Anschlag auf dem Tempelberg, Angriffe am Gaza-Grenzzaun

ICEJ-Kurznachrichten vom 12. März 2019

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12 Mär 2019 (All day)
Anschlag auf dem Tempelberg, Angriffe am Gaza-Grenzzaun

Auf dem Tempelberg in Jerusalem sind am Dienstag israelische Polizisten von palästinensischen Terroristen mit einer Brandbombe beworfen worden. Ein Polizist erlitt dabei schwere Verletzungen. Nach dem Anschlag wurden alle Zugänge zum Tempelberg geschlossen, der Platz wurde geräumt. Am Wochenende gab es erneut Angriffe am Gaza-Grenzzaun. Am Samstag feuerten Terroristen der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Terrororganisation Hamas eine Granate auf die Region Eschkol im Süden Israels ab. Es war bereits die dritte Granate seit letzte Woche Mittwoch. Außerdem wurden wieder Ballons mit Sprengsätzen und Brandbomben auf israelisches Gebiet geschickt, ein israelisches Dorf nahe der Grenze wurde vom Gazastreifen aus mit einem Sturmgewehr beschossen. Als Reaktion auf die Angriffe flog die israelische Luftwaffe mehrere Einsätze gegen Stützpunkte der Hamas im Gazastreifen. Seit einigen Wochen nehmen die gewalttätigen Proteste am Grenzzaun deutlich zu. Inzwischen gibt es fast täglich Ausschreitungen, oft auch nachts. An der Nordgrenze Israels droht indes Syriens Präsident Baschar Assad mit Angriffen, sollte Israel sich nicht von den Golanhöhen zurückziehen. Israel kontrolliert das strategisch wichtige Gebiet seit dem Sechstagekrieg 1967. Von den Golanhöhen aus könnten selbst schlecht gebaute Raketen bis weit ins Landesinnere geschossen werden.  (Foto: Israelische Polizei, Polizisten auf dem Tempelberg in Jerusalem)

 

Flugzeugabsturz in Äthiopien: Israelisches Hilfsteam vor Ort

Freiwillige Mitglieder der israelischen Hilfsorganisation Zaka sind seit heute vor Ort an der Absturzstelle der am Sonntag verunglückten Boing 737 der Ethiopian Airlines. Wenige Minuten nach dem Start vom Flughafen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba stürzte das Flugzeug ab und zerschellte in einem Feld. Das Zaka-Team hilft bei der Identifizierung der Opfer. Bei dem Absturz kamen alle 157 Passagiere ums Leben, darunter auch zwei Israelis. Die Hilfsorganisation Zaka ist auf die Bergung und Identifizierung der sterblichen Überreste von Unfall- und Terroropfern spezialisiert.

 

PA: Schtaje neuer Regierungschef

Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hat seinen engen Vertrauten Mohammed Schtaje am Sonntag zum neuen Regierungschef der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) ernannt. Wie Abbas gehört auch Schtaje der Fatah-Partei an. Der 61-Jährige soll nun binnen drei Wochen ein neues Kabinett zusammenstellen. Der vorherige, parteiunabhängige Regierungschef Rami Hamdallah hatte im Januar zusammen mit allen Ministern seinen Rücktritt eingereicht, als Reaktion auf Abbas' Machtkampf-Politik gegen die Hamas. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Terrororganisation Hamas wurde in die Ernennung nicht eingebunden und kündigte an, eine neue Regierung nicht anzuerkennen. Die Hamas wirft Abbas vor, eine Trennung von Gazastreifen und Westjordanland vorzubereiten. Offiziell soll Schtaje nun auch allgemeine Wahlen im Palästinensergebiet organisieren, doch dass freie Wahlen in absehbarer Zeit tatsächlich stattfinden, wird von Insidern bezweifelt. Die letzten Parlamentswahlen fanden 2006 statt. Die Amtszeit von Abbas endete offiziell bereits vor zehn Jahren. Es wird vermutet, dass der gesundheitlich angeschlagene 83-jährige Abbas seinen ehemaligen Berater Schtaje als Nachfolger etablieren will. Schtaje wurde in Nablus geboren. Er promovierte in England in Ökonomie und war bereits zweimal Minister. Auch die neue Regierung werde Terroristen und deren Familien finanziell unterstützen, kündigten PA-Vertreter bereits an. Weil Israel den Betrag, den die PA zur Förderung des Terrorismus investiert, von den Steuereinnahmen abzieht, die an die PA überwiesen werden, zahlt die PA ihren Mitarbeitern derzeit nur 50 Prozent der Gehälter. Den Internationalen Frauentag am Freitag nutzte die PA, um Terroristinnen, die bei Selbstmordanschlägen starben, als Märtyrinnen zu feiern.

 

Israels Beitrag für den Eurovision Song Contest

Der jüdische Staat wird beim Eurovision Song Contest (ESC), der am 18. Mai 2019 in Israel stattfinden wird, von Sänger Kobi Marimi mit dem Lied „Home“ (Zuhause) vertreten. Die melancholische Ballade wurde am Sonntag vorgestellt. Hier geht's zum Probehören.
Die israelische Sängerin Netta Barzilai gewann 2018 mit ihrem Song „Toy“ den ESC in Portugal. Da das Land des Gewinners Gastland des nächsten ESC wird, findet der Wettbewerb dieses Jahr in Israel statt. Bemühungen der anti-israelischen BDS-Bewegung (Boykott, Kapitalentzug, Sanktionen), die verhindern wollte, dass der ESC in Israel stattfindet, scheiterten. Als Veranstaltungsort setzte sich Tel Aviv gegen Jerusalem, Haifa und Eilat durch.

 

Weltverfolgungsindex: Christen in Palästinensergebieten bedroht

Der neue Weltverfolgungsindex 2019 der Organisation Open Doors ist am Freitag in den israelischen Medien vorgestellt worden. In der Rangliste der 50 Länder, in denen Christen die stärkste Verfolgung wegen ihres Glaubens erleben, sind auch die Palästinensergebiete vertreten – auf Platz 49. Auf Platz eins liegt Nordkorea, gefolgt von Afghanistan und Somalia. Auch alle übrigen Staaten im Nahen Osten sind im Index aufgeführt, einzig das Kerngebiet von Israel bietet echte Religionsfreiheit. Laut Index-Bericht sind Christen in den gesamten Palästinensergebieten von islamischer Unterdrückung betroffen. Die Unterdrückung im Gazastreifen, wo die islamistische Terrororganisation Hamas herrscht, ist jedoch deutlich höher als im Westjordanland (Judäa und Samaria). Der Import christlicher Literatur ist in beiden Gebieten problematisch. Besonders gefährdet sind Gläubige, die vom Islam zum Christentum konvertieren. Christinnen sind besonders bedroht. Es wird von Zwangsverheiratung konvertierter Christinnen mit muslimischen Männern berichtet. Auch erhält bei Scheidungen nie der christliche Partner das Sorgerecht, da ein großer Teil des Familienrechts von der Scharia bestimmt wird und Christen als minderwertig gelten. Der Bericht zeigt, dass es in den Palästinensergebieten trotzdem wenig Einigkeit gibt zwischen traditionellen und evangelikalen Kirchen – auch nicht im Blick auf Israel. Die meisten palästinensischen Christen, die traditionellen Kirchen angehören, lehnen Israel ab. Die Evangelikalen hingegen werden im Allgemeinen als zionistisch und israelfreundlich gesehen.