Iranische Bedrohung: Israelische Botschaften in erhöhter Alarmbereitschaft

ICEJ-Nachrichten vom 29. Okober 2019

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29 Okt 2019 (All day)
Iranische Bedrohung: Israelische Botschaften in erhöhter Alarmbereitschaft

Iranische Bedrohung: Israelische Botschaften in erhöhter Alarmbereitschaft

Zahlreiche israelische Botschaften haben angesichts der wachsenden Bedrohung durch den Iran ihre Sicherheitsvorkehrungen verstärkt. Das meldete die Jerusalem Post am heutigen Dienstag. Diese Maßnahmen folgten auf vermehrte Warnungen durch die israelische Armee, der Iran plane Angriffe auf israelische Ziele mit Drohnen und Marschflugkörpern (die ICEJ berichtete). Bei einer Pressekonferenz am Montag warnte der amtierende israelische Premierminister Benjamin Netanjahu, der Iran bringe präzisionsgesteuerte Raketen im Jemen in Stellung, um von dort Israel anzugreifen. Außerdem versuche der Iran präzisionsgesteuerte Raketen in Syrien und dem Irak zu positionieren, und das vorhandene Arsenal von 130.000 Raketen im Libanon aufzurüsten, sagte Netanjahu. Dass der Iran nun auch den im Süden der Arabischen Halbinsel gelegenen Jemen als Basis für Raketenangriffe einsetzen will, interpretieren israelische Sicherheitsexperten als Zeichen dafür, dass der Iran einen Mehrfrontenkrieg mit Israel plant.

 

FDP und Junge Liberale fordern Verbot der Hisbollah

Nach einem Antrag der Jungen Liberalen vor zwei Wochen hat am Montag der Bundesvorstand der FDP beschlossen, das Verbot der schiitischen Terrororganisation Hisbollah in Deutschland und der EU zu erwirken. Das meldete die Jerusalem Post am heutigen Dienstag. Die Bundesvorsitzende der Jungen Liberalen, Ria Schröder, schrieb auf Twitter, die Hisbollah sei „in ihrer Gesamtheit“ eine Terrororganisation - in Anspielung auf den Standpunkt der Bundesregierung und der Europäischen Union, zwischen politischen und militärischen Abteilungen der Hisbollah zu unterscheiden. Bislang lehnt die Bundesregierung ein Verbot der gesamten Hisbollah, die laut Jerusalem Post in Deutschland über mehr als 1000 aktive Mitglieder und Unterstützer verfügt, ab.

 

Israelische und deutsche Wissenschaftler erforschen Ebola-Impfstoff

Wissenschaftler des Weizmann-Instituts für Wissenschaften in Rehovot und des Universitätsklinikums Köln haben in einem gemeinsamen Forschungsprojekt die Wirkungsweise des Ebola-Impfstoffes untersucht. Wie die Times of Israel am Montag berichtete, war das Ziel des Projekts die Wirkungsweise des Impfstoffes besser zu verstehen, um ihn langfristig verbessern und leichter zugänglich machen zu können. Ebolafieber verläuft in 50% der Infektionsfälle tödlich. Beim bislang größten Ausbruch 2013-2016 starben in Westafrika über 11.000 Menschen. Ungefähr 200.000 Menschen weltweit sind bisher gegen den Virus geimpft worden, jedoch hat es bislang wenig Kenntnis über den Impfstoff gegeben. Dank des Einsatzes eines hochmodernen Elektronenmikroskops konnten die israelischen Wissenschaftler Eigenschaften und Wirkungsweise einzelner Antikörper untersuchen und dabei zwei Antikörper feststellen, die den Ebola-Virus auch mit geringer Dosierung besonders effizient bekämpfen. Gesundheitsbehörden könnten bald in der Lage sein, mehr Menschen in gefährdeten Regionen mit einem verbesserten Impfstoff zu versorgen.

 

 

Die Jewish Agency feiert 90-jähriges Bestehen

Die Jewish Agency hat anlässlich des 90-jährigen Bestehens der Organisation neue Ziele für das vorliegende Jahrzehnt veröffentlicht. Bei einer Sitzung des Kuratoriums am Sonntag in Jerusalem wurde bekannt gegeben, dass die Jewish Agency sich neben der Einwanderung nach Israel verstärkt für die Sicherheit der jüdischen Gemeinden außerhalb Israels und den Kampf gegen Antisemitismus und Antizionismus weltweit einsetzen wird, auch gegen antiisraelische Boykottbewegungen. Außerdem will sie ihre Rolle als Brückenbauer zwischen Israel und den Juden der Diaspora ausbauen, um ein besseres gegenseitiges Verständnis zu bewirken. Die Jewish Agency wurde 1929 als politische Vertretung der im britischen Mandatsgebiet Palästina lebenden Juden gegründet. Als Einwanderungsorganisation hat sie bis heute über 3 Millionen Juden zurück nach Israel bringen können. Die Jewish Agency ist wichtiger Partner der ICEJ, und dank der Unterstützung durch Christen weltweit durfte die ICEJ seit 1980 150.000 Juden bei der Alijah (Einwanderung nach Israel) unterstützen.

 

 

Europäischer Oberrabbiner: jüdisches Leben in Europa akut bedroht

Pinchas Goldschmidt, Oberrabbiner von Moskau und Vorsitzender der Europäischen Rabbinerkonferenz, sieht durch den wiedererstarkenden Antisemitismus das jüdische Leben in Europa akut bedroht. Das berichtete die israelische Nachrichtenseite Ynet am Freitag. Die schwindende Erinnerung an den Holocaust, das Erstarken rechtsextremer Kräfte und der radikale Islam seien Schüsselfaktoren, die das antisemitische Klima anheizten, sagte Goldschmidt am Donnerstag während einer Rede in Rom. Der Anschlagsversuch auf die Synagoge von Halle an Jom Kippur sei nur die neueste Erscheinung dieses Trends. Max Privorotzki, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde in Halle, äußerte sich vergangene Woche Ynet gegenüber ähnlich. Die jüdische Gemeinde habe sich noch nie mit einem antisemitischen Ereignis dieses Ausmaßes konfrontiert gesehen. „Heute und vielleicht morgen stehen uns alle zur Seite, aber in zwei Wochen wird jeder vergessen haben, was geschehen ist, und ich weiß nicht wie unser Leben dann aussehen wird“, sagte Privorotzki.

Setzen Sie ein Zeichen: Kommen Sie zur ICEJ-Kundgebung am Sonntag, 3. November, um 16 Uhr auf dem Schlossplatz in Stuttgart und treten Sie ein für jüdisches Leben in Deutschland, für Israel und Jerusalem.