Israel: Energieminister fordert landesweite Ausgangssperre

ICEJ-Nachrichten vom 14. Juli 2020

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Posted on: 
14 Jul 2020
Israel: Energieminister fordert landesweite Ausgangssperre

Israels Energieminister Yuval Steinitz hat am Montag eine zehntägige landesweite Ausgangssperre gefordert, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Es sei besser, für kurze Zeit drakonische Maßnahmen zu ergreifen, als den Prozess unnötig zu hinauszuziehen, sagte er. Die Zahl täglicher Neuinfektionen müsse von aktuell rund 1.500 auf ein paar Dutzend reduziert werden. „Anschließend werden wir die Wirtschaft wieder hochfahren und auch den Flugverkehr wieder aufnehmen können“, erklärte Steinitz. Sich mehr als drei Monate vom Rest der Welt abzuschotten schade den Grundmechanismen von Industrie und Wirtschaft. Die Zahl der aktiven Fälle von Coronavirus-Infektionen in Israel ist auf über 21.000 angestiegen. 177 Israelis sind schwer erkrankt. Das sind etwa doppelt so viele wie vor einer Woche. Das Krisen-Management der Regierung verliert in der israelischen Bevölkerung an Zustimmung. Während sich im April noch 70% der Israelis zufrieden zeigten, sind es einer aktuellen Umfrage zufolge nur noch 16%.

Foto: GPO/Mosche Milner, Yuval Steinitz und Benjamin Netanjahu, Archivbild

 

Corona-Krise: Proteste in Jerusalem

Bewohner ultraorthodoxer Wohngebiete in Jerusalem haben am Montagabend am dritten Tag in Folge gegen die Abriegelung ihrer Wohngebiete demonstriert. Demonstranten rissen Absperrungen nieder und setzten Mülltonnen in Brand. 16 Teilnehmer wurden festgenommen. Die Demonstranten werfen den Gesundheitsbehörden gezielte Diskriminierung ultraorthodoxer Juden vor. Säkulare Wohngebiete mit ebenfalls steigenden Infektionsraten würden nicht abgesperrt, sagen sie. Die israelische Regierung hatte vergangene Woche eine siebentägige Abriegelung von Wohngebieten in verschiedenen Städten verhängt, darunter drei ultraorthodoxe Wohngebiete Jerusalems. Auch Politiker der ultraorthodoxen Parteien Schas und Vereinigtes Thora-Judentum kritisierten die Maßnahmen. Einige drohten bereits damit, die Regierungskoalition zu verlassen. Das Büro des Premierministers versprach, vor künftigen Abriegelungen ultraorthodoxer Wohngebiete werde man sich mit Vertretern der religiösen Gemeinschaft absprechen.

 

Jemen: Juden Opfer von „ethnischer Säuberung”

Juden im Jemen sollen Opfer einer „ethnischen Säuberung“ durch schiitische Huthi-Rebellen geworden sein. Das berichtete die Jerusalem Post am heutigen Dienstag unter Berufung auf eine Meldung der ägyptischen Zeitung Al-Mesryoon. Die Rebellen sollen in der nördlich der Hauptstadt Sana‘a gelegenen Provinz Amran Juden zusammengetrieben und inhaftiert haben. Anschließend zwang man sie, ihren Besitz an Huthi-Führer zu verkaufen und eine Erklärung zu unterzeichnen, den Jemen zu verlassen. Bereits zuvor hätten die Huthi-Rebellen die rund 50 im Jemen lebenden Juden systematisch diskriminiert, berichtet Al-Mesryoon. Sie sollen sie von der Wasser- und Stromversorgung abgeschnitten und ihnen verboten haben, Lebensmittel einzukaufen. Die Mehrheit der rund 50.000 jemenitischen Juden wurde 1949-1950 mit Evakuierungsflügen nach Israel ausgeflogen. Schätzungen zufolge leben heute nur noch rund 50 Juden im Jemen. Die Huthi-Rebellen kontrollieren neun der 21 Provinzen Jemens einschließlich der Hauptstadt Sana’a und werden vom Iran und der schiitisch-libanesischen Terrororganisation Hisbollah unterstützt. Die international anerkannte Regierung erhält Unterstützung aus Saudi-Arabien.

Gebetsanliegen:Beten wir für die Sicherheit der noch im Jemen lebenden Juden. Beten wir, dass sie die Möglichkeit erhalten, nach Israel heimzukommen.

 

Libanon: Oberhaupt der Maroniten kritisiert Hisbollah

Béchara Pierre Kardinal Raï, Maronitischer Patriarch von Antiochien und Oberhaupt der syriakisch-maronitischen Kirche, hat in einer Sonntagspredigt die schiitisch-libanesische Terrororganisation Hisbollah indirekt kritisiert. Beobachtern zufolge war dies das erste Mal, dass Raï sich gegen die Terrororganisation ausgesprochen hat. Ohne die Hisbollah namentlich zu nennen, betonte Raï die Neutralität des Libanons und sagte, das libanesische Volk lehne es ab, von ihren Verbündeten isoliert zu werden. Damit soll er auf die Rolle der Hisbollah in den Auseinandersetzungen des Irans mit sunnitisch-arabischen Golfstaaten angespielt haben. Kritiker werfen der Hisbollah vor, auf diese Weise den Libanon von anderen arabischen Staaten zu isolieren und von deren wirtschaftlicher Unterstützung abzuschneiden. Der Libanon befindet sich inmitten einer Wirtschaftskrise, dem Land droht der Staatsbankrott. Als geistliches Oberhaupt der maronitischen Christen, die rund 20% der Bevölkerung ausmachen, hat Raï großen Einfluss im Land, in dem die politische Macht gemäß der konfessionellen Parität unter den verschiedenen Konfessionen und Religionen aufgeteilt ist. Michel Aoun, Staatspräsident und maronitischer Christ, gilt als Verbündeter der Hisbollah. 

Gebetsanliegen:Beten wir für die Bevölkerung des Libanon, dass sie eine Regierung erhalten, die sich für das Wohl des Landes und seiner Einwohner einsetzt. Beten wir für eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation im Land. Beten wir auch für die Christen im Libanon, dass sie ihr Land vor Gott bringen und ein Licht in der Gesellschaft sind.

 

Israel wird Mitglied in der Welternährungsorganisation

Israel ist am Sonntag Mitglied in der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) geworden. Die Mitgliedschaft in der Organisation mit 49 Mitgliedstaaten beträgt drei Jahre. Aufgabe der FAO ist die bessere Produktion und Verteilung von Lebensmitteln und die Verbesserung des Lebensstandards weltweit. Das israelische Außenministerium erklärte, Israels Mitgliedschaft in der FAO verdeutliche den Wunsch des Landes, auf multilateraler Ebene Entwicklung und Nachhaltigkeit zu fördern. Israel freue sich, sein einzigartiges Wissen und seine Erfahrung auf dem Gebiet der Ernährung und Landwirtschaft mit anderen Ländern und Organisationen zu teilen. Alon Ushpiz, Generaldirektor des israelischen Außenministeriums, erklärte, es gebe „kein edleres Ziel für die Diplomatie, als sich aktiv für die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen auf der ganzen Welt einzusetzen.“


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