Special Reports

Leben im Schatten von Corona

Die zweite Corona-Welle macht unseren geliebten Haifa-Heim-Bewohnern schwer zu schaffen. Viele der Holocaustüberlebenden kämpfen mit Depressionen, da ein Ende der Krise nicht absehbar scheint. Aber wir sind dankbar für Gottes Bewahrung, dass wir bisher keine Corona-Fälle im Heim hatten und auch sonst alle gesund sind – bis auf die altersbedingten Beschwerden. Wir spüren, dass für uns und das Heim gebetet wird, und können Gott nicht genug dafür danken!

Foto: ICEJ, Altenpflegerin Natalia Ochs mit Heimbewohnerin Chaya

Segen in schweren Zeiten

Am Anfang der Corona-Krise hofften wir, bald wieder normal leben zu können. Doch es ist einfach unmöglich, sich an ein Leben mit Masken, sozialer Distanz und wenig Gemeinschaft zu gewöhnen. Das Küchenteam bereitet leckere Mahlzeiten zu, aber alleine ohne Gesprächspartner zu essen ist nicht schön. „Wann werden wir wieder zusammen im Speisesaal essen?“, werden wir oft gefragt. Mit dem zweiten Lockdown kam das Leben erneut zum Stillstand. Unser ICEJ-Team begann wieder, an den Wochenenden zu arbeiten. Regelmäßig besuchen wir jeden einzelnen Bewohner. Es sind schöne, tiefe Beziehungen entstanden. In kleinen und größeren Dingen können wir ihnen helfen und beistehen – das ist der größte Segen inmitten dieser schwierigen Zeit. Unsere freiwilligen Helfer aus Deutschland werden sehr geschätzt. „Ihr arbeitet so hart und tut so viel für uns. Ich liebe die Deutschen, sie sind gute Menschen“, sagte Esti. „Ich schaue nicht auf das zurück, was früher passiert ist.“

Gemeinsam feiern

Die Tanzabende waren immer der Höhepunkt jeder Woche. Die erfreuten Bewohner fühlten sich wieder jung und beschwingt und bekamen dringend benötigte Bewegung. Auf all das müssen wir derzeit verzichten, aber dennoch gibt es Möglichkeiten, in kleinen Gruppen zu feiern. „Wir werden sehen, dass das neue Jahr gut sein wird“, sangen wir bei unseren kleinen Rosch-HaSchana-Partys für die Bewohner. Wir wünschten einander ein gesundes, gutes und süßes neues Jahr, dazu tauchten wir Apfelspalten in Honig. Das war eine große Freude! Auch Geburtstage werden mit ein paar Gästen im Aufenthaltsraum gefeiert. Amram feierte seinen 83. Geburtstag und Chaim sogar 90 Lebensjahre.

Renovierungsfortschritt

Die Renovierung des neuen ICEJ-Gebäudes, in dem pflegebedürftige Heimbewohner untergebracht werden sollen, ist fast abgeschlossen. Wir hoffen, dass die acht Wohneinheiten Ende des Jahres bezogen werden können. Jede hat auch einen eigenen Wohnraum für eine Pflegekraft.


Langfristiges Engagement in den Bereichen Altenpflege und Physiotherapie für das Haifa-Heim gesucht.

Zu den Stellenausschreibungen und dem Bewerbungskontakt.


Bitte beten Sie weiterhin für die Holocaustüberlebenden und helfen Sie uns, sie liebevoll zu versorgen. Als Verwendungszweck „Haifa-Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Neuigkeiten aus dem Haifa-Heim

 

In unserem Haifa-Heim für Holocaustüberlebende liegen Freude und Trauer oft nah beieinander. Die Corona-Krise macht den Bewohnern besonders zu schaffen. Durch Isolation und Alleinsein kehren bei ihnen dunkle Erinnerungen an die Zeit des Holocaust zurück.

Foto: ICEJ, Nahum und Klara

Abschied von Nahum

Mitte Juli ist Nahum, der mit seiner Frau Klara zu den ersten Bewohnern des Haifa-Heimes gehörte, im Alter von 91 Jahren gestorben. Nahum und Klara waren 72 Jahre lang glücklich verheiratet und sein Verlust trifft Klara sehr. Auch alle anderen im Haifa-Heim vermissen den freundlichen, hilfsbereiten Mann. „Wir sind alle sehr traurig, denn wir haben einen guten Freund verloren“, sagte Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin im Haifa-Heim. „Immer grüßte er freundlich, auch im letzten Jahr, als sich sein Gesundheitszustand stark verschlechterte. Nahum war ehrlich und direkt, dieser Mann hatte außergewöhnlichen Mut. Sein Leben lang konnte er nicht über die vielen Grausamkeiten sprechen, die er als Jugendlicher im Holocaust erlebte, die Erinnerungen waren zu schmerzlich und überwältigend. Erst nach und nach erzählte er mir einzelne Begebenheiten.“

Nahum wurde in Belarus (Weißrussland) geboren. Als 13-Jähriger musste er sich sechs Monate lang allein in einem dunklen, unterirdischen Bunker verstecken. Dann schloss er sich den Partisanen an. Seine gesamte Familie sah er nie wieder. Mit 16 Jahren floh er nach Rumänien, wo er die Mutter seiner zukünftigen Frau Klara kennenlernte. Trotz seines jugendlichen Alters brachte er 35 Juden über Griechenland nach Palästina. Dort heiratete Nahum seine große Liebe Klara. Nach der Staatsgründung Israels wurde er ein erfolgreicher Bauunternehmer im Großraum Haifa. Nahum und Klara haben zwei Kinder, Enkel und Urenkel.

Corona-Einschränkungen

Nach der langen Zeit des Corona-Lockdowns in Israel freuten sich die Bewohner sehr, dass sie Ende Mai gemeinsam im Speisesaal Schawuot, das Wochenfest, feiern konnten. Festlich gekleidet genossen die Bewohner ein leckeres Essen, doch der größte Segen war es, Zeit miteinander zu verbringen. Als Rivka hereinkam, weinte sie und sagte: „Das sind Freudentränen! Ich bin so glücklich, alle gesund wiederzusehen.“ Mania hatte eigens für den Anlass ein Gedicht verfasst:

Unser Wiedersehen (von Mania)

„Endlich sehen sich die Haifa-Heim-Bewohner wieder,
Das grässliche Coronavirus sperrte sie zu Hause ein.
Gott sei Dank, der „unwillkommene Besuch” kam nicht vorbei.

Mit Gottes Hilfe ging er an uns vorüber.

Wie erfreulich und schön ist es, wieder Freunde zu treffen.
Speise und Worte miteinander zu teilen.
Wir hoffen auf weitere Begegnungen hier und da,

Auf schöne Ereignisse und Feiern.

Unser Wunsch: Jeder sei gesund, guter Laune und habe Perspektive
In guter Atmosphäre werden wir Erfahrungen teilen.

Willkommene Gäste werden uns wieder mit Freude besuchen.

Wir wünschen Schimon und dem ICEJ-Team,
die von Herzen in allen Dingen für uns sorgten,
Gesundheit und ein dienstbereites Herz, jetzt und alle Zeit.”

Leider währte die Freude des Wiedersehens nicht lange. Seit die Corona-Neuinfektionen in Israel vor einigen Wochen anfingen zu steigen, müssen die Holocaustüberlebenden wieder in ihren Wohnungen bleiben und bekommen dort auch ihre Mahlzeiten serviert. Diese zweite Zeit der Isolation ist hart für sie und die Angst vor dem Virus ist groß. Das ICEJ-Team besucht die Bewohner weiterhin treu jeden Tag, kümmert sich um ihr Wohlergehen, nimmt sich Zeit für Gespräche und hilft bei kleinen und großen Anliegen.

Das Leben feiern

Aufmerksamkeit und Liebe sind gerade in diesen schweren Zeiten besonders wichtig und bewirken Wunder. Im neuen Gemeinschaftsraum konnte unser Team bereits mehrere Bewohner mit kleinen Geburtstagsfeiern überraschen - mit Luftballons, Kuchen und Musik. „Ihr macht mir eine Riesenfreude! Ich fühle mich so geliebt und wertgeschätzt, es ist ein besonderer Tag”, wiederholte Rita wieder und wieder, als sie entdeckte, dass es an diesem Tag nicht nur eine Tasse Kaffee gab, sondern eine Party zu ihrem 86. Geburtstag.

Farbenfrohe Kunst

Im Kunstraum erschaffen einige Bewohner farbenfrohe Kunstwerke. Unsere Kunsttherapeutin Claudia, deren eigene Familie ebenfalls vom Holocaust betroffen ist, hilft ihnen ganz wunderbar. Trotz schwindender Sehkraft kommt Bluma jeden Nachmittag in den Kunstraum, um ihre kreativen Ideen umzusetzen: Sie bastelt eine Aufbewahrungsbox für Medikamente oder erstellt eine Vase für die wunderschönen Blumen, die sie von Freunden geschenkt bekam.

Gebetsanliegen: Bitte beten Sie für Klara, die um ihren Ehemann Nahum trauert, und für alle Haifa-Heim-Bewohner um Frieden, Trost und Geduld, die Isolation erneut durchzustehen. Die monatelange Sondersituation in der Corona-Krise mit vielen Extradiensten geht auch an unseren ICEJ-Mitarbeitern nicht spurlos vorüber. Bitte beten Sie für alle für täglich neue Kraft und Erfrischung.


Langfristiges Engagement in den Bereichen Altenpflege und Physiotherapie für das Haifa-Heim gesucht.

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Ein Korb voll Segen

 

Mitarbeiterinnen der ICEJ-Sozialabteilung sind in den letzten Wochen durch ganz Israel gefahren, um Essenskörbe an Alleinerziehende zu verteilen. Viele von ihnen sind jüdische Mütter, die in kaputten Ehen gefangen sind und sich nicht daraus befreien können, weil religiöse Vorschriften nur den Männern das Recht einräumen, die Scheidung einzureichen.

Foto: ICEJ, ICEJ-Mitarbeiterin Jannie Tolhoek übergibt einen Korb mit Lebensmitteln

Corona-Härtefälle

Wegen der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in Israel in die Höhe geschnellt und viele Familien kämpfen darum, über die Runden zu kommen. Während des Lockdowns nahm häusliche Gewalt zu und etliche wehrlose Frauen und Kinder sahen sich Missbrauch ausgesetzt. Andere erhielten in zerbrochenen Familien keinerlei emotionale oder finanzielle Unterstützung von ihren Ehemännern und Vätern.

Eine Sozialarbeiterin erzählte uns von Batya*, die eine gute Ehe hatte, bis ihr Ehemann eine Zwangsstörung sowie schwere Phobien und Ängste entwickelte. Mit zunehmender Verschlechterung seines mentalen Zustands erlaubte er ihr nicht mehr, die Kinder zu berühren, weil sie in eine Schule gingen, die neben einem Friedhof lag. Er hatte Angst, seine Ehefrau würde dadurch „unrein“ werden. Batya durfte jeden Tag das Mittagessen für ihre Kinder vorbereiten, musste sich aber in ihr Zimmer zurückzuziehen, sobald sie von der Schule nach Hause kamen. Zwei Jahre lang konnte sie ihre Kinder nicht umarmen und weinte alleine in ihrem Zimmer. Schließlich fasste Batya den Mut, diese herzzerreißende Lebensumstände hinter sich zu lassen. Sie erhielt das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder, doch ihr orthodoxer Ehemann weigerte sich, ihr einen Scheidebrief auszustellen. Nun leidet sie an Depressionen sowie schlimmen Minderwertigkeits- und Schuldgefühlen.

Alleingelassen

Nach jüdischem Gesetz entscheiden Rabbinatsgerichte auch heute noch in Israel über Ehe-Angelegenheiten und Ehescheidungen. Demnach bestimmt nur der Mann über eine Scheidung von seiner Frau. Dieser Realität ist es geschuldet, dass viele dieser Frauen, die man als „Agunot“ bezeichnet, in der Gefahr stehen, Missbrauch zu erleiden und in lieblosen und kaputten Ehen gefangen zu sein. Die Frauen können nicht erneut heiraten oder weitere Kinder bekommen, selbst wenn die Männer ihr Leben einfach weiterführen und neue Familien gründen. Zu oft weigern sich Männer außerdem, Unterhalt für ihre Kinder zu zahlen. Umfragen zufolge erhalten 19% der jüdischen Frauen während des Scheidungsprozesses keinen „Get“ (Scheidebrief) – pro Jahr sind das allein in Israel fast 3.000 Frauen. Viele von ihnen fühlen sich durch diese Tortur und den auf sie ausgeübten religiösen Druck alleingelassen und ausgebrannt. Es ist sehr traurig, dass Familien durch Scheidung zerbrechen. Doch es ist gut zu sehen, wie mutig die betroffenen Frauen Hilfe gesucht haben und weiterhin ihr Bestes geben, um ihre Kinder zu schützen und für sie zu sorgen - auch ohne die Hilfe des Vaters.

Segen schenken

Als wir von Stadt zu Stadt und von Haus zu Haus fuhren, um Essenskörbe zu verteilen, fehlten einigen der Agunot-Mütter die Worte, um ihren Dank auszudrücken. So lächelten sie uns einfach dankbar an. Eine Mutter, Ilanit*, erzählte uns ihre schwere Lebensgeschichte. Sie und ihr Sohn Daniel* (12) sind derzeit in Therapie, um emotionale Wunden der Vergangenheit aufzuarbeiten. Trotz allem haben die beiden ein Lächeln auf den Lippen. Unser Essenskorb bereitete ihnen große Freude. Daniel machte sich sofort daran, den Essenskorb zu erkunden, und sprang freudig auf und ab, als er Spaghetti, schwarzen Tee und Schokolade entdeckte – Lebensmittel, die er besonders mag. Auf der Stelle beschlossen sie, an diesem Abend Spaghetti zu essen.

Große Dankbarkeit

Auf dem Weg zum Auto lief Daniel neben uns her und bedankte sich noch immer! Ilanits Glaube und Dankbarkeit waren ebenfalls offensichtlich. Sie sagte: „Es kann nur besser werden! Gott hat einen Plan und wacht über uns. Mein Herz fließt über vor Dankbarkeit dafür, wie gut für mich gesorgt wird.“ Am Ende unserer langen Tour waren auch unsere Herzen voller Dank für die Großzügigkeit unserer christlichen Freunde weltweit. Sie haben es uns trotz eigener Herausforderungen in den vergangenen Monaten ermöglicht, alleinerziehende Mütter in Israel, die Mühe haben, ihre Kinder zu ernähren, zu ermutigen und ihnen praktisch zu helfen.

Lassen Sie uns gemeinsam noch vielen weiteren Israelis wie Ilanit und Daniel Hoffnung bringen! Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

* Namen geändert

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Widerstandskraft in Zeiten der Not

Herzrasen Stellen Sie sich vor, sie wären eine Mutter, die mit ihrem achtjährigen Sohn einen Spaziergang macht. Plötzlich hören Sie schwach eine nur zu bekannte Stimme. Ihr Herz schlägt schneller! Es fühlt sich an wie 1.000 Schmetterlinge im Bauch. Sie wissen, was jetzt kommt. Der leise Klang der Stimme schlägt schnell um in einen Kommandoton: Tseva Adom! Tseva Adom! (Alarmstufe Rot!, wörtlich „Farbe Rot!“) Es bleibt nicht einmal genügend Zeit für die Alarmsirene. Instinktiv wissen Sie, dass eine Rakete im Anflug ist und dass Sie nur einige Sekunden haben, um Schutz zu finden. Aber Ihr Sohn läuft einem noch jüngeren Mädchen auf dem Gehweg nach und sagt: „Mama, Mama, sie wohnt weit weg – ich werde mich um sie kümmern.“ Doch dann fragt er sich „Wer sorgt für mich?“, und kehrt um zu seiner Mutter.

Foto: ICEJ, Mitarbeiter der ICEJ, darunter Nicole Yoder (stehend, 3.v.r.), und des Trauma-Zentrums bei der Einweihung des neuen Schutzraums.

Bedrohung im Alltag Trauriger Weise ist dies eine wahre Geschichte. Tatsächlich ist es die brutale Realität, in der die Bewohner der südisraelischen Region S‘dot Negev jeden Tag leben. S’dot Negev liegt innerhalb der Drei-Kilometer-Zone an der sehr unsicheren Gaza-Grenze. Die Zivilisten dieser Gegend sind mit vielen Bedrohungen konfrontiert: Terrortunnel tauchen hier aus dem Untergrund auf, mit Sprengsätzen bestückte Luftballons fliegen über ihre Köpfe hinweg und die Angst vor Raketenangriffen durch Hamas-Terroristen ist allgegenwärtig. Manchmal werden 300 Raketen an einem Tag auf dieses Gebiet abgefeuert!

Zufluchtsort Das S’dot Negev Resilienz-Zentrum wurde eröffnet, um traumatisierten Familien aus den Ortschaften in der Umgebung einen Ort der Zuflucht und der Heilung zu bieten. Hier werden Kurzzeit-Therapien und Bewältigungsstrategien angeboten, um die seelische Widerstandskraft der mit permanenter Terrorbedrohung lebenden Menschen zu stärken. Esther Marcos, Leiterin des Zentrums, erklärt, dass „Therapie und Behandlung von Folgeerscheinungen, aber auch präventive Maßnahmen“ zum Programm gehören. Der Dienst des Trauma-Zentrums konnte ausgeweitet werden, so dass nun nicht mehr vier, sondern zwölf ausgebildete Therapeuten mit Kindern, Familien und Gruppen arbeiten. Kürzlich kamen auch vermehrt Jugendliche und Männer, die unter Stress leiden.

Hilfe in der Not Das Zentrum musste dringend erweitert werden, doch wurde zuerst ein Schutzraum benötigt, um den Menschen im Falle eines Raketenangriffs Sicherheit zu bieten. Als die ICEJ davon hörte, wurde sie tätig. „Wir spürten die Dringlichkeit zu helfen, als wir hörten, dass unter psychischer Belastung Leidende im Falle eines Raketenangriffs ungeschützt waren, während sie hier Hilfe und Heilung suchten“, erinnerte sich Nicole Yoder, ICEJ-Vizepräsidentin für Soziales und Alijah. Dank einer großzügigen Spende von Dr. Garth und Tina Coone vom christlichen TV-Netzwerk TCT (USA) in Partnerschaft mit der ICEJ-Zweigstelle in den USA konnten wir den benötigten Schutzraum bauen. Er besteht aus einer Stahlpanzerung, die auch einem direkten Raketeneinschlag standhält.

Schutz und Trost Anfang Juni waren ICEJ-Mitarbeiter bei der Einweihung des Schutzraums zugegen, als eine Mesusa am Türrahmen befestigt wurde. Auf einer daneben angebrachten Tafel drückt die ICEJ ihre Hoffnung aus, dass dieser Schutzraum „unseren lieben Freunden in Israel Schutz und Trost spendet“. Nicole Yoder stellte fest, dass die neu gestaltete Einrichtung viel größer und schöner ist, als sie es bei ihrem ersten Besuch war. „Ich erkenne den Ort kaum wieder“, wandte sich Nicole an die Gastgeber. „Es ist wunderbar zu sehen, welche weiteren Änderungen wir dadurch ermöglicht haben, dass wir den Schutzraum gespendet haben. Möge dieser Raum inneren Frieden schenken.“

„Die Kinder und Familien danken euch!”, versicherte Esther Marcos zum Abschluss der Einweihungsfeier. Dank der Unterstützung unserer treuen Spender kann die ICEJ weiterhin Menschen, die im Negev und in ganz Israel leben, segnen.

Bitte helfen Sie uns, Israelis zu segnen, die durch jahrelangen Terror traumatisiert sind. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

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Heimkehr nach Israel in turbulenten Zeiten

Trotz geschlossener Grenzen und Reisebeschränkungen ist in der Corona-Krise eine Tür nach Israel offen geblieben: Alijah, die Einwanderung nach Israel. Juden aus den Nationen kommen weiterhin nach Israel zurück. Durch die Arbeit der ICEJ tragen Christen weltweit auch in dieser turbulenten Zeit zur Erfüllung biblischer Prophetien bei.

Foto: JAFI, Jaroslav und Viktoria freuen sich auf ihre Alijah

Alijah trotz(t) Corona

Unter den jüdischen Neueinwanderern, deren Flüge die ICEJ in der Corona-Krise sponserte, waren auch Jaroslav und Viktoria aus der Ukraine, die in Kürze ihr erstes Kind erwarten. Aufgrund ihrer fortgeschrittenen Schwangerschaft hätte Viktoria die Ukraine in den kommenden Monaten nur schwer verlassen können. Zudem gibt es aus der Region zurzeit keine planmäßigen Flüge. Doch israelische Behörden und unsere Alijah-Partner bei der Jewish Agency haben mit Regierungsbehörden ehemaliger Staaten der Sowjetunion vereinbart, dass wöchentliche Sonderflüge für israelische Staatsbürger sowie jüdische Neueinwanderer nach Israel stattfinden können. Diese Öffnung inmitten der Corona-Krise ist erstaunlich. Die ICEJ ist dankbar, Flüge für jüdische Familien finanzieren zu können.

Neuanfang

Als Jaroslav und Viktoria Mitte April mit einem von der ICEJ gesponserten Flug aus Kiew in Israel ankamen, gingen sie sofort zwei Wochen in Quarantäne. Nun sind sie damit beschäftigt, sich in der zentralisraelischen Stadt Ramla ihr neues Zuhause aufzubauen. Das junge Paar ist seit etwas über einem Jahr verheiratet. „Wir hatten keine Angst angesichts der sich verschärfenden Covid-19-Pandemie“, erklärte Viktoria. „Trotz der Reisebeschränkungen haben wir uns weiterhin darauf vorbereitet, nach Israel zu kommen. Die Unterstützung durch die Alijah-Koordinatoren hat uns dabei sehr geholfen. Ich habe mir so gewünscht, dass unser Kind in Israel geboren wird!“

Sehnsucht

„Seit meiner Kindheit hatte ich das Gefühl, dass der Ort, an dem ich mich befand, nicht der Platz war, an den ich gehörte“, erzählte Viktoria. „Als ich dann älter wurde, entdeckte ich meine jüdischen Wurzeln. Dadurch bestätigte sich dieses Empfinden.“ 2017 besuchte Viktoria erstmals Verwandte in Israel. „Ich spürte: Hier will ich sein, hierher gehöre ich. Eine neue Ruhe erfüllte mein Herz.“

Vorbereitungen

In Kiew fing Viktoria an, Hebräisch-Kurse sowie jüdische Kulturveranstaltungen zu besuchen. Bald darauf lernte sie Jaroslav, die Liebe ihres Lebens, kennen. Die beiden heirateten und Jaroslav unterstützte Viktorias Wunsch, gemeinsamen im jüdischen Heimatland zu leben. „Unsere Flitterwochen in Israel waren unvergesslich und haben uns motiviert, unser Bestes zu geben, um uns als Familie in Israel ein Leben aufzubauen“, erinnerte sich Jaroslav.

Zukunftspläne

„Wir werden in Israel leben, wir werden arbeiten und wollen unseren Kindern ein gutes Leben ermöglichen“, meinte Jaroslav. Während er mit seinen künstlerischen Fähigkeiten beruflich tätig werden möchte, will Viktoria Sprachen studieren. Inmitten der Pandemie hat diese junge Familie gute, hoffnungsvolle Pläne für ihr Leben in Israel. „Wir sind so glücklich, dass wir hier sind, und wir danken jedem, der uns geholfen hat, unseren Traum und unsere tiefe Herzenssehnsucht zu erfüllen!“

Bitte helfen Sie uns, jüdische Familien wie Viktoria, Jaroslav und ihr Baby nach Israel zu bringen. Der Flug inklusive drei Gepäckstücken kostet 440€ pro Person, die zweiwöchige Quarantäne-Unterbringung mit Vollpension 1.085€ pro Person. Verwendungszweck: "Alijah". Herzlichen Dank!

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Häuslicher Pflegedienst der ICEJ hilft in Corona-Krise

 

 

Seit 1996 leistet das Team des Häuslichen Pflegedienstes der ICEJ, das von unserer Krankenschwester Corrie van Maanen koordiniert wird, vielen älteren russischen Einwanderern in Jerusalem wöchentliche Pflegehilfe und emotionalen Beistand. In der Corona-Krise mussten sie zu Hause bleiben und durften keinen Besuch empfangen. Das fiel ihnen sehr schwer, denn jede Woche warten sie sehnsüchtig auf Corrie. Im Laufe der Jahre hat sie vertrauensvolle Beziehungen zu den betagten Einwanderern aufgebaut. (Foto: ICEJ, Besuch des Häusliche-Pflege-Teams während der Corona-Krise.)

 

Isoliert… Von Beginn der Krise an passte sich Corrie den neuen Gegebenheiten an, half und kümmerte sich um viele Bedürfnisse. Das Gefühl, in ihren Wohnungen „eingesperrt“ zu sein, setzte besonders den Älteren sehr zu. Die meisten von ihnen machten im Zweiten Weltkrieg Leidenserfahrungen. Wenn die Erinnerungen mit voller Wucht zurückkehren, verstärken sie das Gefühl der Verlassenheit. „Die Einsamkeit der Isolation ist schlimmer als die Angst vor Ansteckung“, beschrieb es der 94-jährige Zacharia. „In dieser Situation möchten wir ihnen weiterhin nahe sein“, erklärte Corrie. „Wir wollen uns auch jetzt um ihre Bedürfnisse kümmern.“

…aber nicht alleine. Jedes Jahr vor dem Passahfest beschenkt der Häusliche Pflegedienst einige russisch-jüdische Holocaustüberlebende. Die jüdischen Feste bieten eine besonders gute Gelegenheit, diesen wertvollen Menschen Segen und Trost zu spenden. Auch dieses Jahr packten Corrie und ihr Team schöne Passah-Geschenkkörbe mit Matze-Brot, Tee, Schokolade und anderen Leckereien sowie einer ermutigenden Karte. Beim Lesen sagten viele dankbar: „Wir sind nicht allein.“ Außerdem packten wir weitere Essens- und Versorgungspakete zum Passahfest und brachten sie den betagten Einwanderern, um die Corrie sich kümmert. Sie hält Telefonkontakt mit ihnen, um sie zu ermutigen. Außerdem bringt sie ihnen nach Bedarf Lebensmittel und Medikamente an die Tür.

Treppenhaus-Dienst Corrie nennt es ihren „Treppenhaus-Dienst“, weil sie die Wohnungen nicht betreten kann. Stattdessen sitzt sie oft im Treppenhaus und spricht mit den Bewohnern, die wenige Meter entfernt an ihrer Türschwelle stehen. Als Tanya einmal ihre Tür öffnete, konnte sie es kaum erwarten, mit Corrie zu sprechen. Unter Tränen erzählte sie ihr, dass ihr diese Zeit der Isolation solche Angst einjagte, wieder Hunger leiden zu müssen, wie sie es als kleines Kind während des Kriegs in der Ukraine erlebt hatte. Seit Ausbruch des Virus‘ hat Tanya ihre Enkelkinder nicht mehr gesehen. Ihre Tage sind lang und voller Einsamkeit. Die Besuche der Häuslichen Pflege sind ihr in diesen herausfordernden Tagen zum Anker geworden.

In schwerer Zeit „Wenn ein Sturm wie dieses Virus hereinbricht, sind unsere Besuche und Beziehungen zu diesen Menschen noch bedeutsamer“, bekräftigte Corrie. „Es ist ein besonderer Segen, dass wir ICEJ-Mitarbeiter ihnen in einer Zeit wie dieser Hoffnung geben und ihnen versichern können, dass sich der Gott Israels auch in diesen Tagen treu um sein Volk kümmert.“

Bitte unterstützen Sie unseren Liebesdienst für diese älteren Israelis. Als Verwendungszweck bitte „Häusliche Pflege“ angeben, herzlichen Dank!

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Schutzmaßnahmen im Haifa-Heim

„… um dieser Zeit willen ...“ (Ester 4,14) Anfang März hatten wir während des Purim-Festes gerade diesen Vers aus dem Buch Ester gelesen, als die Corona-Krise Israel erfasste. Die Worte klangen in unserem Geist nach und wir spürten, dass Gott uns tatsächlich um dieser Zeit willen berufen hatte.

Foto: ICEJ, Marleen und Naomi freuen sich über die Lockerung der Schutzvorgaben

Vorbereitet

Bevor es offiziell zur Gesundheitsvorschrift wurde, beschlossen wir, öffentliche Orte zu meiden, darunter Einkaufszentren und Läden, und uns auf unsere Wohnungen und die Arbeit zu beschränken. Kurze Zeit später wurden die hochbetagten Bewohner des Haifa-Heimes angewiesen, ihre Wohnungen nicht mehr zu verlassen. Sie durften auch nicht mehr in den Speisesaal kommen, wo sie normalerweise ihre Mahlzeiten gemeinsam einnehmen. Weil wir uns als Team rechtzeitig entschieden hatten, uns freiwillig zu beschränken, waren wir die einzigen, die von Beginn der Corona-Krise an die tägliche Fürsorge für die 70 Holocaustüberlebenden, die im Haifa-Heim leben, übernehmen konnten.

Bleiben und helfen

Zu unserem ICEJ-Team im Haifa-Heim gehören sieben christliche Mitarbeiter und Helfer. Neben meinem Ehemann Will und mir sind das unsere Altenpflegerin Nathalia Ochs, unsere Physiotherapeutin Debora Wanner und drei junge Deutsche, die ein Jahr lang im Haifa-Heim mithelfen. Als sie von der deutschen Regierung wegen der Bedrohung durch das Coronavirus‘  aufgefordert wurden, nach Hause zu kommen, bestanden sie darauf, zu bleiben, um für die Bewohner da zu sein. „Nach Deutschland zurückzugehen war nie eine Option“, sagte Marleen Degen. „Ich bin hier, um den Holocaustüberlebenden zu helfen, besonders in diesen schwierigen Zeiten.“

Täglich im Einsatz

Jeden Tag setzen wir unsere medizinischen Masken auf und ziehen Handschuhe an. Dann besuchen wir jeden Bewohner. Wir unterhalten uns mit ihnen, bringen die Mahlzeiten, führen Pflegemaßnahmen und physiotherapeutische Übungen durch, nehmen kleine Reparaturarbeiten vor, putzen und kümmern uns um das, was sie brauchen. In dieser Zeit konnten wir zu jedem eine tiefere Vertrauensbeziehung aufbauen und ihnen in Liebe begegnen. Die Gemeinschaft ist viel wertvoller für sie, als wir ahnen. Es ist ein wahres Privileg, ihnen auf diese Weise zu dienen!

Mehrmals die Woche prüfen wir Blutdruck und Temperatur der Bewohner. Dankbar können wir berichten, dass alle diese geliebten Holocaustüberlebenden vor einer Virusansteckung bewahrt geblieben und für ihr Alter bei relativ guter Gesundheit sind. „Die letzten Wochen waren wirklich besonders“, sagte Debora. „Ich bin glücklich, dass ich in dieser außergewöhnlichen Zeit hier sein und ihnen so viel wie möglich helfen kann.“

Passahfest ganz anders

Ein traditionelles Passah-Lied fragt: „Warum unterscheidet sich diese Nacht von allen anderen Nächten?“ Dieses Jahr war die Feier auch deshalb anders, weil ganz Israel den Sederabend in Isolation feierte. Normalerweise ist das Passahfest ein großes Familienfest. Besonders für ältere Israelis war es nicht leicht, dass sie es dieses Jahr ohne ihre Familie verbringen mussten. Normalerweise feiern einige unserer Bewohner mit ihren Kindern und Enkeln, während die anderen sich im Speisesaal zu einem gemeinschaftlichen Sedermahl treffen. Doch dieses Jahr mussten alle in ihren Wohnungen bleiben. Wir ermöglichten ihnen dennoch ein besonderes Fest, indem wir jeden besuchten, Geschenke und ein Festessen brachten und ihre liebsten Passahlieder sangen.

Isolation weckt dunkle Erinnerungen

Für einige Holocaustüberlebende, besonders für diejenigen, die unter Demenz bzw. Alzheimer leiden, bringt die Zeit, die sie alleine in ihren Räumen verbringen, dunkle Erinnerungen zurück. Wenn wir Miriam (98) besuchen, erzählt sie immer von ihrer grausamen Jugend, die sie in Ghettos und Nazilagern verbrachte, darunter Auschwitz. Versuchen wir, das Thema zu wechseln, hat sie Schwierigkeiten, diese dunkle Zeit zu verlassen. Doch ein christliches Paar aus Finnland hatte die Idee, uns eine Therapiepuppe zu schicken. Unsere Helferin Kerstin nutzt sie, um Miriam mit diesem „Baby“ eine Freude zu machen und mit ihr zu lachen.

Schnelle Hilfe

Jeden Tag klopfen wir an die Türen unserer Bewohner, um uns mit ihnen bei einer Tasse Kaffee zu unterhalten, ein paar Übungen zu machen und uns um das zu kümmern, was sie gerade brauchen. An einem Schabbat fanden wir Schlomo (94) mit Wintermütze im Bett. Er fror, weil sein Heizgerät ausgefallen war. Will holte sofort eine Leiter und brachte den Heizer wieder zum Laufen. Nach ein paar Pralinen und einer kleinen Unterhaltung verließen wir Schlomo - wieder warm und glücklich. Ein anderes Mal entdeckte eine Helferin, dass Schlomos Blutdruckmessgerät nicht funktionierte. Es benötigte neue Batterien, die schnell ausgetauscht waren. „Gott hat dich heute geschickt, um mir zu helfen“, sagte Schlomo dankbar.

Liebevoller Putzdienst

Neben anderen Aufgaben übernehmen es unsere Helferinnen Kerstin und Marleen, in den Wohnungen der Überlebenden zu putzen und sich fröhlich mit ihnen zu unterhalten. Selbst Wäsche falten machen Spaß, wenn die Bewohner mithelfen. Der hingebungsvolle Einsatz der christlichen Helferinnen hat bei vielen Holocaustüberlebenden einen tiefen Eindruck hinterlassen. „Vor Corona haben wir jeden Abend Karten gespielt, uns zu Tanz und Gymnastik getroffen. Jetzt müssen wir alleine Zuhause sitzen“, erzählte Naomi (86). „Diese Mädchen kommen mit Mundschutz und Handschuhen herein, sitzen ein paar Schritte entfernt und wir haben gute Gespräche. Sie sagen zu mir: ‚Ich liebe dich wie meine Großmutter.‘“

Noch können wir helfen!

Wir haben nicht mehr viel Zeit. Viele Holocaustüberlebende warten darauf, ein liebevolles Zuhause und eine Gemeinschaft wie im Haifa-Heim zu finden. Von Israels Regierung erhalten wir keine Unterstützung. Unser Heim für bedürftige Holocaustüberlebende ist gänzlich auf Spenden angewiesen. Die Bedrohung durch das Coronavirus macht unsere Arbeit noch herausfordernder. Angesichts der wachsenden Bedürfnisse der älter werdenden Bewohner benötigen wir Ihre Hilfe!

Bitte zeigen Sie den hoch geschätzten Holocaustüberlebenden im Haifa-Heim Ihre Liebe durch Ihre Unterstützung. Als Verwendungszweck bitte „Haifa Heim“ angeben, herzlichen Dank!

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Herausforderung Integration in Israel

Äthiopische Juden in Israel haben es nicht leicht. Häufig werden sie diskriminiert, gelten als ungebildet, bedürftig oder unfähig. Die Medien fördern ein negatives Bild der äthiopischen Gemeinschaft, indem sie oft über deren Probleme wie Armut, Kriminalität und häusliche Gewalt berichten. Als ICEJ ist es uns wichtig, unseren äthiopischen Freunden auch in den Jahren nach ihrer Ankunft in Israel beizustehen, damit ihr Heimatland wirklich zu ihrem Zuhause wird.

Foto: ICEJ, Nicole Yoder überreicht Samaon einen Computer für sein Studium

 

Alles ist anders

Äthiopische Neueinwanderer haben mit geringer Bildung, Sprachproblemen und einem enormen kulturellen Umbruch zu kämpfen. Der Wechsel von einer patriarchischen, von Landwirtschaft geprägten Gesellschaft zum Leben in der modernen Hightech-Nation Israel braucht Zeit. Auch die zweite Generation hat mit Bildungslücken zu kämpfen, die Eltern sind teils Analphabeten und können oft nicht helfen.

Mentoren benötigt

Notwendig sind Unterstützung und Mentoren, die junge äthiopische Israelis ermutigen zu träumen und daran zu glauben, dass sie Erfolg haben können. Wenn Integration gelingen und äthiopische Neueinwanderer sich anderen Israelis ebenbürtig fühlen sollen, müssen sie Zugang zu höherer Bildung erhalten, um qualifiziertere Berufe ergreifen und bessere Gehälter bekommen zu können. Davon ist Roni Akele überzeugt, der Bildungsprogramme für äthiopische Jugendliche anbietet: „Wenn sie wichtigere Positionen einnehmen können, dann wird sich die Lücke langsam schließen.“

Kulturelle Barrieren

Kulturelle Missverständnisse erschweren es äthiopischen Israelis, sich im Wettbewerb um gute Arbeitsplätze durchzusetzen. Der Pädagoge Takele Mekonen, der mit der Operation Mose (1984/85) nach Israel kam, erklärte: „In Äthiopien ordnete man sich der Kultur der Ehre unter. Wir wurden gelehrt, keinen Augenkontakt zu suchen, Gefühle nicht zu zeigen, Worte abzuwägen und wenig zu reden. Hier in Israel ist es anders. Man muss selbstbewusst auftreten, Augenkontakt suchen und viel reden. Man muss authentisch über sich sprechen und an sich glauben, sonst ist ein Vorstellungsgespräch schnell vorbei.“ Ezra Warku, Teilnehmer eines ICEJ-gesponserten Seminars für äthiopische Arbeitnehmer, sagte: „Man senkt den Blick als Zeichen der Ehre und des Respekts. Doch in der israelischen Kultur gilt das als Schwachheit.“

Wie die ICEJ hilft

Um diese und andere Schwierigkeiten abzumildern, fördert die ICEJ-Sozialabteilung Bildungsprogramme für äthiopische Juden. Vor zwei Jahren kamen Samaon (27) und seine Schwester Liquitu (24) mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Vater nach Israel. Die ICEJ finanzierte ihre Flüge. Dank der Unterstützung von Christen weltweit können beide an einem intensiven Vorbereitungsseminar für ein Krankenpflege-Studium teilnehmen. Als Direktorin der ICEJ-Sozialabteilung traf ich sie in Beerschewa und übergab ihnen einen Computer für ihr Studium. Überwältigt von der Hilfe sagte Samaon: „Ich möchte euch danken. Würdet ihr uns nicht helfen, wäre unsere Lage sehr schwierig. Dieses Programm ist sehr gut für mich.“ Er betonte, wie wichtig seine Mentoren sind: „Als ich dieses Programm begann, bekam ich Hoffnung. Sie berieten mich und halfen mir, meinen Weg zu finden.“

Bitte helfen Sie uns, äthiopischen Juden nicht nur bei der Einwanderung zu helfen, sondern auch bei der Integration. Durch Bildungsprogramme wollen wir ein gutes Fundament für ihre Zukunft legen, damit sie nicht an den Rand der Gesellschaft abgedrängt werden. Verwendungszweck: „Alijah und Integration“ Vielen Dank!

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ICEJ feiert 30 Jahre Alijah-Flüge

 

Am 26. Mai 2020 durften Mitarbeiter der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem 94 jüdische Neueinwanderer in Tel Aviv begrüßen, die mit einem Charterflug aus Russland in Israel eintrafen. Mit diesem Flug feiert die ICEJ 30 Jahre, in denen sie Alijah-Flüge finanziert hat - seit der erste Flug am 28. Mai 1990 in Israel landete.

 

Foto: ICEJ, Jüdische Neueinwanderer kommen am 28.05.1990 mit dem ersten von der ICEJ gesponserten Flug in Israel an.

 

 

Lasst mein Volk ziehen!

Als die ICEJ 1980 in Jerusalem gegründet wurde, war eine ihrer ersten Initiativen, sich für die Freilassung inhaftierter Juden aus sowjetischen Gefängnissen einzusetzen. Christen organisierten Kundgebungen in Hauptstädten auf der ganzen Welt und forderten: „Lasst mein Volk ziehen!“ Als im Oktober 1989 der Eiserne Vorhang fiel und die Juden die Sowjetunion endlich verlassen durften, war es selbstverständlich, dass die ICEJ dabei helfen würde, sie nach Israel heimzubringen.

 Einige der ersten Leiter der ICEJ, wie z.B. die Direktorin der finnischen Zweigstelle, Dr. Ulla Järvilehto, unterstützten bereits in den 1970er und 80er Jahren christliche Bemühungen, den einzelnen Juden, die aus dem Ostblock fliehen konnten, in Aufnahmezentren in Budapest und Wien zu helfen. Als der Sowjetkommunismus zusammenbrach, öffnete sich die Möglichkeit, russischsprachige Juden in großen Scharen per Flugzeug direkt nach Israel zu bringen.

Der erste Alijah-Flug der ICEJ

Die ICEJ-Deutschland nahm Kontakt mit der Jewish Agency auf und bot an, einen Flug für Sowjetjuden mitzufinanzieren. Kurz darauf erklärte sich die ICEJ-Finnland bereit, die andere Hälfte der Kosten zu tragen. Am 28. Mai 1990 – genau vor 30 Jahren – landete ein von der ICEJ finanzierter Charterflug mit hunderten russischen Juden auf dem Ben-Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Dies war der erste Alijah-Flug, der vollständig von Christen gesponsert wurde – ein Meilenstein in der Geschichte der ICEJ.

Eine Delegation der ICEJ wartete gespannt auf dem Rollfeld darauf, diese aus dem Exil zurückkehrenden Juden in ihrem neuen Zuhause begrüßen zu dürfen. Dieses Ereignis war die Erfüllung der biblischen Prophetie, dass das jüdische Volk eines Tages aus dem „Norden” ins Land Israel zurückkehren würde und dass die Nationen sie dabei unterstützen würden (vgl. u.a. Jesaja 43,6; 49,22-23; 60,4-16; Jeremia 31,8).

Jubiläum auf dem Rollfeld

Zu Beginn dieses Jahres planten wir, auf die Woche genau ein Flugzeug mit russischen Juden nach Israel zu bringen, um das 30-jährige Jubiläum des ersten Alijah-Flugs zu feiern. Dann jedoch brach die Covid-19-Pandemie aus und weltweit wurden Reisebeschränkungen verhängt. Es schien, als sei die Alijah zum Erliegen gekommen. Doch zu jedermanns Überraschung nahm das Interesse an Alijah zu. Israelische Beamte und Mitarbeiter der Jewish Agency fanden kreative Lösungen, um die Tür für heimkehrende Juden auch in dieser Zeit offenzuhalten.

Mit dem Flug am 26. Mai 2020 kamen Juden aus verschiedenen ehemaligen Sowjetrepubliken. Viele mussten zuvor Zubringerflüge nehmen oder große Entfernungen mit dem Auto oder Zug zurücklegen – und auch hierbei half die ICEJ. Da Alijah bedeutet, dauerhaft in ein neues Land umzuziehen, übernahm die ICEJ auch die Kosten für zusätzliche Gepäckstücke. Und da bei der Einreise nach Israel weiterhin strenge Gesundheitsregeln gelten, übernimmt die ICEJ auch die Kosten für die Unterbringung während der obligatorischen zweiwöchigen Quarantäne.

Bewegende Lebensgeschichten

Viele dieser jüdischen Olim (Neueinwanderer) können bewegende Geschichten darüber erzählen, wie sie ihr Lebensweg nach Israel führte. So wurden zwei jungen Schwestern, die während der bürgerkriegsähnlichen Zustände Anfang der 1990er Jahre aus Georgien flohen, inmitten des Chaos und der Eile getrennt. Sie sahen sich nie wieder und dachten beide, die jeweils andere sei tot. Letztes Jahr nahm der Sohn der einen Schwester die Suche nach seiner Tante auf. Mithilfe der sozialen Medien fand er heraus, dass sie wohlbehalten in Ariel (Samaria) lebte. Er saß in dem Flug, der diese Woche in Israel landete, seine Mutter wird bald nachkommen – in Israel werden dann alle nach fast dreißig Jahren wiedervereint sein.

Alijah-Einsatz der ICEJ

Einschließlich des Flugs Ende Mai hat die ICEJ nun die Flugkosten für 855 jüdische Neueinwanderer, die in den letzten drei Monaten während der Corona-Krise nach Israel kamen, finanziert. Seit dem ersten Alijah-Flug im Mai 1990 hat die ICEJ mehr als 300 weitere Flüge für Juden, die nach Israel heimkommen, gesponsert. Im Laufe der letzten 40 Jahre hat die ICEJ nun rund 160.000 Juden unterstützt, die Heimreise nach Israel zu machen – neben der Übernahme von Flugkosten auch durch Hilfe bei der Anreise zum Flughafen, Förderungsmittel für bedürftige Familien, Hebräisch-Unterricht, Alijah-Seminare, Messen und Jugendcamps und so vieles mehr.


Noch viele weitere Juden warten darauf, nach Israel heimzukehren. Das Interesse an Alijah nimmt zu – trotz oder in vielen Fällen gerade wegen Corona. Bitte helfen Sie uns, die Alijah-Arbeit fortzusetzen! Als Verwendungszweck bitte „Alijah“ angeben, herzlichen Dank.

 

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Antisemitismus nimmt zu

75 Jahre nach dem Holocaust fühlen sich Juden in Deutschland nicht mehr sicher. Viele sehen sich angesichts des zunehmenden Antisemitismus allein gelassen und einige denken bereits über Auswanderung nach – Tendenz steigend. Medienberichten zufolge ist dies auf die empfundene Tatenlosigkeit von Politik und Gesellschaft zurückzuführen. So folgten auf antisemitische Vorfälle, wie z.B. den versuchten, jedoch gescheiterten Massenmord in der Synagoge in Halle (Saale) am Jom Kippur 2019, Verurteilungen und Beschwichtigungen, jedoch kein entschiedenes und vor allem wirkungsvolles Handeln.

Foto: Unsplash, Symbolbild

Die Lage in Europa

Auch in anderen europäischen Ländern fragt sich eine wachsende Zahl von Juden, ob sie in ihrem Land noch willkommen sind. Seit 2015 erschütterten zahllose Antisemitismus-Skandale die britische Labour-Partei. Immer wieder werden Juden in Frankreich Opfer antisemitisch motivierter Gewalttaten. Der Umgang von Politik, Medien und Justiz im Fall der 2017 ermordeten 65-jährigen Sarah Halimi sorgt bis heute für Kontroversen. Ein Berufungsgericht in Paris urteilte im Dezember 2019, der islamistische Attentäter habe zwar aus antisemitischen Motiven gehandelt, sei jedoch zum Tatzeitpunkt unzurechnungsfähig gewesen, da er Marihuana konsumiert hatte.

Beim Karnevalsumzug in Aalst (Belgien) im Februar 2020 sorgten antisemitische Darstellungen für weltweite Empörung. So wurden u.a. orthodoxe Juden als Insekten dargestellt. Bereits im Vorjahr forderten zahlreiche Kritiker ein Verbot antisemitischer Darstellungen, nachdem verstörende antisemitische Klischees bedient worden waren. Ein Verbot ist jedoch nicht in Sicht.

Zunehmender Antisemitismus in den USA

In den USA nimmt der Antisemitismus ebenfalls zu. In New York City, wo gut1,1 Millionen Juden leben, machten 2019 antisemitische Straftaten über die Hälfte aller Hassdelikte aus. Im Dezember starben bei einem antisemitischen Anschlag in Jersey City drei Menschen. Während einer Chanukka-Feier in Brooklyn verletzte ein Attentäter fünf Menschen mit einer Machete, einen von ihnen tödlich. „Es ist nicht mehr sicher, sich im Staat New York als orthodoxer Jude zu erkennen zu geben“, warnen jüdische Lokalpolitiker.

Digitale antisemitische Übergriffe

Auch in der Corona-Krise bleiben jüdische Organisationen, Schulen und Synagogen nicht von antisemitischen Übergriffen verschont. So störten Antisemiten am 20. April eine Videokonferenz der israelischen Botschaft in Berlin anlässlich des israelischen Holocaustgedenktages Jom HaSchoah, indem sie u.a. nationalsozialistische und pornografische Bilder zeigten und antisemitische und antiisraelische Slogans skandierten. Auch in anderen Ländern, wie den USA, Großbritannien und Argentinien ereigneten sich dutzende Angriffe auf Onlineveranstaltungen.

Steigende antisemitische Gewalt

In einem am 20. April 2020 veröffentlichten Bericht weist das Kantor-Zentrum der Universität Tel Aviv auf einen weltweiten Anstieg antisemitischer Gewalt um 18% im Vergleich zum Vorjahr hin. 122 der 456 bekannten Fälle ereigneten sich in Großbritannien, 111 in den USA. Deutschland und Frankreich verzeichneten jeweils 41, Australien 33 Gewaltakte. 37% der Handlungen richteten sich gegen Personen.

Verschwörungstheorien zu Covid-19

Dr. Mosche Kantor, Vorsitzender des European Jewish Congress(EJC), berichtete von einem erheblichen Anstieg antisemitischer Verschwörungstheorien seit Ausbruch der Covid-19-Pandemie. Es handle sich um „Anschuldigungen, dass Juden hinter der Ausbreitung des Virus stünden oder direkt davon profitierten.“ Die Anschuldigungen seien eindeutig ein „Wiederaufleben mittelalterlicher Ritualmordlegenden.“

Zunehmende Wissenslücken, erschreckende Ansichten

Auch beim Holocaustgedenken gibt es besorgniserregende Entwicklungen. In Studien, die die Jewish Claims Conference (JCC) in den letzten zwei Jahren in Frankreich, Österreich, Kanada und den USA durchgeführt hatte, wussten über 50% der Befragten nicht, wie viele Juden im Holocaust ermordet wurden. Bei jungen Leuten lag der Anteil höher. Zudem waren 20% der französischen Millennials der Meinung, antisemitische Ansichten zu hegen sei akzeptabel.

In einer im Dezember und Januar in 16 europäischen Ländern durchgeführten Studie der Action and Protection League Europe (APLE) gab jeder fünfte Befragte an, dass eine „jüdische Verschwörung“ die Welt beherrsche. Außerdem stimmte ein Fünftel der Aussage zu, Juden würden den Holocaust für andere Zwecke ausnutzen.

Dem Antisemitismus entgegenwirken

Insbesondere nach dem Grauen des Holocaust sind dies erschreckende Entwicklungen in unserer Zeit, denen wir entgegenwirken müssen. Helfen Sie mit, unsere einzigartige christlich-jüdische Partnerschaft mit der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem zu fördern, um die Erinnerung an die Opfer und Überlebenden des Holocaust aufrecht zu erhalten und aktiv gegen den weltweit wachsenden Antisemitismus vorzugehen.

Bitte helfen Sie, würdiges Gedenken, Holocaust-Studien und den Kampf gegen Antisemitismus zu unterstützen. Als Verwendungszweck bitte „Yad Vashem“ angeben, herzlichen Dank!

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An vorderster Front im Kampf gegen Antisemitismus

Lesen hier eine aktuelle Meldung zu unserer christlich-jüdischen Partnerschaft mit der Holocaustgedenkstätte Yad Vashem.


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