Ein Korb voll Segen

Die ICEJ unterstützt alleinerziehende Mütter in der Corona-Krise

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Posted on: 
22 Jul 2020
Ein Korb voll Segen

 

Mitarbeiterinnen der ICEJ-Sozialabteilung sind in den letzten Wochen durch ganz Israel gefahren, um Essenskörbe an Alleinerziehende zu verteilen. Viele von ihnen sind jüdische Mütter, die in kaputten Ehen gefangen sind und sich nicht daraus befreien können, weil religiöse Vorschriften nur den Männern das Recht einräumen, die Scheidung einzureichen.

Foto: ICEJ, ICEJ-Mitarbeiterin Jannie Tolhoek übergibt einen Korb mit Lebensmitteln

Corona-Härtefälle

Wegen der Corona-Krise ist die Arbeitslosigkeit in Israel in die Höhe geschnellt und viele Familien kämpfen darum, über die Runden zu kommen. Während des Lockdowns nahm häusliche Gewalt zu und etliche wehrlose Frauen und Kinder sahen sich Missbrauch ausgesetzt. Andere erhielten in zerbrochenen Familien keinerlei emotionale oder finanzielle Unterstützung von ihren Ehemännern und Vätern.

Eine Sozialarbeiterin erzählte uns von Batya*, die eine gute Ehe hatte, bis ihr Ehemann eine Zwangsstörung sowie schwere Phobien und Ängste entwickelte. Mit zunehmender Verschlechterung seines mentalen Zustands erlaubte er ihr nicht mehr, die Kinder zu berühren, weil sie in eine Schule gingen, die neben einem Friedhof lag. Er hatte Angst, seine Ehefrau würde dadurch „unrein“ werden. Batya durfte jeden Tag das Mittagessen für ihre Kinder vorbereiten, musste sich aber in ihr Zimmer zurückzuziehen, sobald sie von der Schule nach Hause kamen. Zwei Jahre lang konnte sie ihre Kinder nicht umarmen und weinte alleine in ihrem Zimmer. Schließlich fasste Batya den Mut, diese herzzerreißende Lebensumstände hinter sich zu lassen. Sie erhielt das alleinige Sorgerecht für ihre Kinder, doch ihr orthodoxer Ehemann weigerte sich, ihr einen Scheidebrief auszustellen. Nun leidet sie an Depressionen sowie schlimmen Minderwertigkeits- und Schuldgefühlen.

Alleingelassen

Nach jüdischem Gesetz entscheiden Rabbinatsgerichte auch heute noch in Israel über Ehe-Angelegenheiten und Ehescheidungen. Demnach bestimmt nur der Mann über eine Scheidung von seiner Frau. Dieser Realität ist es geschuldet, dass viele dieser Frauen, die man als „Agunot“ bezeichnet, in der Gefahr stehen, Missbrauch zu erleiden und in lieblosen und kaputten Ehen gefangen zu sein. Die Frauen können nicht erneut heiraten oder weitere Kinder bekommen, selbst wenn die Männer ihr Leben einfach weiterführen und neue Familien gründen. Zu oft weigern sich Männer außerdem, Unterhalt für ihre Kinder zu zahlen. Umfragen zufolge erhalten 19% der jüdischen Frauen während des Scheidungsprozesses keinen „Get“ (Scheidebrief) – pro Jahr sind das allein in Israel fast 3.000 Frauen. Viele von ihnen fühlen sich durch diese Tortur und den auf sie ausgeübten religiösen Druck alleingelassen und ausgebrannt. Es ist sehr traurig, dass Familien durch Scheidung zerbrechen. Doch es ist gut zu sehen, wie mutig die betroffenen Frauen Hilfe gesucht haben und weiterhin ihr Bestes geben, um ihre Kinder zu schützen und für sie zu sorgen - auch ohne die Hilfe des Vaters.

Segen schenken

Als wir von Stadt zu Stadt und von Haus zu Haus fuhren, um Essenskörbe zu verteilen, fehlten einigen der Agunot-Mütter die Worte, um ihren Dank auszudrücken. So lächelten sie uns einfach dankbar an. Eine Mutter, Ilanit*, erzählte uns ihre schwere Lebensgeschichte. Sie und ihr Sohn Daniel* (12) sind derzeit in Therapie, um emotionale Wunden der Vergangenheit aufzuarbeiten. Trotz allem haben die beiden ein Lächeln auf den Lippen. Unser Essenskorb bereitete ihnen große Freude. Daniel machte sich sofort daran, den Essenskorb zu erkunden, und sprang freudig auf und ab, als er Spaghetti, schwarzen Tee und Schokolade entdeckte – Lebensmittel, die er besonders mag. Auf der Stelle beschlossen sie, an diesem Abend Spaghetti zu essen.

Große Dankbarkeit

Auf dem Weg zum Auto lief Daniel neben uns her und bedankte sich noch immer! Ilanits Glaube und Dankbarkeit waren ebenfalls offensichtlich. Sie sagte: „Es kann nur besser werden! Gott hat einen Plan und wacht über uns. Mein Herz fließt über vor Dankbarkeit dafür, wie gut für mich gesorgt wird.“ Am Ende unserer langen Tour waren auch unsere Herzen voller Dank für die Großzügigkeit unserer christlichen Freunde weltweit. Sie haben es uns trotz eigener Herausforderungen in den vergangenen Monaten ermöglicht, alleinerziehende Mütter in Israel, die Mühe haben, ihre Kinder zu ernähren, zu ermutigen und ihnen praktisch zu helfen.

Lassen Sie uns gemeinsam noch vielen weiteren Israelis wie Ilanit und Daniel Hoffnung bringen! Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

* Namen geändert

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