Eine neue Reformation

Die Hinwendung der Kirche zu ihren jüdischen Wurzeln

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19 Okt 2021
Eine neue Reformation

Manchmal führt Reformation zur Aufdeckung alter Wahrheiten und Glaubenslehren, die die ganze Zeit über in der Heiligen Schrift enthalten waren, aber nie Teil unserer geistlichen Tradition wurden. Heute benötigt die Kirche eine neue Welle der Reformation, und diese hat mit Israel zu tun.

Foto: Pixabay, Bibelstudium, Symbolbild

Reformation in der Bibel

Das Wort Gottes berichtet von verschiedenen Zeiten der Reformation in der Geschichte des Volkes Israel. Männer Gottes wurden die ganze Bibel hindurch von Gott gebraucht, um im Volk Gottes entscheidende Reformen zu bewirken. Immer wenn die Israeliten sich von Gott entfernten, wurden sie benötigt. In solchen Zeiten standen die geistlichen Führer des Volkes (Priester und Propheten) oft dem moralischen Verfall des Volkes Gottes gleichgültig gegenüber oder spielten darin sogar eine unterstützende Rolle.

Aber wenn die Reformer Gottes Willen im Volk wieder herstellten, veränderte das nicht nur sein Denken, sondern, was viel wichtiger ist, sein Herz und sein Verhalten. Die ganze Nation begann, Gott zu suchen (2. Chronik 15,12). In der Konsequenz begann Gott, sein Volk wieder zu segnen, und Israel erlebte Zeiten des Friedens, der Sicherheit und des Wohlstands. Reformation ist nicht nur eine Zeit individueller Umkehr. Sie hat immer Auswirkungen auf das ganze Volk Gottes. 

Reformation in der Kirchengeschichte

Die Kirche durchlief auch verschiedene Phasen der Reformation und entdeckte alte Wahrheiten neu. Eine davon war die Wiederentdeckung des Aufrufs zur Weltmission. Jahrhundertelang hatte die Kirche keine große Vision für die verlorenen und oft unzivilisierten Volksstämme der Welt. Das änderte sich, als Herrnhuter Brüder und Väter des Pietismus wie Philipp Jacob Spener und Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf ihre Heimatländer verließen, um Missionare in weit entfernten Ländern zu werden. Sie wurden zu Reformern, indem sie der Kirche die Vision für Weltmission wiedereröffneten.

Ende des 18. Jahrhunderts gingen Missionare wie William Carey nach Indien, Hudson Taylor gründete die „China Inland-Mission” und David Livingstone trug das Christentum in das Herz von Afrika, das bis dahin noch auf keiner Landkarte verzeichnet war. Mitte des 19. Jahrhunderts wurde Weltmission ein fester Bestandteil der Kirche. Heutzutage kann man sich kaum eine örtliche Gemeinde ohne ein Missionsprogramm vorstellen.

Die protestantische Reformation

Ein großer Teil unseres westlichen Ethik-Kodexes und unserer Kultur basiert auf den reformatorischen Kräften, die vom 16. bis zum 18. Jahrhundert Europa beeinflussten. In noch größerem Ausmaß wirkten sie sich in der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika aus. Es ist schwer, den Einfluss Martin Luthers auf die Kirche zu unterschätzen. Es waren nicht nur seine theologischen Reformen, die das Christentum im Mittelalter auf spektakuläre Weise veränderten, viel maßgeblicher war die Tatsache, dass er den Gläubigen die Bibel in ihrer eigenen Muttersprache wieder zurück in ihre Hände gab. Die weitverbreitete Verfügbarkeit der Bibel sollte alles verändern.

Nichtsdestotrotz gab es einen Riss im Fundament der protestantischen Reformation. Viele Theologen lehrten, Gott habe die Juden aufgegeben, die nun als ein Volk unter einem Fluch stünden. Sie behaupteten beharrlich, die Kirche habe Israel abgelöst und dass es keine nationale Bestimmung für die Juden mehr gäbe. Jede andersartige Anschauung wurde brutal unterdrückt. Als Francis Kett 1589 als einer der ersten Geistlichen offen über die verheißene Wiederherstellung Israels schrieb, wurde er wegen seines Glaubens auf dem Scheiterhaufen verbrannt.

Neue Reformation: Hinwendung zu Israel

Heute sehe ich eine neue Welle der Reformation auf die Kirche zukommen, die mit Israel zu tun hat. Die urchristliche Erkenntnis von den beständigen Absichten Gottes mit Israel und unserer Verbindung zum jüdischen Volk müssen der breiten Masse der heutigen Christenheit wieder in Erinnerung gerufen werden. 1900 Jahre lang hat niemand gefragt: „Wie sollen wir mit der Rückkehr der Juden in ihr altes Heimatland umgehen?” Aber heutzutage muss diese Frage gestellt werden. Die kommenden Jahre werden sicherlich zu den spannendsten Zeiten der Kirchengeschichte gehören, da wir in der Zeit der bisher nicht dagewesenen Wiederherstellung des jüdischen Volkes leben.

Mit wenigen Ausnahmen brachten die meisten Kirchen in der Vergangenheit nur wenig Verständnis für Israel oder das jüdische Volk auf. Ich denke, dass es in den kommenden Jahrzehnten kaum eine Kirche geben wird, die keine Verbindung zu Israel hat, und dass ein Segens-Budget für Israel genauso selbstverständlich für eine Kirche werden wird wie ihr Missions-Budget für die Nationen der Welt.

Von der Bibel inspiriert

Wenn wir betrachten, was die Apostel den nichtjüdischen Gemeinden in der Welt über ihr Verhältnis zum jüdischen Volk lehrten, werden wir herausfinden, dass die Schrift sich ziemlich klar ausdrückt, wie die Kirche sich heutzutage gegenüber Israel verhalten soll. Der Apostel Paulus erklärt der Gemeinde in Rom: „So rühme dich nicht gegenüber den Zweigen. Rühmst du dich aber, so sollst du wissen, dass nicht du die Wurzel trägst, sondern die Wurzel trägt dich.” (Römer 11,18) Das bedeutet, dass nichtjüdische Christen die jüdischen Wurzeln ihres Glaubens nicht zurückweisen oder verhöhnen dürfen, sondern sie vielmehr nähren sollen, so wie man die Wurzeln eines Baums nährt.

Die Briefe des Neuen Testamentes betonen stark die ewige Berufung Israels. Paulus machte es den Gläubigen aus den Nationen klar, dass das jüdische Volk alles Notwendige für unsere Beziehung zu Gott zur Verfügung stellte. Die Bibel ist ein jüdisches Buch, wir dienen einem jüdischen Messias und es waren jüdische Apostel, die das Evangelium zu den Nationen der Welt brachten. Deshalb erklärt Paulus, dass die Gläubigen aus den Nationen Schuldner gegenüber Israel sind.

Wiederverbindung der Kirche mit ihren jüdischen Wurzeln

Die Zeit ist reif für eine Reformation, die die Kirche wieder mit ihren jüdischen Wurzeln verbindet, so wie die Vision für Weltmission in der Kirche erneuert wurde. Wir können es uns nicht länger leisten, Israel zu ignorieren. Dies muss von jeder Kanzel gelehrt werden und ein integraler Bestandteil der Aktivitäten, Gebete und Spenden jeder Kirche werden. Jetzt ist die Zeit für Reformation! Achten Sie darauf, dass Sie bei dieser historischen Entwicklung mit von der Partie sind!


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