Passahfest: 750.000 Besucher an der Klagemauer

ICEJ-Nachrichten vom 25. April 2019

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25 Apr 2019 (All day)
Passahfest: 750.000 Besucher an der Klagemauer

Seit Beginn des Passahfests am 20. April bis zum heutigen Donnerstag haben 750.000 Besucher die „Klagemauer“ (Westmauer) in Jerusalem besucht – mehr als in den Jahren zuvor. Besonders voll war der Platz vor der auf Hebräisch „HaKotel“ (die Mauer) bezeichneten Freiluftsynagoge am Montag, als der Aaronitische Segen erteilt wurde. Dieser Segen aus 4. Mose 6,24 wird im Judentum nur zweimal im Jahr über dem Volk Israel ausgesprochen, beim Passahfest und beim Laubhüttenfest (Sukkot). Die Passah-Feiertage werden von den Israelis traditionell für Familienausflüge nach Jerusalem, in Museen und in Naturparks genutzt. So konnte man an den touristischen Sehenswürdigkeiten während der letzten Tage auch vielen „einheimischen Touristen“ begegnen. Viele Ausflugsziele waren überfüllt. Allein 70.000 Besucher wurden am See Genezareth gezählt, ein Strandbad musste wegen Überfüllung vorübergehend geschlossen werden. Tausende Israelis nutzten auch noch einmal die Möglichkeit zum Skifahren in Israels einzigem Skigebiet auf dem Berg Hermon im Norden des Landes. Hier wurde der kälteste April seit 30 Jahren verzeichnet, mit 25 Zentimetern Schneefall zum Passahfest, das am Samstag endet. (Symbolbild: Amos Ben-Gershom/GPO, Gebet an der Westmauer)

 

Nach Terror in Sri Lanka: Hilfsangebot aus Israel

Nach den Terroranschlägen an Ostern in Sri Lanka hat Israel als eines der ersten Länder den Behörden und Rettungskräften vor Ort Hilfe angeboten. Am heutigen Donnerstag veröffentlichten Medien in Israel eine Reisewarnung der israelischen Terrorbekämpfungsbehörde. Israelis, die sich derzeit in Sri Lanka befinden, werden aufgerufen, schnellstmöglich das Land zu verlassen. Unter den Opfern der Terroranschläge befindet sich auch ein jüdisches Geschwisterpaar aus Großbritannien, die mit ihren Eltern ihren Urlaub in Sri Lanka verbrachten. Die Kinder starben im Krankenhaus, die Eltern überlebten. Nach jüngsten Angaben wurden bei der Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels mindestens 359 Menschen getötet und über 500 verletzt.

 

Verhandlungen über Koalitionsbildung in Israel

In Israel sind die Verhandlungen über eine Koalitionsbildung in vollem Gange. Letzte Woche Mittwoch hatte Israels Präsident Reuven Rivlin den Wahlsieger und amtierenden Premierminister Benjamin Netanjahu (Likud) beauftragt, bis Ende Mai eine Regierung zu bilden. Am heutigen Donnerstag traf Netanjahu Mosche Kahlon, den amtierenden Finanzminister und Vorsitzenden der Kulanu-Partei. Damit hat Netanjahu Vertreter von jeder der Parteien, die er in seine Regierung einbinden möchte, getroffen. Die konservative Likud-Partei (35 Sitze) könnte gemeinsam mit den Parteien Jisrael Beiteinu von Avigdor Lieberman (5 Sitze), der Union der rechten Parteien (5), Kulanu (4) und den ultra-orthodoxen Parteien Vereintes Thora-Judentum (8) und Schas (8) eine Koalitionsregierung bilden, der 65 von 120 Knesset-Abgeordneten angehören würden. Die Verhandlungen werden nicht einfach, da religiöse und säkulare Parteien zum Teil gegensätzliche Forderungen stellen, beispielsweise hinsichtlich der Befreiung ultra-orthodoxer Juden vom obligatorischen Militärdienst.

 

Netanjahu will Ort auf dem Golan nach Trump benennen

Israels Premierminister Benjamin Netanjahu hat am Dienstag erklärt, er wolle eine neue Ortschaft auf den Golanhöhen gründen und sie nach US-Präsident Donald J. Trump benennen. Trump hatte Ende März die israelische Souveränität über die Golanhöhen offiziell anerkannt. Israel hatte diese während des Sechs-Tage-Kriegs 1967 von Syrien erobert und 1981 annektiert. Die syrische Armee hatte von dort aus immer wieder Israel angegriffen und israelische Ortschaften beschossen. Netanjahu, seine Ehefrau Sara und seine Söhne Jair und Avner reisten während der Passahfeiertage in die Golan-Region im Norden Israels und besuchten unter anderem eine antike Synagoge in Kfar Nachum (Kapernaum), Burg Nimrod, den Berg Hermon, Nahal Sa´ar und den Gamla-Nationalpark.