Gaza: Heftige Gewaltausbrüche - Diesellieferung gestoppt

ICEJ-Kurznachrichten vom 16. Oktober 2018

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16 Okt 2018 (All day)
Gaza: Heftige Gewaltausbrüche - Diesellieferung gestoppt

© Foto: Ziv Copperstein, Von brennenden Terror-Ballons in Brand gestecktes Feld in Südisrael

Ein großes Waldstück an der Grenze zu Gaza ist am heutigen Dienstag durch Feuerballons von Terroristen in Brand gesteckt worden. Auch anderorts gab es Brände; Sicherheitskräfte fanden mehrere Ballons mit Sprengfallen. Am Freitag kamen rund 15.000 Palästinenser zu gewalttätigen Demonstrationen an den Grenzzaun. Sie griffen israelische Soldaten mit Feuerballons, brennenden Autoreifen und Brandbomben an. Eine Gruppe Terroristen deponierte Sprengkörper am Grenzzaun und zerstörte einen Teilbereich, 20 Terroristen drangen nach Israel ein. Die israelische Armee hielt die Eindringlinge mit Warnschüssen auf. „Wir waren mit einer Art von Gewalt konfrontiert, wie wir sie schon lange nicht mehr gesehen haben“, sagte Israels Verteidigungsminister Avigdor Lieberman. Palästinensischen Angaben zufolge wurden 32 Palästinenser verletzt. In israelischen Medien ist von sieben toten Terroristen die Rede. Auf israelischer Seite gab es keine Verwundeten. Als Reaktion auf die verstärkten Ausschreitungen ordnete Israels Verteidigungsminister einen Stopp der Diesellieferungen nach Gaza an. Diese hatte Israel erst vor einigen Tagen wieder ermöglicht.

 

 

Australien erwägt Botschaftsverlegung – Anti-Israel-Proteste in Berlin

Australiens Premierminister Scott Morrison hat am heutigen Dienstag bekannt gegeben, Australien ziehe eine Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels und eine Verlegung der Botschaft nach Jerusalem in Betracht. Damit wäre Australien neben den USA und Guatemala das dritte Land mit einer Botschaft in Israels Hauptstadt. Auch Rumänien erwägt einen Botschaftsumzug. Unterdessen gab es in Berlin Proteste gegen Jerusalem als Hauptstadt Israels. Während der Großdemonstration unter dem Motto „Unteilbar“, an der sich am Samstag zwischen 150.000 und 200.000 Menschen beteiligt hatten, traten auch Redner auf, die offen zu Israelhass anstachelten. Unter anderem forderte ein Redner vom Internationalistischen Bündnis die „Befreiung von ganz Palästina 48“ und verunglimpfte Israel als faschistisches Regime. Beteiligt waren offenbar auch Unterstützer einer ultralinken palästinensischen Terror-Gruppe und der Boykott-Bewegung BDS (Boykott, Kapitalentzug und Sanktionen), die der Deutsche Bundestag als antisemitisch verurteilt hat. In Israel wurde über die antisemitischen Beiträge berichtet. Die Veranstalter distanzieren sich von den israelfeindlichen Beiträgen. Diese Reden seien nicht genehmigt gewesen.

 

Netanjahu: Dank an christliche Medienvertreter

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat als Hauptredner auf der Konferenz „International Christian Media Summit 2018“ in Jerusalem am Sonntagabend gesprochen. Vor hunderten christlichen Journalisten und Diplomaten bedankte er sich für ihre Unterstützung und ihre Bemühungen, Israels Geschichte in ihren Heimatländern bekannt zu machen – differenziert und ohne antisemitische Tendenzen. Auf die Frage eines christlichen Journalisten, ob es von staatlicher Seite möglich wäre, einen Sonderbeauftragten für die christliche Welt zu bestellen, antwortete Netanjahu, das sei eine großartige Idee: „Ich denke, ich werde das machen“. Die viertägige Medien-Konferenz endet am morgigen Mittwoch. Ziel ist es, christliche Medienvertreter verschiedener Medien aus aller Welt zusammenzubringen, um den Austausch und Dialog zu fördern.

 

Bayern eröffnet eigene „Botschaft“ in Tel Aviv

Bayern hat als erstes deutsches Bundesland eine eigene Anlaufstelle in Israel eröffnet. Das berichtete die israelische Botschaft in Deutschland am Montag. Die „bayerische Botschaft“ ist im Mindspace-Gebäude in Tel Aviv untergebracht. Das Gebäude ist ein Treffpunkt für junge Erfinder und innovative Startup-Unternehmer. Georg Eisenreich, Bayerischer Staatsminister für Digitales, Medien und Europa, will mit dem Büro die Partnerschaft zwischen Bayern und Israel stärken. Hauptaufgabe ist die Pflege der bayerisch-israelischen Beziehungen in Kultur, Bildung, Wissenschaft und Technologie. Einen weiteren Schwerpunkt stellt der Jugendaustausch dar. Aktuell gibt es bereits 20 Hochschulkooperationen zwischen Bayern und Israel.