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Raketen über Eilat abgefangen

Das israelische Raketenabwehrsystem „Eisenkuppel“ hat in der Nacht von Montag auf Dienstag zwei Grad-Raketen aus dem Sinai über der südisraelischen Hafenstadt Eilat abgefangen. Eine radikal-islamistische Terrorgruppe mit dem Namen Ansar Bajit al-Makdis bekannte sich zu dem Angriff. „Das war eine Antwort auf die letzten Verbrechen der Juden, die vier unserer Kämpfer durch einen Drohnenangriff im Sinai getötet haben”, hieß es in der Bekennerbotschaft. „Unseren Kämpfern gelang es das besetzte Um Rashrash [arabische Bezeichnung für Eilat] mit Grad-Raketen zu bombardieren.“  Die Lage in Eilat ist seit mehreren Tagen angespannt, letzten Donnerstag wurde der Flughafen aufgrund von Terrorwarnungen zwei Stunden lang gesperrt. Das ägyptische Militär verstärkte in letzter Zeit zudem seine Aktivitäten gegen Terrorgruppen im Sinai. Berichte über einen israelischen Drohnenangriff wurden bisher nicht bestätigt.

Nach Berichten von ynetnews befinden sich mehrere Tausend Terroristen in Sinai, die sich drei verschiedenen Gruppen zuordnen lassen: Beduinen, die früher Waffenhandel betrieben und sich jetzt als Söldner betätigen, Palästinenser aus dem Gazastreifen und Dschihadisten aus dem Ausland, beispielsweise aus Afghanistan und dem Jemen. Zusätzlich zu vermehrten Angriffen auf ägyptische Militär- und Polizeikräfte geraten immer öfter koptische Christen in das Visier global operierender Dschihad-Organisationen, wie beispielsweise der Jabhat al-Nusra, die das Regime in Syrien bekämpft. Wenige Tage nach dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Mursi wurden zwei koptische Christen, darunter ein Priester, im Sinai brutal ermordet.


 

Schwere Unruhen in Ägypten

Mehr als 50 Menschen sind bei der Räumung von Protestcamps der Muslimbrüder durch das Militär und Straßenschlachten in mehreren ägyptischen Städten ums Leben gekommen, darunter mehrere Mitglieder der Sicherheitskräfte. Das berichtet das ägyptische Gesundheitsministerium am heutigen Mittwoch. Die Unruhen griffen auf ganz Ägypten über, nachdem das Militär heute Morgen mit der Räumung zweier Lager der Anhänger des gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo begonnen hatte. Dabei sind nach Angaben der Muslimbrüder 30 Menschen getötet worden. Militär- und Polizeikräfte setzen scharfe Munition und Tränengas ein, die Unruhen haben sich auf Fajoum und Suez ausgeweitet. In Suez versuchten Anhänger Mursis, ein Regierungsgebäude zu stürmen, dabei starben fünf Menschen. 17 Personen kamen in der Fajoum-Provinz südlich von Kairo ums Leben, als Gefechte an Polizeistationen ausbrachen. Unterstützer der Muslimbrüder setzten als Reaktion auf die Räumungsaktionen Kirchen und christliche Geschäfte in Brand. Die Mar Gergiss Kirche in Sohag, einer Stadt mit einer starken koptischen Gemeinde, wurde angezündet, ebenso wie zwei weitere Kirchen in der El-Menia-Provinz.

Intensive Militärkonsultationen zwischen USA und Israel
General Martin E. Dempsey, Oberbefehlshaber der amerikanischen Streitkräfte, trifft am heutigen Mittwoch mit dem israelischen Verteidigungsminister Mosche Jaalon zusammen, nachdem er  am Dienstag Gespräche mit Premierminister Benjamin Netanjahu über den Iran, Syrien und die ägyptische Sinai-Halbinsel geführt hat. Bei einer Besichtigungstour israelischer Armeestützpunkte erklärt Dempsey am Montag, er habe sich mit seinem israelischen Amtskollegen, Generalleutnant Benny Gantz, bisher öfter getroffen als mit jedem anderen Oberbefehlshaber. „Jedes Mal diskutieren wir darüber, wie er die Bedrohungen Israels in der Region sieht, weltweit und im Heimatland, und wie wir in den USA die Bedrohungen aus dieser Region einschätze, weltweit und Zuhause, und wie wir weiterhin zusammenarbeiten könnten, um unsere beiden Länder sicherer zu machen”, sagte Dempsey. Angesichts der wachsenden Instabilität in Ägypten und Syrien verstärkten die USA auch ihre Zusammenarbeit mit anderen Partnern in der Region, einschließlich Jordaniens, des Libanon, der Türkei und des Irak.

Schweiz nominiert Hisbollah-Unterstützer für UN-Menschenrechtsrat
Die Schweizer Regierung hat Jean Ziegler, einen früheren Abgeordneten der Sozialdemokraten mit großer Sympathie für die Hisbollah, letzte Woche zum Berater für den Menschenrechtsrat der UN in Genf nominiert. Das berichtet die Jerusalem Post unter Berufung auf UN-Watch, eine Organisation, welche die Vereinten Nationen beobachtet und analysiert. Ziegler hatte 1982 den Ausschluss von Schimon Peres, damals Vorsitzender der israelischen Arbeitspartei, aus der International Socialist Association gefordert. In einem Interview mit der Hisbollah-Zeitung Al-Akhbar 2006 erklärte Ziegler: „Ich weigere mich, die Hisbollah als Terrororganisation zu bezeichnen. Es handelt sich um eine nationale Widerstandsbewegung.“ Ziegler unterstütze auch den früheren libyschen Diktator Muammar Gaddafi und verteidigte den französischen Holocaustleugner Roger Garaudy.

Urania sagt Iran-Veranstaltung ab
Das Berliner Bildungs- und Kulturzentrum Urania hat am Montag nach heftiger Kritik eine Veranstaltung der iranischen Botschaft in seinen Räumen abgesagt. Die Kulturabteilung der Iranischen Botschaft hatte in der Urania Räume gemietet und wollte am 16. August dort ein pro-palästinensisches Symposium mit dem Titel „Palästina - Frieden auf der Basis von Gerechtigkeit" abhalten. Dr. Ulrich Bleyer, Direktor der Urania, erklärte Montag in einem Schreiben auf der Webseite des Vereins: „Inzwischen liegen der Urania Programm und Namen der Referenten vor, so dass die geplante Veranstaltung inhaltlich bewertet werden kann. Danach ist davon auszugehen, dass gegen die Urania-Ziele der Völkerverständigung verstoßen wird weil z.B. das Existenzrecht Israels in Frage gestellt oder Terror gegen Israel als Widerstand gegen eine Besatzungsmacht legitimiert wird.“ Aufgrund der großen Anzahl von Protesten sei zudem mit Auseinandersetzungen zu rechnen, auf welche die Urania in der Sommerpause nicht ausreichend vorbereitet sei. Nach einem Bericht der Jerusalem Post hatten u.a. der Berliner Rechtsanwalt Nathan Gelbart und die Kampagne STOP THE BOMB gegen die Veranstaltung protestiert.

Israelischer Tourismus auf Rekordhoch
Das Zentrale Statistikamt in Israel hat am Montag weitere positive Zahlen zum Tourismus veröffentlicht. In der ersten Hälfte das Jahres 2013 besuchten über zwei Millionen Touristen den Jüdischen Staat. Damit setzt sich der Aufwärtstrend bisheriger Jahre fort. „Israel ist ein attraktives Land, und die Touristen stimmen mit ihren Füßen ab“, erklärte Tourismusminister Uzi Landau. „Der Tourismus ist ein essentieller Motor für das Wirtschaftswachstum, und wir werden weiter daran arbeiten, die Zahl der Israel-Besucher zu erhöhen und das Tourismuspotenzial zu verwirklichen.“

Mutmaßlicher Nazi-Kriegsverbrecher Csatáry gestorben

Der mutmaßliche Nazi-Kriegsverbrecher Laszlo Csatáry ist im Alter von 98 Jahren in einem ungarischen Krankenhaus an einer Lungenentzündung gestorben. Das gab sein Anwalt am Montag bekannt. Csatáry, der zum Zeitpunkt seiner Verhaftung im Juli 2012 als „meistgesuchter lebender Nazi“ bezeichnet wurde, wird vorgeworfen, an der Deportation von über 15000 Juden aus dem Ghetto Košice in der heutigen Slowakei in Konzentrationslager mitgewirkt zu haben. Csatáry soll in seiner Funktion als Polizeikommandant des Ghettos auch Juden körperlich misshandelt haben. Er wartete auf seinen Prozess in Ungarn. (Bild: Simon Wiesenthal Center)

Die Zentrale Stelle der Landesjustizverwaltungen zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg ermittelt unterdessen gegen sechs deutsche Frauen, die als Wärterinnen in Auschwitz gearbeitet haben sollen. Die Frauen sind alle über 90 Jahre alt. Sie stehen unter dem Verdacht, Beihilfe zum Massenmord geleistet zu haben. Nach Angaben des British Telegraph ermittelt die Ludwigsburger Zentralstelle gegen insgesamt 50 frühere KZ-Wärter, die in Deutschland leben.

Dieses Jahr starteten die deutschen Behörden neue Bemühungen, Nazitäter ihrer gerechten Strafe zuzuführen. Im Zuge dieser Ermittlungstätigkeit verhafteten sie im Mai Hans Lipschitz (93), der ebenfalls als Wärter in Auschwitz gearbeitet haben soll. Seit mehreren Wochen wendet sich das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das die entscheidenden Hinweise zur Verhaftung Csatárys gegeben hatte, mit der Plakataktion „Spät, aber nicht zu spät! Operation Last Chance" an die deutsche Bevölkerung und bittet um Mithilfe beim Aufspüren der letzten Nazi-Kriegsverbrecher.

Israel veröffentlicht Liste freizulassender Gefangener

In der Nacht von Sonntag auf Montag hat Israel die Liste der ersten 26 palästinensischen Gefangenen veröffentlicht, die als Geste des guten Willens vor der Fortsetzung weiterer Friedensgespräche am Mittwoch freigelassen werden sollen. Während die Bekanntgabe auf palästinensischer Seite siegesbewusst gefeiert wurde, reagierten die Angehörige israelischer Terroropfer mit Empörung und Schmerz. Unter den Freizulassenden befinden sich verurteilte Schwerverbrecher mit Blut an den Händen, wie beispielsweise Abu Moussa Salam Ali Atija.

Atija erschlug 1994 gemeinsam mit einem weiteren arabischen Bauarbeiter den Holocaustüberlebenden und Rentner Isaac Rotenberg auf einer Baustelle mit einer Axt.

Sein Sohn Pinchas erklärte gegenüber ynetnews: „Wir leben schon lange genug hier, um zu wissen, dass nichts Gutes aus dieser Geste erwachsen wird. Das ist ein sehr übertriebener Preis, nur damit die Welt nicht sagen kann, wir hätten nicht unser Äußerstes getan….“

Ähnliche Gefühle äußerte Tzvia Dahan, die Tochter des ebenfalls 1994 ermordeten Zitrusfarmers Mosche Beker. Im Zuge der Freilassung Gilad Schalits war bereits ein Mittäter aus dem Gefängnis entlassen worden. „Unser Schmerz war groß“, erinnerte sie sich. “Doch ich habe mich für die Schalit-Familie gefreut, dass ihr Sohn endlich wieder zuhause war. Aber das hier ist unklar, welchen Frieden wird es geben? Mein Vater liebte den Staat Israel, eines Morgens ging er zur Arbeit und kam nie wieder. Sie brachten ihn auf der Plantage um und werden jetzt dafür belohnt”.  

Esti Harris, deren Vater Israel Tenenbaum 1993 von Salah Ibrahim Ahmad Mughdad ermordet wurde, der ebenfalls bis Mittwoch in die Freiheit entlassen wird, gab sich ein wenig hoffnungsvoller: „Nichts kann meinen Vater wieder zurückbringen. Aber vielleicht wird es dabei mithelfen, andere Menschen zu retten. Das hoffe ich wenigstens.“

Ruhe vor dem Sturm in Kairo

Die ägyptische Regierung hat ihre Entscheidung vom Sonntag, zwei Protestlager der Islamisten in Kairo aufzulösen, bis Montagnachmittag noch nicht ausgeführt. Sicherheitskräfte und Vertreter der Militärregierung kündigten am Sonntag an, Montagfrüh gegen die Unterstützer des entmachteten Präsidenten Mohammed Mursi vorgehen zu wollen und so die seit sechs Wochen bestehende Pattsituation aufzulösen. Die Armee steht unter großem Druck aus dem In- und Ausland, eine potenziell sehr blutige Auseinandersetzung mit Tausenden Mursi-Anhängern zu vermeiden. Die Jerusalem Post berichtet unter Berufung auf Sicherheitskreise, dass die Entscheidung zur Räumung der Protestlager aufgeschoben wurde, weil sich dort nach Bekanntwerden der Räumungsabsichten immer größere Menschenmassen ansammelten.

Westerwelle bei Peres und Livni
Bundesaußenminister Guido Westerwelle ist am Sonntag zu Beginn seiner zweitägigen Nahostreise mit dem israelischen Präsidenten Schimon Peres und Justizministerin Tzipi Livni zusammen getroffen. Heute Nachmittag ist eine Visite bei Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas in Ramallah geplant. „Wir werden eine konstruktive und unterstützende Rolle spielen", sagte Westerwelle mit Blick auf die wieder aufgenommenen Friedensgespräche zwischen Israelis und Palästinensern. Sowohl Peres als auch Livni forderten von Westerwelle, auf die Verschärfung der EU-Förderrichtlinien ab 2014 zu verzichten. Eine eindeutige Antwort Westerwelles blieb aus. Nach Berichten aus Jerusalemer Diplomatenkreisen belastet die neue EU-Regelung, die eine Unterstützung israelischer Einrichtungen und Unternehmen jenseits der grünen Linie ab dem nächsten Jahr verbietet, die Beziehungen zwischen Israel und Europa erheblich. Wie der Nachrichtensender ntv berichtet, will die israelische Regierung nun das Forschungsabkommen Horizon 2020 mit der Europäischen Union zunächst nicht unterzeichnen.

Israel verkündet Bau neuer Wohnungen
Israel hat am Sonntag den Bau von 1187 neuen Wohneinheiten in Ostjerusalem und im Westjordanland angekündigt. „Kein Land der Erde lässt sich von anderen Staaten vorschreiben, wo es bauen und wo es nicht bauen darf“, sagte Bauminister Uri Ariel von der Partei „Das Jüdische Haus“. Die neuen Wohnungen würden dabei helfen, die Mietpreise zu senken. Die Entscheidung sei sowohl aus wirtschaftlichen als auch aus zionistischen Gründen richtig. Kritik kam nicht nur von palästinensischer Seite, sondern auch aus der israelischen Regierungskoalition und der Opposition. Finanzminister Jair Lapid, Vorsitzender der Partei „Jesch Atid“ erklärte, die Frage kostengünstiger Wohnungen sollte nicht mit der Friedensfrage vermischt werden. Schelly Jachimowitsch von der Arbeitspartei kommentierte, man habe mit der Bauentscheidung den USA, der EU, den Palästinensern und allen friedliebenden Israelis „ins Auge gestochen.“ Beifall erntete die Ankündigung hingegen bei Jerusalems Bürgermeister Nir Barkat. „Neues Bauen in Jerusalem ist lebenswichtig für die Entwicklung und Stärkung der Stadt und dafür, dass junge Bewohner dort leben und eine Wohnung erwerben“, schrieb er auf seiner Facebook-Seite. „Wir müssen das Bauen von immer mehr Wohneinheiten in allen Teilen der Stadt und für alle Sektoren weiter intensivieren.“ Ein Siedlungsbaustopp war diesmal von den Palästinensern nicht zur Vorbedingung für neue Verhandlungen mit Israel erklärt worden.

Netanjahu nach Nabelbruch auf Weg der Besserung
Der Israelische Premierminister Benjamin Netanjahu ist am Wochenende wegen eines Nabelbruchs erfolgreich operiert worden. Am Samstagabend wurde der Premier mit Bauchschmerzen ins Hadassah-Universitätskrankenhaus eingeliefert. Er konnte bereits am Sonntag wieder entlassen werden. Verteidigungsminister und Vize-Premier Mosche Ja’alon übernahm vorübergehen die Amtsgeschäfte Netanjahus. Obwohl Netanjahu mittlerweile wieder seine Amtsgewalt ausübt, wird er erst in einer Woche wieder sein volles Arbeitspensum aufnehmen.

„Ägypten, mein Volk“

Auch nach zweieinhalb Jahren des Arabischen Frühlings (oder Arabischen Winters, wie manche ihn nennen), wird das Feuer der regionalen Unruhen immer weiter angefacht. Während Israel eine Insel des Friedens und der wirtschaftlichen Stabilität zu sein scheint, wird der Rest des Nahen Osten immer chaotischer; niemand kann vorhersehen, was die nahe Zukunft bringen wird. Alles nahm seinen Anfang im Dezember 2010 mit einem Volksaufstand in Tunesien, der sich schnell ausbreitete und auf Ägypten, Libyen und andere Teile der arabischen Welt übergriff. Im Falle Ägyptens zerschlugen sich die anfänglichen Hoffnungen auf wahre politische Freiheiten recht schnell mit der Wahl der islamistischen Regierung, angeführt von den Muslimbrüdern.

Bürgerkrieg und Bürgerkriegsgefahr
Es dauerte nicht lange, bis die Demonstranten auf die Straßen zurückkehrten. Einige waren enttäuscht, weil ihre Hoffnungen auf Freiheit und Demokratie durch das Aufzwingen strengerer Scharia-Gesetze verloren schienen. Andere waren sehr besorgt über die Unfähigkeit der Muslimbrüder, die ohnehin schon schwächelnde Wirtschaft zu retten. Vor kurzem griff das Militär ein, um erneut die Kontrolle über das Land zu übernehmen, doch die Zeichen stehen auf Bürgerkrieg. Mehrere Dutzend Zivilisten sind bereits bei den Unruhen ums Leben gekommen.

In Syrien hat der Arabische Frühling zu einem brutalen Bürgerkrieg geführt, der in den letzten zwei Jahren mehr Menschenleben gefordert hat, als alle arabisch-israelischen Kriege zusammen. Mehr als 100 000 Menschen wurden getötet in diesem Kampf zwischen Regierungstruppen des Assad Regimes und den Rebellen; und verschiedenen Rebellengruppen bekämpfen sich sogar gegenseitig.

Diesen steigenden Todeszahlen geht ein Jahrzehnt des Krieges und des Blutvergießens im Irak voraus. Obwohl amerikanische Truppen die Frontlinien im Irak bereits 2011 verlassen haben, sind weitere 5000 Menschen seitdem ums Leben gekommen in Zusammenstößen zwischen verschiedenen islamischen Milizen.

Die westliche Welt scheint planlos zu sein, wie sie dieser Gewalt und diesem Abschlachten begegnen soll. Eine weitere Invasion wie im Irak oder in Libyen ist gefährlich. Die Lage in Ägypten ist ziemlich komplex. Militärputsche werden von westlichen Demokratien grundsätzlich abgelehnt, doch in den letzten Wochen waren die Wächter der Demokratie im Westen erstaunlich schweigsam, da sie hofften, dass das Militär eine liberalere Regierung einsetzen würde.

Westliche Regierungen befinden sich in der Syrienfrage in einem ähnlichen Dilemma. Sie sind bereit, einen repressiven Diktator loszuwerden und machen sich gleichzeitig Sorgen um radikal-islamische Elemente in der Opposition. 

Ägyptens einzigartige Geschichte
Trotz aller dieser aktuellen Entwicklungen glaube ich ganz fest, dass es eine positive biblische Perspektive gibt. Ein Blick zurück in die Geschichte kann uns dabei helfen, einen neuen und hoffnungsvollen Blick auf die Ereignisse zu gewinnen.

Von der Antike bis heute hat Ägypten schon immer eine zentrale Rolle im Nahen Osten gespielt. Abgesehen von Israel ist Ägypten das Land, das in der Bibel am häufigsten erwähnt wird, nämlich zirka 700 Mal. Die hebräischen Patriarchen verbrachten Zeit in Ägypten – Abraham (siehe 1. Mose 12,10) und Jakob (siehe 1. Mose 46, 3-6). Alle zwölf Söhne Jakobs, nach denen die Stämme Israels benannt wurden, starben in Ägypten. Sehr bekannt und wichtig ist in der Bibel natürlich auch der große Auszug der Israeliten aus Ägypten.

Und schließlich führte die Beziehung Abrahams mit der ägyptischen Frau Hagar zur Geburt Ismaels, von dem die arabischen Völker abstammen.

Ägyptens verdrängte Geschichte
Durch die Bibel hindurch wird über Ägypten allgemein in negativen Worten gesprochen, oft wird auf Sklaverei und Sünde Bezug genommen (beispielsw. Offenbarung 11,8). Doch es gibt noch eine andere Seite der ägyptischen Geschichte, die sich über die Jahrhunderte entwickelt hat.

König Salomo beispielsweise ging einen Freundschaftsvertrag mit Ägypten ein, als er die Tochter des Pharao heiratete; er baute ihr sogar einen Palast in Jerusalem. Zwar wurde diese Frau zu einer Quelle des Götzendienstes in Israel, doch stand sie am Anfang einer politischen und wirtschaftlichen Allianz, die eine lange Zeit anhielt, wenn auch mit einigen sehr gewalttätigen Unterbrechungen. Doch diese Allianz war nie ganz vertrauenswürdig– tatsächlich warnte Gott Israel davor, sich auf Ägypten zu verlassen (2. Könige 18,21).

Die größte Veränderung trat jedoch zur Zeit des babylonischen Exils ein. Damals floh eine beachtliche Zahl der Juden nach Ägypten, wo sie eine große jüdische Gemeinde gründeten (2. Könige 25,26). Nach Angaben des jüdischen Historikers Josephus Flavius wuchs diese Diaspora-Gemeinschaft im zweiten Jahrhundert vor Christus auf mehr als eine Million Menschen an. Ihr Zentrum war die Hafenstadt Alexandria an der Mittelmeerküste. Diese Stadt wurde in der Antike weltberühmt und brachte so prominente jüdische Denker wie den Philosophen Philo von Alexandria hervor.

Josephus berichtet, dass im zweiten Jahrhundert vor Christus sogar eine Nachbildung des Jerusalemer Tempels in Ägypten gebaut wurde, der von Onia, einem Sohn des Hohepriesters in Jerusalem, beaufsichtigt wurde.

Wiege der Septuaginta
Dort in Ägypten wurde der Tanach (das Alte Testament) zuerst in eine Fremdsprache übersetzt. Diese griechische Übersetzung der hebräischen Bibel wurde Septuaginta (LXX) genannt, wobei sich der Name auf die 70 Priester und Gelehrten bezog, welche die Schrift für die berühmte Bibliothek von Alexandria übersetzten.

Der Apostel Paulus zitierte oft aus der Septuaginta, wenn er sich auf Bibelverse aus dem Alten Testament in seinen neutestamentlichen Briefen bezog. So wurde die Septuaginta zu einem wichtigen Werkzeug, um das Evangelium unter den griechisch sprachigen nichtjüdischen Nationen zu verbreiten.

Nach dem Matthäusevangelium verbrachte Jesus einen Teil seiner Kindheit in Ägypten, weil seine Eltern dort Zuflucht vor Herodes eifersüchtigem Wahn suchten (Matthäus 2, 13-15, dort wird Hosea 11,1 zitiert).

Dort in Ägypten erlebte der neue Glaube an Jesus Christus in den Anfangsjahren das stärkste Wachstum, berichtet uns die Kirchengeschichte. Christliche Gemeinden wurden im ganzen Land gegründet. Mitglieder der ägyptischen Kopten behaupten noch heute, die Nachkommen dieser Kirche des ersten Jahrhunderts zu sein, was sie zu den ältesten der historischen Kirchen machen würde, die heute noch bestehen. Einige der aktuellen Erweckungsgottesdienste, über die aus Ägypten berichtet wird, werden von wiedergeborenen, geisterfüllten koptischen Priestern geleitet. Gemeinsam mit dem Libanon ist Ägypten immer noch die Heimat einer der größten christlichen Gemeinschaften im Nahen Osten. Die Kopten machen zirka zehn Prozent der insgesamt 80 Millionen ägyptischer Bürger aus.

Hoffnung für Ägypten und Syrien 
Wenn wir Ägypten heute betrachten, sollten wir alle sehr ermutigt sein, für diese Nation zu beten. Während viele Prophezeiungen dem Land Gericht verkünden, verspricht die Bibel Ägypten auch eine herrliche Zukunft.

Der Prophet Jesaja spricht in Kapitel 19 sehr klar über Gottes Erlösungsplan für Ägypten. Er sieht eine nationale Erweckung in Ägypten voraus, die einem Wunder gleichkommt (Jesaja 19, 18-25).

Ägypten wird einen zentralen Ort der Anbetung haben – einen „Altar für den Herrn“ (V.19).

„Und der HERR wird sich den Ägyptern zu erkennen geben, und die Ägypter werden an jenem Tag den HERRN erkennen“ (V.21).

Alles läuft auf eine Friedenszeit für die gesamte Region hinaus, die Ägypten, Assyrien und Israel einschließen wird: „An jenem Tag wird es eine Straße von Ägypten nach Assur geben….An jenem Tag wird Israel der Dritte sein mit Ägypten und mit Assur, ein Segen inmitten der Erde“ (Jesaja 19, 23-24).

Was für eine wunderbare Hoffnung! Das Ziel, das alle politischen Initiativen der letzten Jahrzehnte nicht erreicht haben, wird Wirklichkeit werden. Es ist bemerkenswert, dass Jesaja Frieden und Wiederherstellung für beide großen Reiche der damaligen Zeit sehen konnte – für Assyrien und Ägypten, die beide Israel bedrohten, als diese Prophezeiung ausgesprochen wurde.

Während Jesaja einerseits gegen „den geknickten Rohrstab“ Ägyptens predigte (Jesaja 36,6) und gegen Assur („Wehe, Assur, Rute meines Zorns!“ Jesaja 10,5), konnte der Prophet ebenfalls sehen, dass sich Gottes Plan der Errettung schlussendlich auch für diese Heidenvölker erfüllen würde, die Israel feindselig gegenüberstanden.

Erst Not, dann Errettung
Wenn wir dieses bemerkenswerte Kapitel 19 im Zusammenhang lesen, erkennen wir, dass es mit großen Nöten für Ägypten beginnt. Der Prophet sieht politischen Aufruhr vorher, in dem „Ägypten gegen Ägypten“ vorgehen wird (Jesaja 19,2). Er spricht über einen „harten Herrn”, der das Land eine Zeit lang regieren wird (Jesaja 19,4) und über große Naturkatastrophen und wirtschaftliche Schwierigkeiten (V. 5-10).

Die Menschen werden nach Rat suchen, aber niemanden finden, der ihnen Einsicht vermitteln kann. Der Prophet fordert die Weisen heraus, Orientierung zu geben, dass sie „verkünden und erkennen, was der HERR der Heerscharen über Ägypten beschlossen hat“ (V.12). Doch niemand ist dazu in der Lage – genau wie heute. Doch in dieser Zeit großen Unheils wird es geschehen: „Wenn sie zum HERRN schreien werden wegen der Unterdrücker, dann wird er ihnen einen Retter senden; der wird den Streit führen und sie retten“ (V.20).

Assyrien war das zweite große Weltreich zur Zeit des Jesaja. Seine Grenzen umfassten der Großteil der heutigen Staaten Syrien und Irak. Wenn wir die aktuelle Lage betrachten, sehen wir nicht nur Ägypten sondern auch Syrien und den Irak in Chaos und Bürgerkrieg, so wie in Jesaja 19,1-15 darüber geschrieben wird. 

Zeiten der Erfüllung
Die Zeit wird zeigen, ob wir in unseren Tagen die Erfüllung von Jesaja 19 erleben werden, doch wir müssen eingestehen, dass die aktuelle Lage in Vielem mit diesem Textabschnitt übereinstimmt. Ich glaube nicht, dass es je eine Zeit gab, in der die aktuellen Entwicklungen so sehr mit dem prophetischen Wort übereinstimmen wie heute.

Viele Theologen erkennen heute an, dass wir mit der Wiederentstehung des Staates Israel und der Rückkehr der Juden aus dem Exil in eine neue Phase der prophetischen Erfüllung eingetreten sind. Wie die Propheten vorhergesagt haben, sind die Juden von den Enden der Erde zurückgekehrt. Die Wüste grünt und blüht, und Israel selbst hat sich etabliert als erfolgreiche und sichere Nation, selbst in Zeiten des Konflikts. Deshalb dürfen wir mit der Erwartung in die Zukunft schauen, dass sich auch andere erstaunliche Prophezeiungen erfüllen werden.

Wie auch immer Ihre Sicht der Endzeit aussieht, Jesaja 19 sollte uns eindrücklich an die wunderbaren Pläne Gottes mit Israel und seinen Nachbarn erinnern. Es ist sehr leicht, sich nur auf die negativen Schlagzeilen zu konzentrieren, dass nämlich die Islamisten nach der Macht greifen und Gericht vor uns liegt. Doch wir alle müssen auch verstehen, dass der Gott Israels Pläne des Friedens und der Versöhnung für die gesamte Region hat (siehe beispielsweise Jeremia 48,47; 49,6, 39).

Jesaja 19 beginnt mit der Proklamation, dass Gott alles unter seiner Kontrolle hat: „Siehe, der HERR fährt auf einer schnellen Wolke und kommt nach Ägypten. Da beben die Götzen Ägyptens vor ihm, und das Herz Ägyptens zerschmilzt in seinem Innern.“. Ein schneller Blick auf die Lage könnte jetzt nur Chaos und Unsicherheit suggerieren. Ganz sicher werden die Weisen in ihrer Weisheit versagen. Doch der Plan Gottes für Ägypten steht und wird schließlich zu seiner nationalen Errettung führen, an der Seite Israels.

Fazit
Es ist wichtig, einen Blick für die Region zu entwickeln, der über die täglichen Schlagzeilen hinaussieht. Während vordergründig ein Zusammenprall von Religionen und Ideologien stattfindet und die Region in die Hände radikaler Islamisten abzugleiten droht, sollten wir niemals aufhören, unsere Hoffnung auf den zu setzen, der sagt: „Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden“ (Matthäus 28,18). Jesus ist der Herr aller Nationen, und das nächste große Erntefeld scheint in der muslimischen Welt zu liegen.

In der Bibel stellen wir immer wieder ein Muster fest. Schwierigkeiten und Nöte kommen über Israel, um sein Volk näher zu Gott zu ziehen. Das Buch der Richter hat viel zu sagen über diesen Kreislauf eines Israels in Not, das Buße tut und dann Frieden erfährt. Doch wenn es sich von Gott wieder abwendet, kehren auch die Nöte zurück. Der Hebräerbrief ermutigt uns, dass Zeiten der Disziplinierung und Korrektur ein Zeichen dafür sind, dass Gott an denen arbeitet, die er liebt (Hebräer 12,3-11).

Dunkel, dann Licht
Gott möchte diese aufgewühlte Region schlussendlich dahin bringen, dass er sie „Ägypten, mein Volk, und Assur, meiner Hände Werk“ nennen kann. Manchmal kommt Gott mit „Dunkel unter seinen Füßen“ (Psalm 18,10). Wir haben das in den letzten Jahrzehnten in anderen Nationen beobachten können. Vor nur zwei Generationen wurde China von einem radikalkommunistischen Regime übernommen – doch heute erlebt es eine der größten Erweckungen überhaupt. Der Iran wurde von apokalyptischen Ajatollahs eingenommen, und doch verzeichnet das Land gerade die höchste Gemeindewachstumsrate auf der ganzen Welt.

Lassen Sie uns nicht vergessen, dass Gott einen wunderbaren Plan für jede einzelne Nation der Erde hat. Paulus sagt es in Apostelgeschichte 17,26-27, dass der Herr die Zeiten und Grenzen der Nationen bestimmt (und sogar ihre jeweiligen Herrscher), „dass sie Gott suchen“.

Es gibt einen Plan Gottes für jede einzelne Nation des Nahen Ostens, und es ist letztendlich ein Plan der Rettung und Erlösung. Lassen Sie uns wie niemals zuvor für diese Lände beten. Der Herr möchte, dass Menschen aus Ägypten, Syrien, dem Irak und dem gesamten Nahen Osten eines Tages mit ihm im Himmel sind. Und Gott will der Region und der ganzen Welt seinen Frieden bringen; das sollte auch unser Ziel und Gebet sein.

Dr. Jürgen Bühler ist der Gesamtleiter der ICEJ in Jerusalem.

Netanjahu begrüßt Initiative von Vater Nadaf

Premierminister Netanjahu hat am Montag den griechisch-orthodoxen Priester Vater Gabriel Nadaf in seinem Büro empfangen. Vater Nadaf wird heftigst von der Islamischen Bewegung in Israel, mehreren arabischer Abgeordneten und der Palästinensischen Autonomiebehörde dafür kritisiert, dass er arabische Christen in Israel zum Wehrdienst und zu anderen Tätigkeiten ermutigt, welche die israelische Gesellschaft stärken. „Der christlichen Jugend muss es möglich sein, in die Armee zu gehen“, sagte Netanjahu. „Ihr seid loyale Bürger, welche das Land verteidigen wollen, und ich ehre und unterstütze Euch. Wir werden Drohungen gegen Euch nicht tolerieren und die Härte des Gesetzes gegen diejenigen anwenden, die Euch verfolgen. Wir werden es nicht zulassen, dass das Land von innen her zerrissen wird. Der Staat Israel und sein Premierminister stehen zu Euch.”

„Unser Ziel ist es, das Heilige Land und den Staat Israel zu beschützen”, sagte Nadaf. „Wir haben die Barriere der Angst durchbrochen – der Staat verdient es, dass wir unseren Teil zu seiner Verteidigung beitragen. Wer sich der Integration der christlichen Gemeinschaft in die staatlichen Einrichtungen entgegen stellt, geht nicht den Weg des Christentums.“

Vater Nadaf ist vom Rat der Orthodoxen Kirche exkommuniziert worden. Die Griechisch-Orthodoxe Kirche steht unter hohem Druck, ihn aus seinem Amt zu entlassen. Naji Abid, Leiter des Orthodoxen Rates in Yafia und Leutnant a.D. Shadi Khaloul, Leiter des Forums für die Einberufung der christlichen Jugend in die Armee, begleiteten Nadaf bei seinem Besuch bei Netanjahu. Statistiken zeigen einen starken Anstieg der Anzahl arabisch-christlicher Israelis, die Wehrdienst oder Zivildienst leisten, trotz heftigen Widerstandes der moslemischen Bevölkerung.

Anschlagspläne gegen ägyptische Regierung aufgedeckt

Islamistische Organisationen sollen geplant haben, General Fattah al-Sisi, den Kopf der vom Militär gestützten ägyptischen Übergangsregierung, zu töten. Das geht aus einem bisher nicht bestätigten Bericht der militärnahen ägyptischen Zeitung El-Watan vom Montag hervor. Nach dem Bericht gehörte die palästinensische Hamas zu den Initiatoren der Anschlagspläne, die weitere Mitglieder der Übergangsregierung im Visier hatte. Auf der Sinai-Halbinsel ist die Gewalt unterdessen wieder aufgeflammt. Al-Kaida-nahe Terrorgruppen und kriminelle Banden liefern sich dort Gefechte mit Regierungstruppen und versuchen gelegentlich, Terroranschläge über die Grenze nach Israel zu verüben. Gleichzeitig halten die Proteste von Islamisten in Kairo an, die eine Wiedereinsetzung des geschassten Ex-Präsidenten Mohammed Mursi verlangen.

Nach einem Bericht des israelischen Nachrichtendienstes Ynetnews entsteht in Ägypten eine dritte Gruppe, die weder die Militärregierung noch die Islamisten unterstützt. Ihre jungen Aktivisten bezeichnen sich als „der dritte Platz“, in Abgrenzung zu zwei großen Plätzen in Kairo, wo sich jeweils Unterstützer des Militärs und der Muslimbrüder versammeln. „Der dritte Platz“, zu dem auch ägyptische Christen zählen, fordert ein faires Gerichtsverfahren gegen Mursi und die Muslimbrüder, ebenso wie ein Ende der durch Menschenrechtsverletzungen gekennzeichneten Herrschaft des Militärs. Obwohl die junge Bewegung bisher nur mehrere hundert Anhänger hat, ist sie optimistisch, etwas bewegen zu können und setzt auf die Macht der Gedanken und Ideen. „Damals 2011, als wir anfingen gegen Husni Mubarak zu demonstrieren, wurden wir als Träumer und Verrückte beschimpft“, sagte Ahmed Nasr (30). „Es geht hier nicht um Zahlen, sondern um die gerechte Sache.“

Syrien: Kein Rebellenangriff auf Assad-Konvoi

Der syrische Informationsminister hat bestritten, dass der Autokonvoi des syrischen Präsidenten Bascher Assad am Donnerstagmorgen in Damaskus von einem Raketenangriff der Rebellen getroffen worden sei. Kurze Zeit nach den ersten Berichten der Rebellen über den Angriff zeigte sich Assad in einer Moschee in Damaskus, er wirkte unverletzt. Nach Angaben der Rebellen sollen jedoch mehrere seiner Begleiter getroffen worden sein. Assad besuchte die Moschee anläßlich des Fastenbrechens zum Ende des Ramadan. Unterdessen mehren sich die Anzeichen, dass der Bürgerkrieg sich immer mehr zu einer religiösen Auseinandersetzung entwickelt. Am Dienstag wurden bei einem Bombenangriff auf den hauptsächlich von Christen und Drusen bewohnten Stadteil Jaramana in Damaskus zehn Menschen getötet und mindestens 50 verletzt. Rebellengruppen verzeichnen gleichzeitig dramatische Siege auf dem Schlachtfeld im Norden des Landes und im Umkreis der Küstenstadt Latakia, einer Hochburg des Regimes. „Diese Siege zeigen den führenden strategischen Einfluss militanter Islamisten, insbesondere im Norden Syriens“, kommentierte Terrorismusexperte Charles Lister vonIHS Jane’s aus London. Hoffnungen auf ein baldiges Ende des blutigen Bürgerkrieges erhielten am Montag einen weiteren kräftigen Dämpfer. Assad erklärte, er werde den Aufstand mit „eisener Faust“ niederschlagen und lehne Verhandlungen mit den Rebellen kategorisch ab.

Rohani will Dialog, wiederholt alte Anschludigungen
Der gerade vereidigte neue iranische Präsident Rohani hat sich am Dienstag zum Dialog mit dem Westen über das umstrittenen iranische Atomprogramm bekannt. Gleichzeitig wiederholte er die üblichen Anschuldigen der islamischen Republik, dass der Westen und Israel für den Streit verantwortlich seien und sich daher um ernsthafte Verhandlungen bemühen müssten. Er belehrte insbesondere die USA darüber, dass Drohungen nicht der richtige Weg seien, sondern „Gesten des guten Willens“ seitens der Amerikaner nötig wären, um zu einer schnellen Lösung der Krise zu gelangen. Während die USA am Sonntag erklärten, die Amtseinführung Rohanis sei „eine Möglichkeit für den Iran, schnell zu handeln, um die großen Sorgen der internationalen Gemeinschaft über das iranische Atomprogramm zu zerstreuen“ und Dialogbereitschaft signalisierten, zeigte sich Jerusalem skeptischer. „Am Freitag hat der iranische Präsident gesagt, dass Israel eine Wunde am Körper der islamischen Welt sei”, erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag. „Der Präsident des Iran ist ausgetauscht worden, doch das Ziel des Regimes ist dasselbe geblieben.“Der Iran wolle eine Atombombe entwickeln, um den Staat Israel zu zerstören. Das stelle nicht nur eine Gefahr für Israel und den Nahen Osten, sondern für die gesamte Welt, dar, sagte Netanjahu. „Wir sind fest entschlossen, dies zu verhindern.“

Israel segnet die Welt

Die gemeinnützige israelische Organisation Beit Issie Shapiro (BIS) aus Ra'anana zeigt, dass Israel bei den Vereinten Nationen nicht vollständig von konstruktiver Mitarbeit ausgeschlossen wird, obwohl viele Staaten versuchen, dieses Forum zu Angriffen auf den Judenstaat zu benutzen. BIS kümmert sich schwerpunktmäßig um die Rechte von Behinderten. 2012 erhielt BIS Beraterstatus im Wirtschafts- und Sozialrat ECOSOC der Vereinten Nationen. Seitdem teilt die Organisation ihre Methoden und Technologien mit vielen Ländern auf der ganzen Welt. „Die UN wird oft für antiisraelische Propaganda kritisiert, doch das Thema Behinderung bringt sehr gegensätzliche Partner zusammen“, erklärte BIS-Direktor Jean Judes. „Beispielsweise arbeiten wir intensiv unter der israelisch-arabischen Bevölkerung, und sind von Eltern und Experten um unsere Hilfe gebeten worden. Wir sind überzeugt, dass alle Kinder mit Behinderungen, wo immer sie auch leben mögen, ein Recht auf Unterstützung haben und auch darauf, Teil der Gesellschaft zu sein. Wir wollen die Welt für Menschen mit Behinderungen zum Besseren verändern.“