Waffenruhe nach Terror-Wochenende in Südisrael

ICEJ-Nachrichten vom 6. Mai 2019

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Posted on: 
6 Mai 2019 (All day)
Waffenruhe nach Terror-Wochenende in Südisrael

Israel und die im Gazastreifen regierende radikalislamische Terrororganisation Hamas haben sich am heutigen Montag offenbar zu Beginn des muslimischen Fastenmonats Ramadan auf eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe geeinigt. Diese wurde von israelischer Seite nicht offiziell bestätigt, doch die israelische Armee gab bekannt, man kehre zur Routine zurück. Züge und Busse fahren wieder und die aus Sicherheitsgründen zuvor geschlossenen Schulen sind wieder geöffnet. Am Wochenende kam es zum schwersten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen seit dem Ende des Gaza-Kriegs vor fünf Jahren. Am Freitag hatte es gewalttätige Palästinenserunruhen an der Gaza-Grenze gegeben, bei denen zwei israelische Soldaten durch Schüsse verwundet wurden. Vier Palästinenser wurden getötet, darunter zwei Hamas-Kämpfer. Militante Palästinenser der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad, der mit dem Iran verbündet ist, schossen am Samstag und Sonntag mehr als 700 Raketen auf Ortschaften im Süden Israels und trafen Wohnhäuser, Schulen und Straßen. Mindestens vier Israelis kamen dabei ums Leben, darunter ein Vater von vier Kindern. Über 230 Israelis wurden zum Teil schwer verletzt, u.a. eine 80-Jährige. Die israelische Armee reagierte mit Luftangriffen auf 350 militärische Einrichtungen der Hamas. Im Gazastreifen kamen laut Angaben des Gesundheitsministeriums 23 Palästinenser ums Leben. Einige der Opfer wurden offenbar nicht durch die Luftangriffe der israelischen Armee getötet, sondern durch fehlgeleitete Raketen der Hamas selbst, wie Geheimdienstinformationen im Falle einer schwangeren Frau und ihres einjährigen Kindes bestätigten. Rund 150 Palästinenser wurden laut Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums verletzt.

 

ICEJ-Team besucht Bewohner Südisraels

Ein Mitarbeiterteam der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) hat am heutigen Montag israelische Ortschaften entlang der Gaza-Grenze besucht, auf die Terroristen aus dem Gazastreifen am Wochenende mehr als 700 Raketen geschossen haben. Das Team konnte sich vor Ort ein Bild von der Lage machen und hörte von ortsansässigen Israelis, welche Sicherheitsbedürfnisse derzeit bestehen und wie ihnen am besten geholfen werden kann, sich auf zukünftige Raketenangriffe vorzubereiten. Die ICEJ hat in den letzten Jahren mehr als 75 transportable Schutzbunker in die gefährdeten Gebiete geliefert und heute drei weitere Schutzbunker für die Region bestellt. „Hoffentlich wird die letzte Nacht vereinbarte Waffenruhe eingehalten, denn die Terrormilizen in Gaza sind notorisch unzuverlässig und unberechenbar“, sagte ICEJ-Präsident Dr. Jürgen Bühler. „Der heutige Besuch unseres Teams hat bestätigt, dass unsere humanitären Investitionen in die gefährdeten israelischen Ortschaften Familien vor Ort trösten und Leben retten.“ „Nach 18 Jahren Erfahrung und all den Schutzbunkern, die Gruppen wie ihr in der Region aufgestellt habt, ist die Anzahl der durch Gaza-Raketen getöteten und verletzten Menschen beträchtlich gesunken“, sagte Elan Isaacson, Sicherheitschef der Region Eschkol, dankbar.

Bitte helfen Sie uns, den Bewohnern Südisraels weiterhin beizustehen! Als Verwendungszweck bitte "ICEJ-Hilfsfond für Israel" angeben, herzlichen Dank!

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Reaktionen auf massiven Raketenbeschuss aus Gaza

„Der Einsatz ist noch nicht vorbei und erfordert Geduld und Weisheit.“ Das erklärte der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu am heutigen Montag nach dem massiven Raketenbeschuss Südisraels am Wochenende durch palästinensische Terroristen aus dem Gazastreifen. Israel sei hart gegen die Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad vorgegangen. „Das Ziel ist und bleibt, Ruhe und Sicherheit für die Bewohner Südisraels zu gewährleisten“, teilte Netanjahu mit. Er kondolierte den Familien der Opfer und wünschte den Verletzten schnelle Genesung. US-Präsident Donald Trump sicherte Israel am Sonntagabend die volle Unterstützung seines Landes gegen die Terrorangriffe aus dem Gazastreifen zu. „Wir unterstützen Israel zu 100% bei der Verteidigung seiner Bürger.“ Die Palästinenser forderte Trump auf, die Gewalt zu beenden und auf Frieden hinzuarbeiten. Federica Mogherini, die Außenbeauftragte der Europäischen Union, UN-Generalsekretär Antonio Guterres und mehrere europäische Länder verurteilten die Raketenangriffe von palästinensischen Kämpfern aus Gaza auf Israel. Das Deutsche Außenministerium verurteilte den massiven Raketenbeschuss von Gaza nach Israel scharf als „abscheulichen Terror gegen die Zivilbevölkerung“ und forderte „alle Seiten zu Zurückhaltung und Wahrung der Verhältnismäßigkeit“ auf.

 

Tel Aviv: Sorge um den Eurovision Song Contest

In Tel Aviv sind die ersten Delegationen zum Eurovision Song Contest (ESC) angereist und haben mit den Proben in der Veranstaltungshalle Expo begonnen. Die Halbfinale sollen am 14. und 16. Mai, das Finale am 18. Mai ausgetragen werden. Teilnehmer aus insgesamt 41 Ländern sind angekündigt. Es werde nicht erwartet, dass Delegationen ihre Teilnahme aufgrund der Raketenangriffe vom Gazastreifen auf den Süden Israels absagen, sagte ESC-Sprecherin Scharon Ben David. Man erwarte keine Probleme, bereite sich aber seit Monaten auf alle möglichen Szenarien vor. Von den radikalislamischen Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad aus dem Gazastreifen wurden Drohungen gegen die Veranstaltung ausgesprochen. Die Hamas steht nach Misswirtschaft unter Druck. Proteste, die im März im Gazastreifen gegen die desolaten Lebensumstände der rund zwei Millionen Einwohner stattfanden, wurden von der Terrororganisation brutal niedergeschlagen. Die Hamas wirft Israel vor, Geld aus Katar für die Gaza-Verwaltung zurückzuhalten. Dies wird von Israels Außenministerium dementiert. Der zuständige Repräsentant aus Katar befindet sich derzeit zu einer medizinischen Behandlung in den USA. Insider vermuten, dass die Hamas die jüngsten Raketenangriffe vor dem ESC inszenierte, um Geldzahlungen und andere Zugeständnisse von Israel zu erpressen. Nach Schätzungen der israelischen Armee verfügt die Hamas über rund 20.000 Raketen und Mörsergranaten, deren Reichweite teilweise bis Tel Aviv reicht – im März schlugen zwei Raketen im Großraum Tel Aviv ein. Ein Haus wurde dabei zerstört. Dicht besiedelte Wohngegenden und der Großraum Tel Aviv werden von Israels Raketenabwehrsystem Iron Dome (Eisenkuppel) geschützt, das jedoch keinen 100-prozentigen Schutz bieten kann.