Winter in Israel: Jerusalem erwartet Schnee

ICEJ-Kurznachrichten vom 15. Januar 2019

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15 Jan 2019 (All day)
Winter in Israel: Jerusalem erwartet Schnee

Jerusalem bereitet sich auf Schnee vor – ein seltenes Ereignis in der Hauptstadt Israels. Erste Schneefälle sind laut Wettervorhersage bereits am heutigen Dienstag zu erwarten. Für die nächsten Tage ist Winterwetter mit frostigen Temperaturen, Niederschlägen und starken Winden angekündigt. Da in Jerusalem sehr selten Schnee fällt, war die Stadt in der Vergangenheit oft schlecht vorbereitet. 2013 legte starker Schneefall die Hauptstadt fast eine Woche lang lahm, der Strom fiel tagelang aus, Schulen und Geschäfte blieben geschlossen. Jerusalems Bürgermeister Mosche Lion empfahl deshalb heute den Bewohnern der Stadt, sich für die nächsten Tage mit Vorräten einzudecken und für stromunabhängige Heizmöglichkeiten zu sorgen. Mit 150 Schneepflügen, meist umfunktionierten Traktoren, sollen die Straßen frei gehalten werden. In Israel sind Winterreifen nicht üblich. (Foto: ICEJ, Blick auf den Zionsberg im Schnee)

Die ungewöhnlich starken Niederschläge, die im Dezember begonnen haben, sorgen in vielen Teilen des Landes für teils schwere Überschwemmungen. Rettungskräfte mussten am Montag zahlreiche Menschen vor den Fluten in Sicherheit bringen, darunter eine 25-köpfige Wandergruppe, die im Jordantal unterwegs war. Die Regenfluten werden in Israel dennoch begrüßt, denn mit ihnen endet eine seit fünf Jahren andauernde Dürre. Sie ist als die schlimmste Dürreperiode seit Jahrzehnten in die Geschichte des Landes eingegangen.

 

UN: „Palästina“ führt Gruppe 77 – Abbas fordert Schutztruppe

Die UN-Generalversammlung hat heute offiziell die Führung der Gruppe 77 für das Jahr 2019 dem „Staat Palästina“ übertragen. Die Gruppe 77 ist die größte Ländergruppe in den UN und wurde ursprünglich als Zusammenschluss von Entwicklungsländern gegründet. Ihr gehören rund zwei Drittel aller Mitgliedsstaaten an. Der Entschluss, den Palästinensern die Führung dieser Gruppe zu übertragen, fiel bei der UN-Generalversammlung im Oktober 2018 fast einstimmig. Auch Deutschland stimmte zu. Nur Israel, die USA und Australien protestierten gegen die Entscheidung, weil sie erfolgte, ohne dass dafür Zugeständnisse der Palästinenser zum Friedensprozess gefordert wurden, obwohl 2018 besonders heftige Angriffe auf Israel stattfanden. Als Vorsitzende der Gruppe kann die palästinensische UN-Vertretung nun eigene Verfahrensanträge stellen. Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas forderte bereits am Montag die Einrichtung einer UN-Schutztruppe „zum Schutz der Palästinenser“ in Israel. Durch die Übertragung des Vorsitzes und die „Quasi-Anerkennung“ als „Staat Palästina“ werde der Friedensprozess erschwert, kritisierte Nikki Haley, die scheidende US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen: „Diese Fehlentscheidung der UN bestärkt die Illusion vieler palästinensischer Führer, dass sie ihre Ziele ohne Friedensbemühungen und ohne direkte Verhandlungen mit Israel erreichen können.“ Sie wies darauf hin, dass es keinen „Staat Palästina“ gebe und „Palästina“ auch kein UN-Mitglied sei. Die Palästinenser haben seit 2012 einen Beobachterstatus bei den UN.

Sechster Hisbollah-Tunnel zerstört, Israel bestätigt Einsatz in Syrien

Am Sonntag hat die israelische Armee den sechsten Angriffstunnel der schiitischen Terrororganisation Hisbollah zerstört. Wie die anderen führte der 800 Meter lange Tunnel vom Libanon aus auf israelisches Gebiet. Die Operation „Schutzschild im Norden“ sei damit erfolgreich beendet, gab Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bekannt. Es war die letzte Militäroperation des scheidenden Generalstabschefs Gadi Eisenkot. Er wurde anschließend mit hohen militärischen Ehren in den Ruhestand verabschiedet. Zu seinem Nachfolger wurde am heutigen Dienstag der bisherige Vize-Generalstabschef Aviv Kochavi ernannt. Die israelische Armee ging am Wochenende gegen Angriffe der Hisbollah von syrischem Gebiet aus vor. Netanjahu bestätigte am Sonntag einen Militärschlag auf Stellungen der Terrororganisation in Syrien.

 

Iran will hochangereichertes Uran, Weltraumraketenstart bestätigt

Der Iran beginne nun damit, Uran bis zu einem Grad von 20 Prozent anzureichern. Das gab Ali Akbar Salehi, Chef der Atomenergieorganisation des Iran, am Sonntag in Teheran bekannt. Laut Atomabkommen von 2015 darf das Land nur begrenzt bis 4,5 Prozent anreichern. Damit sollte der Bau einer Atombombe ausgeschlossen werden. Die 20-prozentige Anreicherung ist Experten zufolge wesentlicher Bestandteil militärischer Atomprogramme. Der Iran bestreitet allerdings, mit dem hochangereichertem Uran am Bau einer Atombombe zu arbeiten. Das Uran werde für „medizinische Zwecke“ benötigt, heißt es in der offiziellen Erklärung. Der iranische Kommunikationsminister Mohammad-Javad Azari bestätigte außerdem den Start einer Weltraumrakete. Mit der Rakete habe man einen Satelliten ins All bringen wollen, sagte der Minister. Die Mission sei jedoch gescheitert, weil die Rakete in der dritten Stufe noch nicht die erforderliche Geschwindigkeit erreicht habe. 

 

Gaza: Weiterhin wöchentlich gewalttätige Proteste

Am Gaza-Grenzzaun organisiert die im Gazastreifen regierende islamistische Terrororganisation Hamas weiterhin jeden Freitag gewalttätige Ausschreitungen mit dem Ziel, die Grenze zu stürmen. Die wöchentlichen Ausschreitungen begannen im März 2018. Zur Strategie der Hamas gehört es, Frauen und Kinder als Schutzschilde zwischen die Terroristen zu mischen, während israelische Soldaten mit Granaten, Steinen und Brandsätzen angegriffen werden. Am Freitag folgten rund 13.000 Palästinenser dem Aufruf der Hamas zum Protest am Gaza-Grenzzaun. Zwei Palästinensern gelang es, nach Israel einzudringen. Sie konnten mit Schüssen zurückgedrängt werden. Eine Palästinenserin kam bei den Protesten ums Leben, 25 weitere Palästinenser wurden verletzt. Gestern erlag ein 14-jähriger Palästinenser seinen Verletzungen, die er sich bei den Protesten zugezogen hatte.