„Marsch der Lebenden“ von Auschwitz nach Birkenau

ICEJ-Nachrichten vom 30. April 2019

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30 Apr 2019 (All day)
„Marsch der Lebenden“ von Auschwitz nach Birkenau

Diese Woche Donnerstag findet in Polen der traditionelle „Marsch der Lebenden“ von Auschwitz nach Birkenau statt. Der Marsch wird von Holocaustüberlebenden angeführt und wird jährlich seit 1988 am israelischen Holocaustgedenktag, dem Jom HaSchoah, durchgeführt. Insgesamt werden über 10.000 jüdische und nicht-jüdische Teilnehmer aus aller Welt, darunter tausende junge Leute, zu dem Gedenkmarsch vom ehemaligen deutschen Konzentrationslager Auschwitz zum Vernichtungslager Birkenau erwartet. In diesem Jahr wollen auch rund 30 UN-Botschafter teilnehmen. Unter ihnen sind Vertreter aus Kenia, Nicaragua, Guatemala und Honduras. Die Delegation der UN-Diplomaten wird vom israelischen UN-Botschafter Danny Danon geleitet. (Foto: ICEJ)

 

 

Knesset-Abgeordnete in Jerusalem vereidigt

Am heutigen Dienstag sind die 120 Abgeordneten der 21. Knesset (Israelisches Parlament) in Jerusalem vereidigt worden. Unter ihnen sind auch 46 Politiker, die zum ersten Mal in die Knesset gewählt wurden. Die arabischen Abgeordneten verließen den Saal, bevor die israelische Nationalhymne „HaTikwa“ (die Hoffnung) gesungen wurde. Israels Präsident Reuven Rivlin forderte die Parlamentarier auf, „die Schwerter des Wahlkampfs beiseite zu legen“. Es sei ein großes Privileg, Knesset-Mitglied zu sein und dem Volk zu dienen, auch als Teil der Opposition, erklärte Rivlin. „Es ist eine große Verantwortung. Ihr habt die Öffentlichkeit um ihr Vertrauen gebeten und nun, da ihr es habt, müsst ihr das in euch gesetzte Vertrauen auch rechtfertigen.“ Juli Edelstein wurde zum dritten Mal zum Knesset-Sprecher gewählt. Viele Abgeordnete brachten ihre Familien zu der feierlichen Eröffnungszeremonie mit.

 

Westjordanland: Palästinensischer Mob bedrängt Christen

Einwohner des überwiegend von Christen bewohnten Dorfes Jifna im Westjordanland (Judäa und Samaria) nahe Ramallah sind am Sonntag von einem palästinensischen Mob bedrängt worden, der von einem ranghohen Mitglied der im Palästinensischen Autonomiegebiet herrschenden Fatah-Partei angeführt wurde. Dem Vorfall ging eine Auseinandersetzung zwischen einer Dorfbewohnerin und dem Sohn des Fatah-Führungsmitglieds voraus. Nachdem die Dorfbewohnerin den Sohn, der sie und ihre Kinder während einer Autofahrt durch das Dorf bedroht hatte, bei der Polizei der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) anzeigte, kam der Vater des Angezeigten mit bewaffneten Männern aus dem palästinensischen Ort Al-Amari in das christlich-geprägte Dorf. Die Angreifer schossen in die Luft, warfen Molotowcocktails und Steine auf die Häuser. Sie forderten, die Christen sollten als „Dhimmis“ (Nichtmuslime unter islamischer Herrschaft) eine Kopfsteuer zahlen. Auf die Notrufe der Bewohner reagierte die palästinensische Polizei erst nach drei Stunden. Es gab keine Berichte über Verletzte. Laila Ghanem, die Gouverneurin des Distrikts Ramallah, verurteilte den Überfall.

 

Antisemitismus in den USA: tödliche Schüsse in Synagoge

Als „Angriff auf das Herz des jüdischen Volkes“ hat Israels Premierminister Benjamin Netanjahu am Sonntag den Anschlag auf eine Synagoge im US-Bundesstaat Kalifornien bezeichnet. Am Samstag, dem letzten Tag des Passahfestes, waren eine 60-jährige Frau getötet und vier weitere Personen verletzt worden, darunter der Rabbiner der Gemeinde und ein achtjähriges Mädchen. Der 19-jährige rechtsradikale Attentäter, der im Internet Hass auf Juden als Motiv für seine Tat nennt, konnte auf der Flucht verhaftet werden. Augenzeugen zufolge wurde die 60-jährige Synagogenbesucherin erschossen, als sie sich schützend in die Schussbahn vor den bereits zuvor vom Attentäter verwundeten Rabbiner warf. Der Rabbiner und ein ebenfalls angeschossener 31-jähriger Mann aus Israel brachten trotz ihrer Verwundungen noch die Kinder der Gemeinde in Sicherheit. Erst vor einem halben Jahr waren bei einem Anschlag in einer Synagoge in Pittsburgh elf Menschen getötet worden. Die „New York Times“ entschuldigte sich unterdessen nach dem Anschlag für eine antisemitische Karikatur, die zwei Tage vor dem Anschlag in der Zeitung veröffentlicht worden war. In der Karikatur wird Israels Premierminister Benjamin Netanjahu als Blindenhund mit Davidstern an der Hundekette dargestellt, der US-Präsident Donald Trump führt. Die New York Times erklärte, es sei eine „Fehleinschätzung“ gewesen, die Karikatur zu veröffentlichen, die antisemitisch und „beleidigend“ sei. Der Zeichner Antonio Moreira Antunes behauptete, er habe nur die „israelische Politik kritisieren“ wollen und sein Werk sei nicht antisemitisch gemeint.