UN, EU verurteilen Abbas wegen antisemitischer Rede

ICEJ-Kurznachrichten vom 03. Mai 2018

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Posted on: 
3 Mai 2018 (All day)
UN, EU verurteilen Abbas wegen antisemitischer Rede

Vertreter der UN, der EU, Schwedens, Deutschlands und der USA, Israels sowie der linken israelischen NGO Peace Now u.a. haben Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas verurteilt, nachdem er am Montagabend eine antisemitische Rede in Ramallah gehalten hatte. Judenhass in Europa habe es nicht wegen ihrer Religion, sondern wegen ihres Berufes als Banker, die Wucherzinsen genommen hätten, gegeben, hatte Abbas erklärt. Israel wirft Abbas seit langem Antisemitismus und Holocaust-Leugnung vor. Ungewöhnlich ist, dass auch die EU, die UN und Länder wie Schweden, die als starke Unterstützer der Palästinenser gelten, unverhohlen Kritik an Abbas äußerten. Abbas habe mit seinen Worten verächtliche antisemitische Verleumdungen wiederholt und die Leugnung der historischen und religiösen Verbundenheit der Juden mit dem Land und ihren heiligen Stätten in Jerusalem widerspreche der Realität, erklärte Nikolaj Mladenow, UN-Gesandter für den Nahen Osten. „Wir treten gegen jegliche Relativierung des Holocausts ein. Die Verantwortung für das grausamste Verbrechen der Menschheitsgeschichte trägt Deutschland“, twitterte der deutsche Außenminister Heiko Maas am Mittwoch.

 

Brände in Israel nach Drachen-Angriffen aus Gaza

Am Mittwoch haben Palästinenser aus dem Gazastreifen Drachen steigen lassen, an die brennende Lumpen gebunden waren, und trockene Felder in Israel in Brand gesteckt. Bei früheren „Drachen-Angriffen“ waren auch Molotowcocktails an den Drachen befestigt worden. Palästinenser aus dem Gazastreifen haben in den vergangenen Wochen bei Protesten am Gaza-Grenzzaun für ein „Rückkehrrecht nach Israel“ gewalttätige Zusammenstöße mit israelischen Soldaten, die die Grenze verteidigten, provoziert. Dabei starben Dutzende Palästinenser. Am Sonntag erklärte die islamistische Terrororganisation Hamas in Gaza, vier Palästinenser, die bei den Protesten am Freitag verletzt worden waren, seien gestorben. Mahmoud al-Habash, Scharia-Richter der Palästinensischen Autonomiebehörde, verurteilte am Freitag die andauernden Ausschreitungen an der Gaza-Grenze. Er erklärte, die Hamas spiele mit dem Leben von Kindern und Frauen, was „Palästina“ nicht diene.

 

Arabische Medien: Israel für Luftschläge in Syrien verantwortlich

Arabische Medien haben Israel für Luftschläge am Sonntag auf mehrere Militärstützpunkte des Assad-Regimes im nördlichen Syrien verantwortlich gemacht. Die israelische Armee kommentierte die Berichte nicht. 18 Personen, darunter ein iranischer General, sollen bei den Luftschlägen getötet und 60 verwundet worden sein. Offenbar wurden die Stützpunkte von iranischen Revolutionsgarden und schiitischen Milizen mit Kämpfern aus dem Libanon, Irak, Afghanistan und Pakistan benutzt. Der Iran bestreitet offiziell, dass die Angriffe stattgefunden hätten, obwohl Videos von den Angriffen über soziale Medien verbreitet wurden und auch syrische sowie libanesische Medien darüber berichteten. Zudem sollen eine unterirdische Raketenfabrik und ein Lager für Boden-Boden-Raketen getroffen worden sein. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu berief am Montag eine ungeplante Sitzung des Sicherheitskabinetts ein.