Zwei Covid-19-Todesopfer in Israel, verschärfte Ausgangssperre erwartet

ICEJ-Nachrichten vom 24. März 2020

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24 Mär 2020
Zwei Covid-19-Todesopfer in Israel, verschärfte Ausgangssperre erwartet

Am heutigen Dienstag ist eine 67-jährige Israelin an Covid-19 gestorben. Die Frau, die Vorerkrankungen hatte, ist das zweite Todesopfer der Krankheit in Israel.Das erste Covid-19 Opfer in Israel war ein 88-jähriger Holocaustüberlebender aus Jerusalem, der am Freitag starb. Inzwischen ist die Zahl der Infizierten im Land auf 1.656 gestiegen. Für den heutigen Dienstag werden weitergehende Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie erwartet. Die neuen Regelungen sollen vorsehen, dass Israelis nur noch ihr Haus verlassen dürfen, um Lebensmittel und Medikamente einzukaufen und wenn sie systemrelevante Tätigkeiten ausüben. Vor dem eigenen Haus dürfe man sich nur noch innerhalb eines Radius von maximal 50 Metern aufhalten. Diese Regelung soll zunächst für eine Woche in Kraft bleiben. Die Polizei soll mit zusätzlichen Durchsetzungsbefugnissen ausgestattet werden. Die israelische Armee hat angekündigt, acht Bataillone (mehr als 2.000 Soldaten) zur Unterstützung der Polizei zu entsenden. Die Soldaten sollen jedoch nicht bewaffnet sein. Israels Verteidigungsminister Naftali Bennett erklärte am heutigen Dienstag, israelische Soldaten würden auch eingesetzt, um sich in der Corona-Krise um die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung und von Risikogruppen zu kümmern.

Foto: Symbolbild, unsplash

Lage in den Palästinensergebieten

Im von der islamistischen Terrororganisation Hamas beherrschten Gazastreifen sind am Wochenende die ersten Coronavirus-Fälle bestätigt geworden. Zwei Männer, die vor kurzem aus Pakistan in den Gazastreifen zurückkehrten, befinden sich in Quarantäne. In den von der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) kontrollierten Gebieten im Westjordanland (Judäa und Samaria) stieg die offizielle Zahl der Infizierten auf 58.

 

 72 äthiopische Neueinwanderer treffen in Israel ein 

Am heutigen Dienstagmorgen sind 72 äthiopisch-jüdische Neueinwanderer in Israel eingetroffen. Die Gruppe, die sich aus 14 Familien zusammensetzt, wurde mit Bussen aus der äthiopischen Stadt Gondar zum Flughafen in die Hauptstadt Addis Abeba gebracht und verließ Äthiopien wenige Stunden, bevor das Land seine Grenzen aufgrund der Corona-Krise schloss. Entsprechend der aktuellen israelischen Einreisebestimmungen müssen die Einwanderer sich nun in 14-tägige Quarantäne in einer dazu umfunktionierten Jugendherberge begeben. Anschließend sollen sie in Integrationszentren in Israel untergebracht werden. „Auch während des Coronavirus sind Einwanderer in Israel willkommen“, erklärte Yoav Gallant, Israels Minister für Alijah (Einwanderung nach Israel). Die ICEJ übernahm die Flugkosten aller 72 neuen israelischen Staatsbürger, deren Familienangehörige bereits in Israel leben. Außerdem wird die ICEJ anlässlich des bevorstehenden Passahfests Geschenkkörbe mit Lebensmitteln, Spielen und anderen Gegenständen an die Familien senden. „In schweren Zeiten wie diesen sind unsere Bemühungen, Israel zu segnen und zu trösten, am bedeutendsten“, zitiert die Times of Israel den ICEJ-Präsidenten Dr. Jürgen Bühler.

Alijah aus Russland

Am Sonntag trafen 26 Neueinwanderer aus Russland in Israel ein. Auch ihr Flug wurde von der ICEJ gesponsert. Seit 1990 unterstützt die ICEJ jüdische Familien aus der ehemaligen Sowjetunion, Alijah zu machen.

Danke an die Unterstützer der ICEJ, die durch ihre Spenden die Heimkehr dieser 72 äthiopischen und 26 russischen Juden ermöglicht haben!

 

Israel ruft Staatsbürger zur Rückkehr auf, evakuiert 1.000 Gestrandete

Der israelische Außenminister Israel Katz hat am Samstag israelische Staatsbürger, die sich zurzeit im Ausland aufhalten, aufgefordert, „sobald wie möglich“ nach Israel zurückzukehren. „Noch gibt es Flüge von den meisten Ländern und es ist möglich, zurückzukehren”, sagte er. Zahlreiche Grenzschließungen weltweit hätten einen „nationalen Notstand“ bewirkt und man werde alles unternehmen, dass „alle Israelis nach Hause kommen“ können. Das israelische Außenministerium veröffentlichte auf seiner Webseite eine Liste von Möglichkeiten, wie Israelis die jeweiligen Länder verlassen können. Israelische Botschaften wurden angewiesen, rückkehrwillige Staatsbürger ausfindig zu machen. In Absprache mit den jeweiligen Regierungen will Israel nötigenfalls Sonderflüge koordinieren. Am Donnerstag evakuierte Israel mit vier Sonderflügen rund 1.000 in Peru gestrandete Israelis, die meisten von ihnen junge Erwachsene. Peru hatte Mitte März seine Grenzen geschlossen und jedem, einschließlich ausländischen Staatsbürgern, die Ein- und Ausreise untersagt.

 

ICEJ versorgt ältere Israelis mit Lebensmittelpaketen

Am Donnerstag haben ICEJ-Mitarbeiter in Jerusalem Lebensmittelpakete gepackt und an ältere Menschen und Patienten verteilt, um die sich das Team vom „Häuslichen Pflegedienst“ der ICEJ jede Woche kümmert. Diese Israelis sind körperlich eingeschränkt und gehören zu den besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen. Da die israelische Regierung die Bewegungsfreiheit der gesamten Bevölkerung stark beschränkt hat, um das Coronavirus (Sars-CoV-2) einzudämmen, können sie derzeit nicht einkaufen gehen. Jedes verteilte Paket enthält sowohl frische als auch haltbare Lebensmittel. Die ICEJ-Mitarbeiter stellten sie vor den Wohnungstüren der Empfänger ab und informierten sie per Telefon. „Manche ältere Leute hätten uns gern zu einer Tasse Tee in ihren Wohnungen eingeladen, doch gilt derzeit in Israel ein Mindestabstandsgebot von zwei Metern zu anderen Personen“, berichtete Jannie Tolhoek von der ICEJ-Sozialabteilung. „Aber diese Gesten zeigen, wie sehr jeder Empfänger und jede Familie von dem Karton, der ein Zeichen der Liebe von Christen aus aller Welt darstellt, berührt war. In diesen Zeiten der Unsicherheit und für viele auch der tief empfundenen Einsamkeit fühlten sie sich umarmt und nicht vergessen.“ Diese Woche plant die ICEJ weitere Lebensmittellieferungen für ältere Menschen. Da seit Freitag eine zunächst siebentägige „Quarantäne“ für alle Israelis gilt, prüft die ICEJ derzeit, wie die praktische Hilfe fortgesetzt werden kann.

Gebetsanliegen:Bitte beten Sie mit uns, dass das Coronavirus in Israel und in aller Welt eingedämmt wird. Bitten wir um Schutz für besonders gefährdete ältere oder kranke Menschen und diejenigen, die unter der Isolation und Einsamkeit leiden. Lasst uns beten, dass die praktische Hilfe der ICEJ zum Segen für viele wird!

Bitte unterstützen Sie uns dabei, isolierten älteren und hilfsbedürftigen Israelis ganz praktisch zu helfen, indem wir ihnen Lebensmittel bringen. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

 

ICEJ Deutschland

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ICEJ Österreich

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Israel: Neue Methode zur Feststellung von Corona- Ausbruchszonen

Israelische Wissenschaftler des Weizmann-Instituts für Wissenschaften und der Hebräischen Universität haben vor gut einer Woche eine Methode entwickelt, mit der Corona-Ausbruchszonen identifiziert, überwacht und vorherbestimmt werden könnten. Prof. Eran Segal, ein Computerexperte vom Weizmann-Institut erklärte, vergangene Epidemien und die bereits über das Coronavirus bekannten Daten zeigten, dass das Virus sich über Infektions-Ballungen, auch Cluster genannt, ausbreite. Durch eine frühe Erkennung solcher Cluster könnte die Ausbreitung aufgehalten werden. Die entwickelte Methode sieht vor, dass die Bevölkerung täglich einen Online-Fragebogen ausfüllt, mit Angaben zu Symptomen und ihrem jeweiligen Wohnort (Postleitzahl und Straße). Die Antworten werden anschließend von Algorithmen und Künstlicher Intelligenz analysiert, um festzustellen, wo genau sich gerade neue Cluster bilden oder zu erwarten sind. Die Behörden würden dann in diesen Regionen verstärkt Tests durchführen können. Langfristig könnten Präventivmaßnahmen, z.B. Schulschließungen und Ausgangssperren, auf die identifizierten Ausbruchszonen beschränkt werden. „Wir dachten über dieses Projekt nach und 24 Stunden später war es bereits online“, sagte Segal. Rund 60.000 Israelis beteiligten sich vergangene Woche an dem Pilotprojekt. Inzwischen kommt es in verschiedenen Ländern weltweit zum Einsatz.
 


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