Bericht: Hamas plant Anschläge gegen Israel aus der Türkei

ICEJ-Nachrichten vom 19. Dezember 2019

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19 Dez 2019
Bericht: Hamas plant Anschläge gegen Israel aus der Türkei

Die radikalislamische Terrororganisation Hamas baut ihr Netzwerk in der Türkei aus und plant dort Terroranschläge gegen Israel. Das berichtete die britische Zeitung The Telegraph am Dienstag unter Berufung auf Verhörprotokolle der israelischen Polizei. Mindestens elf hochrangige Hamas-Mitglieder leben inzwischen in Istanbul, unter Duldung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Zusätzlich seien dutzende Hamas-Terroristen im vergangenen Jahr nach Istanbul gezogen und stünden in regelmäßigem Kontakt zum türkischen Geheimdienst, schreibt The Telegraph. Anfang 2019 habe der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet Anschläge gegen israelische Politiker und den israelischen Polizeichef vereitelt, die in der Türkei geplant worden seien. Yuval Rotem, Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, forderte die Türkei am Mittwoch auf, ihre “Unterstützung der Hamas-Tätigkeiten sofort zu beenden und die Hamas-Zentrale in Istanbul zu schließen.” Hamas und Türkei streiten die Vorwürfe ab. Die türkische Regierung betrachtet die Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrorgruppe gesehen wird, als eine politische Partei. Bei einem Treffen mit Hamas-Führer Ismail Haniyeh am Wochenende in Istanbul bekräftigte Erdogan seine Unterstützung für „unsere Brüder in Palästina.“

Foto: Fahne Türkei, Pixabay

 

Simon-Wiesenthal-Zentrum kritisiert deutschen UN-Botschafter

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum (Los Angeles) nennt den deutschen UN-Botschafter Christoph Heusgen in seiner Liste der „10 schlimmsten antisemitischen Vorfälle 2019“. Die jüdische Menschenrechtsorganisation begründet ihre Kritik damit, dass Heusgen in den letzten 18 Monaten insgesamt 25 Mal gegen Israel gestimmt und in einer Rede im März Israel mit der islamistischen Terrororganisation Hamas gleichgesetzt habe. Die Bundesregierung kritisierte die Entscheidung des Zentrums als „falsch“ und „großen Fehler“ und bekräftigte, dass Heusgen bei den Abstimmungen auf Weisung der Bundesregierung handle. Einem Bericht der Jerusalem Post zufolge hatte das Auswärtige Amt zuvor darum gebeten, Heusgens Namen von der Liste zu nehmen, da die Veröffentlichung das „Ziel verfehle“ und „einen ehrenwerten Freund Israels“ angreife.

 

Gaza: Absolventen entwickeln neue Energiequelle, lösen Umweltproblem

Palästinensische Universitätsabsolventen haben eine Methode zur Herstellung von nachhaltigem und günstigem Brennmaterial entwickelt. Das meldete die Jerusalem Post am Mittwoch. Mit der innovativen Methode werden bei der Olivenölherstellung entstehende Abfälle chemisch behandelt, zu Brennstoff-Pellets geformt und anschließend getrocknet. Die Brenndauer der Oliven-Pellets ist länger als bei regulärem Brennholz, die Kosten belaufen sich auf einen Bruchteil. Die neue Energiequelle löst auch ein Abfall- und Umweltproblem, das mit der Olivenölproduktion einhergeht: Bei dieser entstehen palästinensischen Betrieben im Westjordanland (Judäa und Samaria) und dem Gazastreifen jedes Jahr rund 80.000 Tonnen Abfall, etwa 40% des Erntevolumens. Die Pressrückstände enthalten umwelt- und gesundheitsschädliche Chemikalien, die oft ins Grundwasser gelangen. Mit ihrem Unternehmergeist möchten die drei jungen Palästinenser „den Status Quo ändern“. Die Bevölkerung in Gaza sei „eine der am besten ausgebildetsten der Welt. Was uns fehlt ist die Gelegenheit unseren Einfallsreichtum und unser Potential einzusetzen und eine bessere Zukunft aufzubauen“, zitiert die Jerusalem Post Tamer Abo Motlaq (26). Fast 80% der unter 30-jährigen Universitätsabsolventen im Gazastreifen sind arbeitslos.

 

Israel genehmigt Einfuhr von Rettungsfahrzeugen nach Gaza

Israel hat am Dienstag die Einfuhr von rund 20 Rettungs- und Feuerwehrfahrzeugen in den von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen genehmigt. Die Fahrzeuge, eine Spende des Golfemirats Katar, sind die ersten Löschfahrzeuge, die seit der gewaltsamen Machtübernahme durch die Hamas 2007 in die Enklave geliefert wurden. Israel und Ägypten haben die Einfuhr von Waren und Fahrzeugen nach Gaza mit Sanktionen belegt, um Waffenschmuggel zu unterbinden. Seit dem Gaza-Krieg von 2014 hat Katar mit Erlaubnis der israelischen Regierung über eine Milliarde US-Dollar in Entwicklungsprojekte und humanitäre Hilfe im Küstenstreifen investiert. Mit den Zahlungen beabsichtigt Katar eigenen Angaben zufolge, die Zivilbevölkerung in Gaza zu unterstützen und eine neue Eskalation des Konflikts zwischen Israel und der Hamas zu vermeiden.

 

Das Chanukka-Fest

Chanukka, das jüdische Lichterfest, beginnt dieses Jahr am Sonntagabend. In Israel und in vielen Großstädten weltweit werden in den kommenden Tagen auf öffentlichen Plätzen feierlich Chanukka-Lichter entzündet. Acht Tage lang gedenken die Juden zu Chanukka der Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem nach dem erfolgreichen Aufstand der Makkabäer gegen die Griechen (164 v. Chr.). Der Überlieferung nach fand sich nur noch ein Krug geweihten Öls für die Menora, den siebenarmigen Leuchter im Tempel, dessen Lichter immer brennen sollten. Das Öl hätte nur für einen Tag gereicht, soll aber acht Tage lang gebrannt haben, bis neues Öl hergestellt werden konnte. Im Gedenken daran entzünden Juden in Israel und in aller Welt acht Tage lang die Kerzen auf dem neunarmigen Leuchter, der Chanukkia - jeden Tag ein Licht mehr, bis am Ende alle brennen. Das Lichterfest wird freudig mit Chanukka-Liedern und Sufganiot (in Öl gebackene Berliner), dem traditionellen Chanukka-Gebäck, gefeiert.

 

Setzen Sie ein Zeichen und feiern Sie mit der jüdischen Gemeinde Chanukka! Erkundigen Sie sich bei der jüdischen Gemeinde in Ihrer Nähe über geplante Chanukka-Feiern. Auf der Internetseite des Zentralrats der Juden in Deutschland finden Sie eine Übersicht der Landesverbände und Gemeinden. www.zentralratderjuden.de/vor-ort/