Beziehung zu Christus wurde fast unmöglich, da die Priester die Gemeinde nicht als Plattform nutzten, um Menschen zu Gott zu bringen, sondern als Mittel, um die Menschen finanziell auszunehmen und zu kontrollieren.

Durch die Reformation kam die Bibel zu den einfachen Menschen in ihrer eigenen Muttersprache. Martin Luther übersetzte das Wort Gottes beispielsweise vom Hebräischen und Griechischen in eine einfache nicht-liturgische Sprache – ins Deutsche. Ihre Verbreitung erhielt einen bedeutenden Schub, als Johannes Gutenberg den Buchdruck in Europa erfand. Die neu übersetzte Bibel wurde schnell für unzählige Gläubige in ganz Deutschland verfügbar. Nur wenige Jahre später erhielten die Franzosen ihre ersten gedruckten Bibeln auf Französisch. Dasselbe passierte in England, als König James I. eine autorisierte englische Übersetzung der beiden Testamente vor vierhundert Jahren in Auftrag gab.

In den darauffolgenden Jahrhunderten verbreitete sich das Wort Gottes immer mehr – biblische Wahrheiten wurden der Kirche zurückgegeben und damit wiederhergestellt. Rechtfertigung durch den Glauben, nicht durch Werke; das Priestertum aller Gläubigen statt der Herrschaft einer korrupten Geistlichkeit; die Taufe der Gläubigen statt die Taufe neugeborener Babys – dies sind nur einige der theologischen Entdeckungen, die aus der Reformation hervorgegangen sind. Doch dies waren nicht neue Lehrsätze, sondern uralte Wahrheiten der Bibel, welche der Gemeinde zurückgegeben und dadurch wiederhergestellt wurden.

Die Puritaner des 16. und 17. Jahrhunderts entdeckten wieder neu die Bundestreue Gottes zum Jüdischen Volk und sahen eine Wiederherstellung Israels voraus – lange bevor es die politische zionistische Bewegung gab. Die folgenden Jahrhunderte sahen die Wiederherstellung großer missionarischer Bewegungen. Ab dem 18. Jahrhundert reisten Herrenhuter Missionare nach Grönland aus, William Carey nach Indien, Hudson Taylor nach China und David Livingstone nach Afrika.

Im 20. Jahrhundert erlebte die christliche Gemeinde die Wiederherstellung der Geistesgaben, die selbst die Großkirchen durch die charismatische Bewegung beeinflussten. In diesem Zusammenhang wurde auch der fünffältige Dienst wiederentdeckt. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Dass Gott die Gemeinden noch darüber hinaus wiederherstellen möchte, steht außer Zweifel. Der Apostel Paulus erklärt: „…wie auch der Christus die Gemeinde geliebt und sich selbst für sie hingegeben hat, um sie zuheiligen, sie reinigend durch das Wasserbad im Wort, damit er die Gemeinde sich selbst verherrlicht darstellte, die nicht Flecken oder Runzel oder etwas dergleichen habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“(Epheser 5,25–27)

Das Wort Gottes sagt uns, dass sich die Gemeinde bei der Rückkehr Christi in einem überaus herrlichen Zustand befinden wird – wie eine Braut, die für ihren Bräutigam vorbereitet wurde. Das lässt mich glauben, dass der herrlichste geistliche Zustand der Gemeinde noch vor uns liegt. Was für eine wunderbare Hoffnung haben wir!

Wiederherstellung durch die Gemeinde
Es ist eine Tatsache, dass unsere westlichen Gesellschaften ohne die verändernde Kraft der Gemeinde nicht das wären, was sie heute sind. Loren Cunningham, Gründer von Jugend mit einer Mission (YWAM), beschreibt in seinem Buch „Transformation“, den großen Einfluss, den die Reformation John Calvins und Martin Luthers auf die Ausformung der europäischen Kultur hatte.

Luther und seine Prediger sagten den Menschen, dass sie alles zur Ehre Gottes tun sollten, was immer sie auch täten. Ob als Schreiner oder als Schmied, jeder könne das Werk Gottes dadurch tun, dass er zur Ehre Gottes arbeite. Er nahm die Heiligkeit aus den Kathedralen und brachte sie in die Häuser und Werkstätten der Gläubigen. Daraus entstand, was in den nachfolgenden Jahrhunderten als „deutsche Arbeitsmoral“ bekannt wurde. John Calvin forderte die Herrscher von Genf wegen ihres Zinswuchers heraus. Geldverleiher verlangten Zinsen bis zu 60 Prozent. Calvin forderte einen festen Zinssatz von nicht mehr als vier Prozent. Dieser wurde eingeführt und legte die Grundlage für das schweizerische Bankensystem. Calvin rief auch dazu auf, dass jeder Gläubige eine eigene Uhr besitzen sollte, damit er nicht „Gottes Zeit verschwende“. Seine Forderungen gaben der Schweiz ihren Ruf für Pünktlichkeit und legten die Grundlagen für ihre weltbekannte Uhrenindustrie.

Der indische Philosoph Vishal Mangalwadi beschreibt in seinem Buch „The Legacy of William Carey“ (Das Erbe William Careys) wie dieser große englische Missionar Indien auf eine Art und Weise veränderte, die noch bis heute zu spüren ist. Heute wird allgemein anerkannt, dass England ohne die Erweckung der Wesley-Brüder eine massive soziale Revolution vergleichbar der französischen erlebt hätte, mit ihrem furchtbar hohen Preis an Menschenleben. Viele weitere Beispiele könnten genannt werden, welche die verändernde Kraft des Evangeliums in der Gesellschaft zeigen.

Heute sehen wir eine ähnliche Entwicklung in Afrika. Die wachsende Gemeinde Nigerias beeinflusst diese Nation auf bedeutende Art und Weise. Wir habe dasselbe in der Elfenbeinküste beobachten können, wo hochrangigen Politikern ein Pastorenrat zur Seite steht, der ihnen hilft, gottgefällige Entscheidungen für ihre Nation zu treffen. Es gibt keinen Bereich, der von der transformierenden Kraft des Königreichs Gottes ausgeschlossen werden kann, auch heute nicht.

Wiederherstellung Israels
Das am meisten behandelte „Wiederherstellungsthema“ in der Bibel bezieht sich auf Israel. Gott gibt durch den Propheten Jeremia bekannt: „…Und ich werde euer Geschick wenden und euch sammeln aus allen Nationen und aus allen Orten, wohin ich euch vertrieben habe, spricht der HERR.“ (Jeremia 29,14) Fast jeder hebräische Prophet sah eine Zeit voraus, in der Gott das Geschick des jüdischen Volkes wenden, d.h. es wiederherstellen würde, nach einer langen Zeit des Exils, der Armut und Unterdrückung. Tatsächlich würden sie aus allen Ländern zurückkehren, in die Gott sie zerstreut hatte (Jeremia 32,37). Er würde sie wieder in das Land ihrer Väter einpflanzen (Jeremia 24,6). Sie würden die alten Städte wiederaufbauen (Jesaja 61,4). Sie würden die Wüste in einen blühenden Garten verwandeln (Jesaja 51,3). Gott würde ihre Zahl vermehren (Hesekiel 37,26). Und am Wichtigsten, Gott würde sein Volk nicht nur physisch, sondern auch geistlich wiederherstellen (Hesekiel 36,24ff).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts trat das Jüdische Volk in einen Zeitabschnitt göttlicher Gunst und Wiederherstellung ein. Viele Juden, hauptsächlich aus Europa, fingen an, die „Rückkehr nach Zion“ anzustreben. Als Folge dieses Strebens wurden die ersten jüdischen Siedlungen im von den Ottomanen regierten Palästina errichtet. In den nachfolgenden Jahrzehnten kamen immer mehr Juden ins Land, bis 1948 der Staat Israel gegründet wurde. Dies erinnerte viele an die Frage, die schon der Prophet Jesaja vor langer Zeit gestellt hatte: Wird ein Land an einem einzigen Tag zur Welt gebracht oder eine Nation mit einem Mal geboren? (Jesaja 66,8)

Im Mai 1948 lautete die weithin hörbare Antwort „Ja!” Der  Theologe Karl Barth erklärte später: „Jetzt können wir es in den Zeitungen lesen: Gott hält seine Versprechen.”

Heute lebt nahezu die Hälft der jüdischen Weltbevölkerung in Israel, 1889 waren es nur 0,5 Prozent. Sie haben den Staat Israel in ein Zentrum der Technologie und Innovation verwandelt. Israels alte Städte werden nicht nur wiederaufgebaut, sie sind größer und wunderschöner als je zuvor. Doch dieser Prozess der Wiederherstellung ist noch nicht zu Ende, da viele Verheißungen Gottes für Israel noch nicht erfüllt sind. Die hebräischen Propheten sahen voraus, dass Gott eines Tages seinen Geist der Gnade und des Flehens auf sein Volk ausgießen würde und dass sie auf den sehen blicken würden, den sie durchbohrt hatten (Sacharia 12,10). Ein Volk, das Mose und die Propheten als rebellisch beschrieben mit einem „unbeschnittenen Herzen“, würde ein neues fleischernes Herz erhalten und mit dem Geist Gottes erfüllt werden (Jeremia 31,31). Genau das beschreibt der Psalmist: „Du wirst eingreifen und dich über die Stadt Zion erbarmen. Denn die Zeit ist gekommen, sie zu begnadigen - die Stunde ist da!“ (Psalm 102,14) Es ist die Zeit der Wiederherstellung.
 

Wiederherstellung in schwierigen Zeiten
Kürzlich sagte jemand zu mir: „Jürgen, Du hast eine viel zu optimistische Sicht auf unsere Welt, denn die Bibel spricht ganz deutlich über großes Gericht, Abfall vom Glauben und Trübsalszeiten.“ Tatsächlich spricht die Bibel über beides. Sie spricht vom Gericht über die Nationen (Joel 4), aber auch von der Ausgießung des Heiligen Geistes auf alles Fleisch (Joel 3,1ff). Und beide werden vor dem großen und schrecklichen Tag des Herrn stattfinden.

Es ist wahr, dass das Wort Gottes über den großen Abfall vom Glauben spricht (2 Thessalonicher 2,1-4), aber es spricht genauso darüber, dass Gott eine Gemeinde in der Endzeit schafft, die keine Flecken noch Falten hat (Epheser 5,25-27). Die Bibel spricht über fünf törichte Jungfrauen mit leeren Gefäßen und fünf weise, deren Gefäße mit Öl gefüllt sind (Matthäus 25,1-13). Die Frage ist daher nicht so sehr, welcher Endzeitlehre wir folgen, sondern auf welcher Seite wir stehen möchten! Es wäre tatsächlich töricht, die schwierigen Zeiten zu ignorieren, die das Wort Gottes ganz klar vorhersagt. Wenn wir unsere heutige Welt betrachten, können wir die dunklen Zeichen am Horizont nicht einfach übersehen. Doch inmitten allen Chaos tut Gott ein wunderbares Werk. Die Gemeinde Jesu wächst jedes Jahr in atemberaubender Fülle. Israel ist zurück in seinem Land und blüht und gedeiht als erfolgreiche Nation.

Genau das hat Jesaja vorhergesehen: „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und Dunkel die Völkerschaften; aber über dir strahlt der HERR auf, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. “ (Jesaja 60,2) Er ruft uns und Israel dazu auf, uns zu erheben und unser Licht scheinen zu lassen in einer Welt, die immer mehr von Finsternis bedeckt wird. In den Jahren, die vor uns liegen, wird die Kluft zwischen Licht und Dunkelheit immer weiter werden. Graue Bereiche werden entweder schwarz oder weiß. Eine lauwarme Haltung wird nicht mehr toleriert. Wir sind aufgerufen, uns zu entscheiden, entweder heiß oder kalt zu sein.
Wir haben ganz bewusst „Wiederherstellung“ zum Motto unseres diesjährigen Laubhüttenfestes gemacht, da wir glauben, dass es viel Hoffnung für Israel und die Gemeinde gibt. Es gibt immer noch viel Hoffnung für Dich, Deine Familie, Deine Stadt und Deine Nation. Während Gott Israel wiederherstellt, ruft er die Gemeinde dazu auf, aktiv daran mitzuarbeiten. Aus diesem Grunde helfen wir mit der Alijah, deshalb unterstützen wir Holocaustüberlebende. Aber auch aus diesem Grunde bringen wir Juden und Araber zusammen, um ihnen die wunderbare und herrliche Zukunft zu verkünden, die Gott für diese Region hat. Es ist die Zeit der Wiederherstellung. Schließt Euch uns an, um diese Berufung zu erfüllen.

Trefft heute eine bewusste Entscheidung, Wiederherstellung zu erwarten, zu erhoffen und auf sie hinzuarbeiten. Als Kind Gottes muss Dein persönlicher Lebensentwurf ein Plan der Wiederherstellung sein. Denk darüber nach, was Du in dem Umfeld, in das Gott Dich hineingestellt hat, tun kannst, um den Menschen und Situationen um Dich herum Wiederherstellung zu bringen. Strebt nach Wiederherstellung! 

Veränderte Spielregeln

Während der Nahe Osten weiterhin von Gewalt und politischen Unruhen erschüttert wird, bleibt Israel eine Insel der Stabilität, der Freiheit und der Demokratie inmitten einer turbulenten Region. Gleichwohl vollziehen sich auch in Israel einige große gesellschaftliche Veränderungen, jedoch vergleichsweise mehr im Stillen. Sie werden das demokratische Fundament des Staates stärken und haben das Potential, die Zukunft der Nation und der Region umzugestalten.

Es gibt eine Serie neuer Gesetze, die gerade in der Knesset verabschiedet wurden. Sie werden möglicherweise große Veränderungen für die israelische Gesellschaft und Politik mit sich bringen. Diese neue Gesetzgebung behandelt Probleme, die Israelis schon seit Langem debattieren aber über mehrere Jahrzehnte hinweg nicht haben lösen können. Die Zusammensetzung und die Prioritäten der regierenden Koalition sowie die Abwesenheit jeglicher ultra-orthodoxen Parteien in der Regierung erlauben es jedoch jetzt, sie mit Entschiedenheit anzupacken.

Gleichmäßige Lastenverteilung
Einer der größten Risse in der israelischen Gesellschaft trennt die ultra-orthodoxe Gemeinschaft vom Rest der traditionellen und weltlich eingestellten Juden. Viele Israelis nehmen es den Ultraorthodoxen übel, dass die meisten ihrer jungen Männer nicht in der Armee dienen, sondern stattdessen, unterstützt durch den Staat, an religiösen Hochschulen studieren.

Diese Ungleichbehandlung geht auf die Gründerzeit Israels im Jahr 1948 zurück. Damals war die ultra-orthodoxe Gemeinschaft klein und wurde in positivem Licht betrachtet, als Hüter des Judentums durch die Jahrhunderte des Exils hindurch. Daher erteilte David Ben-Gurion, Israels erster Premierminister, den Ultraorthodoxen, die vollzeitlich die Thora studierten, eine besondere Befreiung vom Militärdienst. Es gab damals nur zirka 600 solcher Studenten, die sogar vom Staat ein Stipendium erhielten, um über die Runden zu kommen. Doch aufgrund ihrer hohen Geburtenraten ist die ultra-orthodoxe Gemeinschaft seitdem sehr stark angewachsen und macht heute mehr als 15 Prozent der israelischen Bevölkerung aus. Viele von ihnen arbeiten nicht, was den Israelis, die arbeiten und Steuern zahlen, eine ungerechte finanzielle Bürde auferlegt. Hinzu kommt noch, dass die Mehrheit israelischer Juden, die ihre eigenen Kinder zum ansonsten verpflichtenden Wehrdienst schickt, um das Land zu verteidigen, nicht länger bereit ist, diese Sonderregel zu akzeptieren.

Bei der letzten Wahl hatten mehrere Parteien versprochen, ein Gesetz zu verabschieden, das eine gleichmäßige Lastenverteilung des Militärdienstes sicherstellen würde. Diese Frage war ein großer einender Faktor für die Parteien, die sich der vom Likud geführten Koalitionsregierung anschlossen. Sie konnten schließlich ihr Versprechen auch durch ein neues Gesetz im März einhalten. Es fordert, dass die meisten ultraorthodoxen Männer Militärdienst leisten und sieht strafrechtliche Konsequenzen für die Missachtung von Einberufungsbefehlen vor. Für die Umsetzung diese Regelung sind mehrere Jahre vorgesehen, so dass die ultraorthodoxen Leiter Zeit haben, ihre jungen Leute auf diese Veränderung vorzubereiten. Es gibt immer noch starken Widerstand gegen die neue Gesetzgebung unter den Rabbinern, doch nun kann dieses uralte Problem der Ungleichbehandlung in Israel gesetzlich gelöst werden.

„Ein Rabbiner für alle“
Die Einigung über das neue Wehrdienstgesetz für Ultraorthodoxe schuf in der Regierungskoalition die Dynamik, auch andere Bereiche anzugehen, in der die ultra-orthodoxe Gemeinschaft übermäßige Kontrolle über den Rest der Gesellschaft ausübt. Als nächste Änderung des Status Quo in religiösen Angelegenheiten wurde das System zweier Oberrabbiner als nächstes angegangen.  

Die Bevölkerung Israels stammt heute von zwei ethnischen Hauptgruppen ab – den aschkenasischen Juden aus Nordeuropa und den sephardischen Juden, die einen spanischen oder nahöstlichen Hintergrund haben. Während die aschkenasische Gemeinschaft weltweit mehr als 70 Prozent aller Juden repräsentiert, ist das Verhältnis in Israel zwischen Aschkenase und Sepharden 50 zu 50. Dies liegt hauptsächlich an der Massenvertreibung von zirka 800 000 Juden aus dem Nahen Osten und Nordafrika nach Israels Sieg im Unabhängigkeitskrieg 1948. Die meisten von ihnen fanden ihren Weg in den neugegründeten jüdischen Staat.

Viele Jahrzehnte lang fühlte sich die sephardische Gemeinschaft in Israel von den regierenden aschkenasischen Eliten diskriminiert, insbesondere, was Karrieremöglichkeiten betraf. Wegen der kulturellen und kleinen liturgischen Differenzen beschloss der Staat Israel, zwei Posten für das Oberrabbinat einzurichten – einen sephardischen und einen askenasischen Oberrabbiner. Doch im März dieses Jahres setzte die israelische Regierung eine Arbeitsgruppe ein, um beide Posten zu vereinen. „Ein Rabbiner für alle“, versprach Wirtschaftsminister Minister Naftali Bennett von der Partei „Das jüdische Haus“. Die Hoffnung besteht, dass solche Veränderungen langsam aber sicher das Ungleichgewicht der Macht zugunsten der Ultraorthodoxen abschaffen werden.

Beendigung des Kleinparteien-Systems
Eine weitere Herausforderung für die israelische Demokratie war bisher die Zersetzung der Machtverhältnisse durch zu viele Kleinparteien in der Knesset. Es gab Zeiten, in denen das Wahlsystem Spezialparteien unverhältnismäßig viel Einfluss gab, die gleichzeitig nur einen sehr schmalen Ausschnitt der Bevölkerung oder Sonderinteressen vertraten. Die großen Parteien waren von den kleinen abhängig, um überhaupt etwas zuwege zu bringen. Doch ein neues Gesetz hat nun die bisherige Zweiprozenthürde auf 3,25 Prozent angehoben, um in die Knesset einziehen zu können. Das wird die kleineren Parteien dazu zwingen, entweder in größeren Parteien aufzugehen oder gar nicht mehr ins Parlament zu kommen. Unterdessen wird es der regierenden Koalition hoffentlich leichter werden, ihre Regierungsaufgaben wahrzunehmen.

Mehr Rechte für arabische Christen
Eine weitere große Veränderung wird die arabische Bevölkerung Israels betreffen – dank eines neuen Gesetzes, das arabische Christen als eine eigene Gruppe neben der großen arabisch-muslimischen Mehrheit anerkennt. Bisher galt für alle arabischen Bürger in Israel dasselbe Gesetz, das sich sowohl auf Muslime als auch auf Christen bezog. Doch die zahlenmäßig viel größere muslimische Bevölkerung fand Wege, die Christen zu übergehen. Das neue Gesetz erlaubt nun beispielsweise arabisch- christlichen Schulen, ihre eigenen Lehrpläne zu entwickeln, die von den muslimischen abweichen. Auf lange Sicht wird dieses Gesetz hoffentlich die Möglichkeiten und Chancen der arabisch-christlichen Bevölkerung verbessern, sich in die israelische Gesellschaft zu integrieren. Gleichzeitig wurde eine Initiative in der arabisch-orthodoxen und armenischen Bevölkerungsgruppe begonnen, welche ihre jungen Männer ermutigt, in die israelische Armee einzutreten, vergleichbar der historischen Beteiligung der Drusen am israelischen Wehrdienst.
 

Abstimmung für den Frieden
Ein weiteres, wichtiges Gesetzeswerk, das vor kurzem verabschiedet wurde, ist das Referendumsgesetz. Es verlangt, dass jedes künftige Friedensabkommen, das die Aufgabe von Land in Israel, Ostjerusalem oder auf den Golanhöhen vorsieht, einer Volksabstimmung bedarf. Das Gesetz bezieht sich nur auf Gebiete, die momentan als souveränes israelisches Territorium gelten, nicht auf das Westjordanland. Dennoch wird es wahrscheinlich dazu führen, dass jede Friedensvereinbarung mit den Palästinensern in einem nationalen Referendum bestätigt werden müsste, da eine solche Vereinbarung den Status Ostjerusalems und eventuell auch den Gebietsaustausch israelischen Territoriums betreffen würde. Das bedeutet, dass die  israelische Regierung nun die Unterstützung der Bevölkerungsmehrheit braucht, um Vereinbarungen mit den Palästinensern „hinter verschlossenen Türen“ zu schließen.

Jedes dieser neuen Gesetze spiegelt einen seltenen Konsens unter der Mehrheit der israelischen Parlamentsmitglieder wieder, schließlich und endlich einige der hartnäckigen und langanhaltenden offenen Fragen der israelischen Gesellschaft zu beantworten. Ihr Inkrafttreten wird viele positive Veränderungen in Israel bewirken. Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass sich viele Gemeinsamkeiten, welche die Regierung bisher zusammengehalten haben, auflösen. Uneinigkeiten über den Friedensprozess könnten jetzt beginnen, die Stabilität der Koalition infrage zu stellen.

Das gemeinsame Interesse, die Befreiung vom Wehrdienst für Ultraorthodoxe aufzuheben, hat beispielsweise Yair Lapid, einen Vertreter der politischen Mitte, gemeinsam mit Naftali Bennett vom rechten politischen Spektrum in dieselbe Regierung gebracht. Jetzt, wo dieses Problem gelöst ist, stellt sich die Frage, ob ihre Meinungsverschiedenheit über den Friedensprozess die Koalition bröckeln lassen könnten.
 

Der Geist des Elia

Eine der spannendsten Passagen der Bibel, die sich mit Wiederherstellung beschäftigt, finden wir in der Beschreibung der Verklärung Jesu. Drei seiner Jünger hatten das Vorrecht, Mose und Elia erscheinen zu sehen, ebenso wie Jesus, der umgestaltet wurde und hell strahlte wie die Sonne.

Als Jesus mit diesen drei Jüngern vom Berg der Verklärung zurückkehrte, waren sie immer noch unter dem Einfluss dieser persönlichen Begegnung mit den drei großen Gestalten der Geschichte Israels. Daher stellten sie Jesus eine interessante Frage: „Was sagen denn die Schriftgelehrten, dass Elia zuerst kommen müsse?“(Matthäus 17,10).

Die Tage Elias
Ihre Begegnung mit Elia hatte die drei Jünger an eine alte jüdische Tradition erinnert. Laut dieser Tradition wird Elia noch vor dem Messias erscheinen, um das Volk auf seinen König vorzubereiten. Sie geht auf eine Vision des Propheten Maleachi zurück, der erklärt: „Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage“ (Maleachi 3, 23+24).

Diese Tradition lebt noch bis heute weiter. An einem bestimmten Punkt während des alljährlichen Passah-Mahls öffnete jede jüdische Familie ihre Tür, um Elia einzuladen. Ein besonderer Stuhl wird für ihn reserviert, sollte er in diesem Jahr kommen.


Die Jünger fragten Jesus daher, was er von dieser Tradition halte, und Jesus antwortete: „Elia kommt zwar und wird alle Dinge wiederherstellen. Ich sage euch aber, dass Elia schon gekommen ist, und sie haben ihn nicht erkannt, sondern an ihm getan, was sie wollten. Ebenso wird auch der Sohn des Menschen von ihnen leiden“ (Matthäus 17, 11-12).

Jesus weist also auf eine doppelte Erfüllung der Elia-Tradition hin. Eine Erfüllung blickte in die nahe Vergangenheit auf Johannes den Täufer, der den Weg für das erste Kommen des Messias vorbereitet hatte. Die andere schaut auf das künftige Kommen Elias, wenn er „alles wiederherstellen“ wird.

Johannes der Täufer repräsentierte diesen Dienst des Elia für seine eigene Generation. Bereits als seinem Vater seine Geburt angekündigt wurde, bezeichnete der Erzengel Gabriel Johannes als einen, der „vor ihm hergehen (wird) in dem Geist und der Kraft des Elia, um der Väter Herzen zu bekehren zu den Kindern…, um dem Herrn ein zugerüstetes Volk zu bereiten“ (Lukas 1,17).

Johannes der Täufer selbst verkörperte nicht die physische Wiederkunft des Elia, da er seinen Eltern Zacharias und Elisabeth geboren wurde. Doch die Salbung und der Geist des Elia waren auf ihm, was bedeutet, dass dieselbe Salbung zum Dienst, die in Elia wirksam war, auch auf Johannes dem Täufer ruhte.

Jesus erklärte jedoch, dass der Dienst des Johannes nicht die „Wiederherstellung aller Dinge“ bringen würde. Im Gegenteil, „sie haben….an ihm getan, was sie wollten“. Tatsächlich war Johannes erst ein paar Monate zuvor von Herodes, dem Tetrarchen geköpft worden, auf besondere Bitte der Frau seines Bruders Philippus (Matthäus 14).  
Aber Jesus sagte auch, dass Elia tatsächlich in der Zukunft selber kommen würde, um „alle Dinge wiederherzustellen“. Vor der ersten Ankunft des Messias kam Johannes der Täufer, und ihrer beider Dienst zeichnete sich durch Leiden aus. Doch dem zweiten Kommen des Messias wird ein Dienst des Elia vorangehen, der die Wiederherstellung aller Dinge beinhaltet.


Die Hauptberufung von Johannes dem Täufer bestand darin „dem Herrn ein Volk vorzubereiten“. Gleichermaßen wird es ein Wirken Gottes geben, im Geiste des Elia, der sowohl die Gemeinde als auch Israel wiederherstellen wird, so dass Gott Jesus zurück auf diese Erde senden kann „den der Himmel aufnehmen (muss) bis zu den Zeiten der Wiederherstellung aller Dinge” (Apostelgeschichte 3,21).

Väter und Söhne
Es gibt viele Aspekte des Dienstes des Elia, die man betonen könnte. Sein Dienst konfrontierte ganz allein die Wankelmütigkeit Israels am Berg Karmel. Er beseitigte den Götzendienst in Israel und stellte den Altar Gottes wieder her. Doch es gibt eine besondere Berufung Elias, auf die sich der Prophet Maleachi als ein Kernstück seines Dienstes bezieht. Sie ist Gott so wichtig, dass Gott erklärt, dass er das Land mit einem Bann schlagen muss, wenn diese Berufung sich nicht als erfolgreich erweist.

„Siehe, ich sende euch den Propheten Elia, bevor der Tag des HERRN kommt, der große und furchtbare. Und er wird das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren lassen, damit ich nicht komme und das Land mit dem Bann schlage (d.h. damit ich nicht, wenn ich komme, den Bann an dem Land vollstrecken muss).“Maleachi 3, 23+24.

Die Wiederherstellung der Vaterbeziehung zu den Söhnen und der Sohnesbeziehung zu den Vätern ist offensichtlich für Gott so wichtig, dass er bereit ist, die Erde mit einem Fluch zu bestraften, sollte dies nicht passieren. Die Vater-Sohn-Beziehung ist Gott heilig. Das erste der zehn Gebote, dass eine besondere Segensverheißung für Gehorsam beinhaltet, lautet: „Ehre deinen Vater und deine Mutter, damit deine Tage lange währen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt“ (2. Mose 20,12).
Auch hier kann die Beziehung zwischen Kindern und Eltern über Segen und Fluch entscheiden.  Dieses Prinzip gilt auch für die Beziehungen zwischen den Generationen innerhalb des Volkes Gottes. Es sind übrigens nicht nur die Jungen, die die vorangegangenen Generationen, auf deren Schultern sie stehen, ehren und respektieren sollen, sondern es bezieht sich auch auf die ältere Generation. Sie müssen ebenso ihre Herzen öffnen und weit machen für die neuen und oft so anderen Herangehensweisen der jungen Generation.

Die Sprüche der Väter
Es ist auch beachtenswert, wie das Neue Testament das Wort „Väter“ (patere auf Griechisch, Plural) benutzt. Dieses Wort erscheint 53 Mal in den christlichen Schriften, doch nur viermal bezieht es sich auf die biologischen Väter (Epheser 6,4; Kolosser 3,21; Hebräer 11,23 und 12,9). In den übrigen Passagen wird das Wort „Väter” auf vorangegangenen Generationen des Volkes Israel bezogen. Hier einige Beispiele:

„…wie er zu unseren Vätern geredet hat - gegenüber Abraham und seinen Nachkommen in Ewigkeit“(Lukas 1,55).

„Unsere Väter aßen das Manna in der Wüste, wie geschrieben steht: ‚Brot aus dem Himmel gab er ihnen zu essen.‘“ (Johannes 6,31)

„Der Gott Abrahams und Isaaks und Jakobs, der Gott unserer Väter, ….“ (Apostelgeschichte 3,13)

„Trefflich hat der Heilige Geist durch Jesaja, den Propheten, zu euren Vätern geredet…“ (Apostelgeschiche 28,25)

Eines der führenden rabbinischen Traktate des Talmud wird  Pirkei Avod genannt, was „die Sprüche der Väter“ bedeutet. Auf dieselbe Art und Weise bezeichnen die Autoren des Neuen Testaments alle vorherigen Generationen Israel, von Abraham bis zu den Propheten als „Väter“. Oft werden insbesondere die Patriarchen so bezeichnet.
Paulus erklärte, das seines der großen Privilegien des Jüdischen Volkes darin besteht, dass „denen auch die Väter gehören“ (Römer 9,5). Auf diese Väter geht die Identität und Existenz der jüdischen Nation zurück. Paulus sagt, dass sich das jüdische Volk sogar in einem Zustand der Rebellion befinden kann und als „Feinde des Evangeliums“ gilt, doch dies ändert nichts an Gottes Treue zu seinem Volk, da sie weiterhin „Geliebte um der Väter willen“ sind (Römer 11,28).

Etwas noch Bemerkenswerteres begegnet uns im Leben der ersten Apostel. In der Apostelgeschichte werden sowohl Stephanus (Kapitel 7) als auch Paulus (Kapitel 22) mit feindseligen jüdischen Menschenmengen konfrontiert, die sie steinigen wollen. Stephanus wird der erste Märtyrer, während Paulus gerade noch diesem Angriff auf sein Leben entkommen kann. Doch beide wenden sich an dieses zornige Publikum in einer erwartungsvollen Haltung: „Ihr Brüder und Väter, hört!“ (Apostelgeschichte 7,2; 22,1) Beiden war der Hass, der ihnen entgegenschlug, vollkommen bewusst, und doch ehrten sie beide ihre jüdischen Mitbürger und nannten sie „Väter

Kindlein
Jesus hingegen bezeichnete seine Jünger oft als Kinder (Johannes 21,5) oder sogar „Kindlein“ (Johannes 13,33). Genauso bezeichneten die ersten Apostel, wenn sie sich an die Gemeinde wandten, diese regelmäßig als „Kinder“ (1. Korinther 4,14; Galater 4,19; 1. Johannes 2,1).

Wir finden diesen Sprachgebrauch schon sehr früh, wenn Johannes der Täufer sagt: „Denn ich sage euch: Gott vermag dem Abraham aus diesen Steinen Kinder zu erwecken!“ (Matthäus 3,9). Die meisten Bibellehrer sehen dies als einen Hinweis auf Gottes Plan, eines Tages die Nationen in den Segen des Bundes mit Abraham gemeinsam mit Israel hineinzunehmen.

Der Apostel Paulus schreibt in Galater 3,7: „so erkennt auch: Die aus Glauben sind, diese sind Abrahams Kinder“ (siehe auch Römer 9,7).

Mit anderen Worten, das Neue Testament trifft eine klare Unterscheidung zwischen dem natürlichen Samen Abrahams als den „Vätern“ und der Gemeinde als ihrer geistlichen „Kinder“.

Wiederherstellung ist nötig
Der verstorbene Papst Johannes Paul II. bezeichnete die Juden einmal als die „älteren Brüder“ der Kirche. Ich glaube, es ist viel angemessener, Israel als die „Väter“ der Kirche und Gemeinde zu bezeichnen. Es ist eine Tatsache, dass uns alles, was uns als Christen ausmacht, vom jüdischen Volk gegeben wurde. Die Bibel ist ein jüdisches Buch. Jesus wurde als Jude geboren und starb als König der Juden. Die Apostel waren alle Juden, und die Urgemeinde war ausschließlich jüdisch.

Zurück zum Propheten Maleachi; er erklärte, dass ein wichtiger Teil des Dienstes des Elias in den letzten Tagen darin bestehen würde, „das Herz der Väter zu den Söhnen und das Herz der Söhne zu ihren Vätern umkehren (zu) lassen“. Hier ist Wiederherstellung tatsächlich dringend nötig. Es gibt einen historischen Bruch zwischen der Gemeinde und dem jüdischen Volk, der auf die Frühzeit der Gemeinde zurückgeht. Die Verfasser des Neuen Testaments berichten, dass die ersten Gläubigen beträchtlicher Verfolgung durch ihre jüdischen Brüder ausgesetzt waren. Das geschah nicht nur in Jerusalem und in Israel (Apostelgeschichte 5,17ff; 8,1ff), sondern auch in Kleinasien (Apostelgeschichte 14,1ff) und Griechenland (Apostelgeschichte 17,5ff).

Als die junge Gemeinde immer heidnischer wurde, vergaß sie sehr schnell die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens. Als die Christen unter Konstantin an die Macht kamen, verfolgten sie die Juden mit Macht. So wurde die Geschichte der jüdisch-christlichen Beziehungen in den letzten 2000 Jahren hauptsächlich durch Hass und Blutvergießen bestimmt.

Juden wurden von den Kreuzfahrern sowohl in Europa als auch im Heiligen Land massakriert, während der spanischen Inquisition gefoltert, in Pogromen in ganz Europa gewaltsam verfolgt, und erst vor siebzig Jahren wurden im Holocaust über sechs Millionen Juden von Deutschland ermordet, dem Land der Reformation. Die Kirch entehrte Jahrhunderte lang gewaltsam die Väter ihres Glaubens und entfachte die Flammen des christlichen Antisemitismus.

Wiederherstellung und Versöhnung sind daher dringend geboten, da anderenfalls Gott sagt: „Ich werde das Land/die Erde mit einem Bann schlagen.“ Doch es gibt heute viele Zeichen, die uns große Hoffnung machen, dass ein neuer Tag angebrochen ist, an dem der historische Bruch zwischen Juden und Christen geheilt wird. Die Bildung eines Knesset-Ausschusses für christliche Verbündete im Israelischen Parlament oder die „Christlichen Freunde Yad Vashem“ vermitteln uns diese große Hoffnung.


Auf der ganzen Welt entstehen neue Freundschaftsgruppen, in denen Juden und Christen gemeinsam an einem besseren Verständnis und besserer Kooperation arbeiten. In Gemeinden auf der ganzen Welt sehen wir einen neuen und beispiellosen Enthusiasmus für Israel und das jüdische Volk. Riesige Pro-Israel-Demonstrationen, große Gebetsnetzwerke für Israel und unzählige Initiativen zum Segen Israels gibt es mittlerweile auf jedem Kontinent.

Es sind spannende historische Entwicklungen. Ein weiterer Meilenstein war die Rede von Botschafter Ron Lauder, Präsident des Jüdischen Weltkongresses, beim ICEJ-Laubhüttenfest 2013 in Jerusalem. Als Vertreter jüdischer Gemeinden auf der ganzen Welt dankte er nicht nur den Christen für ihre Unterstützung Israels, sondern versprach auch: „Wenn Ihre Kirchen im Nahen Osten brennen, werden wir Juden protestieren und Ihnen zur Seite stehen.“ Seit Jahrhunderten haben wir solche Worte nicht gehört.

Fazit
Diese Berufung, die Herzen von Vätern und Söhnen einander wieder nahe zu bringen, ist das Herzstück des Dienstes der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem. Wir verbinden den Bruch, heilen die Wunden, stellen Wege wieder her, auf denen man gehen kann und bereiten so den Weg für die Wiederkunft des Messias vor. Juden und Christen mögen sich immer noch uneinig darüber sein, wer der Messias ist, doch jetzt ist es Zeit, dass beide Seiten ihre Herzen einander zuwenden.

Für Juden bedeutet dies, anzuerkennen, dass die christliche Gemeinde ein Abkömmling ihrer eigenen Tradition und ihres eigenen Glaubens ist. Menschen auf der ganzen Welt wertschätzen eine persönliche Beziehung mit dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs. Eingang in diese Beziehung findet man durch einen jüdischen Messias, von dem Gott sagt: „Es ist zu wenig, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten Israels zurückzubringen. So mache ich dich auch zum Licht der Nationen, dass mein Heil reiche bis an die Enden der Erde“ (Jesaja 49,6).

Für die Gemeinde ist es von höchster Bedeutung, dass wir die jüdischen Wurzeln unseres Glaubens anerkennen. Es geht um Respekt für das Volk, das von Gott berufen wurde, der Welt Gottes Wort und den Messias zu geben und die Nationen in eine Bündnisbeziehung zu dem Gott Israels zu bringen. Wenn wir den Stamm des Baumes, der uns als Gemeinde trägt (Römer 11,18) nicht anerkennen, führt dies zu einem Glauben ohne richtiges Fundament, und das kann fatal sein. Ob Israel auf unsere Liebe und Freundschaft reagiert oder nicht, und selbst wenn sie Feinde der Gemeinde sind, sollten wir uns daran erinnern, dass Gott sie immer noch liebt um der Väter willen – und das sollten wir auch tun.

Ich bin optimistisch, dass Gott die Erde nicht mit einem Bann schlagen muss, sondern dass der Geist des Herrn unsere Herzen einander zuwenden wird und der Herr daher sowohl Israel als auch die Gemeinde segnen wird – so dass wir „unsere Tage verlängern“ in unserem Land und Erbe, die der Herr uns gibt. 

Dr. Jürgen Bühler ist Gesamtleiter der ICEJ in Jerusalem.

Israelische Araber wollen nicht in Palästinenserstaat leben

Arabische Bürger Israels lehnen den Plan des israelischen Außenministers Avigdor Liebermann ab, einen Landaustausch mit israelischen Siedlern im Westjordanland durchzuführen und Teil eines Palästinenserstaates zu werden. „Sie definieren sich selbst als Palästinensern, warum wollen sie sich dann nicht ihren palästinensischen Brüdern anschließen?“, fragte Liebermann am Dienstag. Die arabischen Israelis, die entlang der sog. grünen Linie zum Westjordanland in Zentral- und Nordisrael leben, wollen ihre israelische Staatsangehörigkeit jedoch auf jeden Fall behalten, berichtet Ynetnews. Adal Mahajna, ein Versicherungsvertreter aus Musmus, sagte: „Unser Leben ist in Israel, ein solcher Transfer würde uns von unserer Familie und unseren Freunden abschneiden, Arabern wie Juden. Dieser Vorschlag hat wirklich keine Chance – das ist einfach Liebermans Versuchsballon, nicht die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts.“ Anwalt Revia Mahajna, ebenfalls aus Musmus, sagte: „Aus historischer Sicht lebe ich auf palästinensischem Land, das von Vater zu Sohn weitergegeben wurde, lange bevor der Staat Israel errichtet wurde. Auf der anderen Seite habe ich einen israelischen Ausweis“, erklärte er. „Ich bin ein Palästinenser, der im Staat Israel lebt, genauso wie auch Palästinenser in Kanada oder Deutschland leben.“

Kerry beendet Nahostvisite
Am Montagnachmittag hat US-Außenminister John Kerry seine fünftägige Nahost-Visite abgeschlossen. Sie beinhaltete intensive Verhandlungen mit Israel, der Palästinensischen Autonomiebehörde und den meisten arabischen Verbündeten Washingtons. Er wolle ein Rahmenabkommen erreichen, das alle noch offenen „Kernfragen” zwischen Israel und den Palästinensern behandle, einschließlich der Grenzen, Flüchtlinge, Jerusalems, beiderseitiger Anerkennung und eines Endes aller Forderungen erklärte Kerry während seines Nahost-Besuchs. Er äußerte die Hoffnung, ein solches Rahmenabkommen im April präsentieren zu können. Berichten zufolge sorgte allerdings u.a. die palästinensische Weigerung, Israel als jüdischen Staat anzuerkennen, immer wieder für Frustrationen bei Kerry.

Ariel Scharons Gesundheitszustand verschlechtert sich
Der Gesundheitszustand des früheren israelischen Premierministers Ariel Scharon verschlechtert sich zusehends. Scharon, der seit Januar 2006 nach einem Schlaganfall im Koma liegt, befinde sich in erhöhter Lebensgefahr, erklärte Prof Zeev Rotstein, Leiter des Sheba Medical Centers am Montag. „Wenn kein Wunder passiert, wird die Lage jeden Tag schlechter“. Obwohl sich der Blutdruck Scharons stabilisiert habe, reiche das nicht aus, um ihm zu helfen, da seine inneren Organe immer mehr versagten, so Rotstein. Der mittlerweile 85jährige Scharon hat seit seiner Einlieferung ins Krankenhaus vor acht Jahren das Bewusstsein nicht wiedererlangt.

Raketenangriff auf Israel aus dem Libanon
Eine Terrororganisation aus dem Südlibanon hat am frühen Sonntagmorgen fünf Katjuascha-Raketen auf israelisches Gebiet abgefeuert. Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu bezeichnete den Angriff als ein “doppeltes Kriegsverbrechen”, weil er das Leben von Zivilisten auf beiden Seiten der Grenze gefährdete. Der Name der Terrororganisation ist nicht bekannt. Nur zwei der fünf Geschosse erreichten israelischen Boden. Die israelische Armee schoss mit 33 Artilleriegeschossen zurück. Es gab keine Verletzten, weder im Libanon noch in Israel. „Wir werden auch keinen leichten ‘Raketenschauer’ erlauben, hart reagieren und, falls nötig, auch Präventivmaßnahmen ergreifen”, sagte Netanjahu. “Im Libanon stationiert die Hisbollah Tausende von Raketen in Apartments, im Herzen der Zivilbevölkerung, und verübt damit zwei Kriegsverbrechen gleichzeitig.”

Israel, PA schließen historischen Gaslieferungsvertrag ab
Israelische Förderfirmen haben mit dem palästinensischen Energieversorgungsunternehmen trotz andauernder politischer Probleme einen Erdgaslieferungsvertrag historischen Ausmaßes abgeschlossen. Die Israelis, die im Leviathan-Reservoir vor der Küste Haifas Erdgas fördern, einigten sich am Sonntag mit der palästinensischen Seite auf die Lieferung von 4,74 Milliarden Kubikmetern Erdgas für 1,2 Milliarden US- Dollar in den nächsten zwanzig Jahren. Das Erdgas wird ein geplantes 200- Megawatt- Elektrizitätswerk in Dschenin betreiben. Israelische und palästinensische Politiker begrüßten den Vertrag als einen Grundstein für dauerhaften Frieden und Wohlstand, die der gesamten Region zugute kämen.

Papst Franziskus kommt im Mai nach Israel
Papst Franziskus I. hat am Sonntag angekündigt, dass er im Mai Israel, die Palästinensergebiete und Jordanien besuchen werde. Damit bestätigte er entsprechende Gerüchte, die bereits seit Oktober 2013 die Runde machten. „Der Papst ist höchst willkommen in Israel und wird genauso herzlich empfangen werde, wie seine Vorgänger”, erklärte Jigal Palmor, Sprecher des israelischen Außenministeriums am Sonntag.

Afrikanische Asylsuchende protestieren in Tel-Aviv
Zehntausende afrikanischer Asylbewerber haben sich am Sonntag auf dem Rabin-Platz in Tel-Aviv versammelt, um gegen die Praxis der Regierung zu protestieren, sie in offenen Haftanstalten in der Negevwüste unterzubringen. Sie forderten stattdessen die Anerkennung ihrer Asylanträge und das Recht zu arbeiten sowie weitere Privilegien, die normalerweise nur legalen Einwanderern zustehen. Auch Israelis nahmen an der Demonstration teil. Premierminister Benjamin Netanjahu schrieb auf Facebook dazu: “Proteste werden genauso wenig helfen wie Streiks. Wir haben das Eindringen nach Israel vollständig unterbunden, und wir sind entschlossen, illegale Arbeitseindringlinge aus Israel zu entfernen.“ Weitere Politiker schlossen sich Netanjahus Einschätzung an. Nach offiziellen Schätzungen gibt es zirka 54 000 afrikanische Migranten, die illegal nach Israel gekommen sind und sich nach wie vor im Land aufhalten.

World Jewish Congress und ICEJ wollen enger zusammenarbeiten

Während der diesjährigen ICEJ-Feier des Laubhüttenfestes in Jerusalem hat sich Ronald Lauder, Präsident des „World Jewish Congress“ (WJC), der größten Dachorganisation der jüdischen Diaspora, am Sonntagabend für die Unterstützung Israels durch evangelikale Christen herzlich bedankt. Er forderte sowohl Juden als auch Christen auf, enger zusammenzuarbeiten, insbesondere wenn es um die Unteilbarkeit Jerusalems und Christenverfolgung durch Muslime ginge.

Die Rede Lauders vor zirka 3000 Konferenzteilnehmern markiert einen Wendepunkt in den jüdisch-christlichen Beziehungen. Lauder bezeichnete bibelgläubige Christen öffentlich als wahre Freunde Israels und des jüdischen Volkes. Unter den Christen aus über 80 Nationen im Konferenzzentrum befanden sich auch 25 Parlamentsabgeordnete aus 17 Nationen. Sie sind Mitglieder pro-israelischer Ausschüsse in ihren jeweiligen nationalen Parlamenten.

Gemeinsames Werteverständnis
„Lassen Sie mich heute Abend mit einem sehr direkten und herzlichen Dankeschön beginnen“, sagte Lauder. „Danke für Ihre treue Unterstützung Israels und des jüdischen Volkes, für Ihre Verpflichtung zur Anständigkeit und den Werten, die wir alle gemeinsam schätzen, für Ihr Verständnis von richtig und falsch, dafür, dass Sie auf der richtigen Seite der Geschichte stehen, dass Sie auf Gottes Seite stehen und zu uns stehen, dem jüdischen Volk, dass Sie heute hier in Jerusalem sind, der ewigen und ungeteilten Hauptstadt Israels.“

Lauder beklagte doppelte Bewertungsstandards der internationalen Gemeinschaft gegenüber Israel und bedankte sich gleichzeitig dafür, dass Christen Israel vor einer so ungerechten Behandlung verteidigten und Solidarität für ein ungeteiltes Jerusalem zeigten. Lauder versprach seinerseits, sich für Christen einzusetzen, die in der arabischen Welt verfolgt, terrorisiert und ermordet würden.

Solidarität mit verfolgten Christen
„Ich werde nicht schweigen, wenn christliche Kirchen von Fundamentalisten im Nahen Osten niedergebrannt werden“, erklärte er. „Ich werde nicht schweigen, wenn christliche Araber ermordet werden, nur weil sie Christen sind, wie es letzte Woche in Syrien passiert ist. Ich werde nicht dazu schweigen, dass 450 000 Christen allein im letzten Jahr aus Syrien vertrieben wurden…Ich werde nicht schweigen, wenn christliche heilige Stätten in arabischen Ländern entweiht werden.“

„Wir werden diesen Weg gemeinsam gehen. Wir werden unsere Freuden und Anfechtungen miteinander teilen. Wir werden einander unterstützen und einander beschützen“, versicherte Lauder, der als großzügiger Philanthrop und Geschäftsmann bekannt ist und früher als amerikanischer Botschafter und im US-Verteidigungsministerium tätig war.

Globale Zusammenarbeit
Der Geschäftsführender ICEJ-Direktor Dr. Jürgen Bühler begrüßte diese Einladung zur Partnerschaft mit dem WJC in Fragen gemeinsamer Interessen von Juden und Christen.

„Wir erkennen die historische Bedeutung dieses Momentes und sind bereit, mit unseren jüdischen Freuden und Verbündeten zusammen zu arbeiten, um unsere gemeinsamen Interessen und biblischen Werte zu fördern“, sagte Bühler. Er fügte hinzu, dass beide Organisationen einzigartig geeignet seien, global zusammenzuarbeiten, da der WJC jüdische Gemeinden in 100 Nationen vertrete, während die ICEJ Zweigstellen in über 70 Nationen etabliert habe und in 140 Ländern auf der ganzen Welt vertreten sei.

Christliche Parlamentarier
Die ICEJ und der WJC haben bereits in den letzten Jahren mehrfach bei verschiedenen Initiativen zusammengearbeitet, eine davon ist die alljährliche Konferenz der Vorsitzenden der „Israel Allies Foundation“, die in dieser Woche 25 Mitglieder von pro-israelischen Parlamentsausschüssen in insgesamt zwei Dutzend Parlamenten auf der ganzen Welt in Jerusalem zusammenbrachte. Die christlichen Politiker kamen dieses Jahr aus Argentinien, Bolivien, der Tschechischen Republik, Brasilien, Kanada, Italien, Mazedonien, den Niederlanden, Peru, Polen, Portugal, Südafrika, Uruguay, Guatemala, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten sowie aus dem Europaparlament.

Die Parlamentarier bekräftigten Israels Recht zur Selbstverteidigung gegen existenzielle Bedrohungen wie beispielsweise durch das Iranische Regime und die chemischen Waffen in Syrien, während sie gleichzeitig die „kontraproduktiven“ Bemühungen der EU-Kommission verurteilten, israelische Waren aus den umstrittenen Gebieten zu boykottieren.

Netanjahu kritisiert Westerwelle für EU-Förderrichtlinie

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Montag den Deutschen Außenminister Guido Westerwelle in Jerusalem empfangen und deutliche Worte gegen die neue EU-Förderrichtlinie gefunden, die israelische Siedlungen im Westjordanland boykottiert. Sie unterminiere Hoffnungen auf eine Verhandlungslösung dadurch, dass sie die palästinensischen Positionen verhärte, so Netanjahu. Die EU-Richtlinien „sind auf ein unrealistisches Ziel gerichtet, von dem alle wissen, dass es nicht umgesetzt wird, und sie stehen dem Erreichen einer Lösung im Weg, die nur durch Verhandlungen der Parteien erreicht werden kann und nicht durch ein Diktat von außen“, erklärte Netanjahu. „Ich denke, dass Sie das sehr wohl wissen.“

Trotz dieser bedeutenden Meinungsverschiedenheiten zwischen Israel und der EU über die aktuellen Verhandlungen mit den Palästinensern sollen am Mittwoch Gespräche über die israelische Beteiligung am EU-Forschungs- und Entwicklungsprogramm „Horizon 2020“ beginnen. Im Rahmen dieses Programmes würden israelische Universitäten und Unternehmen von milliardenschweren Fördergeldern profitieren. Unterdessen erklärte Bischara Schlayan von der neuen arabisch-christlichen Partei “Bnei Habrit” (Söhne des Bundes), dass die EU-Politik vor allem einfachen Palästinensern im Westjordanland schaden würde.

„Der Boykott ist ein großer Fehler – es geht um das Einkommen vieler Menschen, hauptsächlich von Arabern im Westjordanland”, erklärte Schlayan, der sich für die Integration israelischer Araber in die israelische Gesellschaft stark macht, gegenüber der Jerusalem Post. Sollten Araber im Westjordanland nicht mehr bei israelischen Unternehmen arbeiten dürfen, würden sie viel eher zu Gewaltaktionen greifen. „Israel ist die einzige Demokratie im Nahen Osten“, fügte er hinzu. „Und die Einzige, die Christen und heilige Stätten schützt.”

Raketen über Eilat abgefangen

Das israelische Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ hat in der Nacht von Montag auf Dienstag zwei Grad-Raketen aus dem Sinai über der südisraelischen Hafenstadt Eilat abgefangen. Eine radikal-islamistische Terrorgruppe mit dem Namen Ansar Bajit al-Makdis bekannte sich zu dem Angriff. „Das war eine Antwort auf die letzten Verbrechen der Juden, die vier unserer Kämpfer durch einen Drohnenangriff im Sinai getötet haben”, hieß es in der Bekennerbotschaft. „Unseren Kämpfern gelang es das besetzte Um Rashrash [arabische Bezeichnung für Eilat] mit Grad-Raketen zu bombardieren.“  Die Lage in Eilat ist seit mehreren Tagen angespannt, letzten Donnerstag wurde der Flughafen aufgrund von Terrorwarnungen zwei Stunden lang gesperrt. Das ägyptische Militär verstärkte in letzter Zeit zudem seine Aktivitäten gegen Terrorgruppen im Sinai. Berichte über einen israelischen Drohnenangriff wurden bisher nicht bestätigt.

Nach Berichten von ynetnews befinden sich mehrere Tausend Terroristen in Sinai, die sich drei verschiedenen Gruppen zuordnen lassen: Beduinen, die früher Waffenhandel betrieben und sich jetzt als Söldner betätigen, Palästinenser aus dem Gazastreifen und Dschihadisten aus dem Ausland, beispielsweise aus Afghanistan und dem Jemen. Zusätzlich zu vermehrten Angriffen auf ägyptische Militär- und Polizeikräfte geraten immer öfter koptische Christen in das Visier global operierender Dschihad-Organisationen, wie beispielsweise der Jabhat al-Nusra, die das Regime in Syrien bekämpft. Wenige Tage nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mursi wurden zwei koptische Christen, darunter ein Priester, im Sinai brutal ermordet.