Ein Traum wird wahr: 83 äthiopische Juden in Israel gelandet

ICEJ unterstützt äthiopische Alijah

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Posted on: 
5 Feb 2019 (All day)
Ein Traum wird wahr: 83 äthiopische Juden in Israel gelandet

© Foto: ICEJ, Wiedersehen in Israel: Nach jahrelanger Wartezeit ist diese Familie nun wieder vereint!

Am 4. Februar haben Mitarbeiter der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) die ersten 83 von 1.000 äthiopischen Neueinwanderern, die 2019 nach Israel kommen sollen, am Flughafen von Tel Aviv begrüßt. Dank der Unterstützung von christlichen Freunden aus aller Welt, darunter auch Deutsche, Österreicher und Schweizer, konnte die ICEJ ihre Flüge finanzieren und wird auch die Integration der Neueinwanderer unterstützen. Durchschnittlich mussten die Neuankömmlinge 15 Jahre warten, um ihre Kinder und Familienangehörigen, die bereits in Israel leben, wieder in die Arme schließen zu können. Entsprechend emotional waren die Begegnungen bei diesem Wiedersehen!

Aufregung und Vorfreude

Vorfreude erfüllte die Wartehalle. Dicht gedrängt, Blumen, bunte Ballons, Fähnchen und „Willkommen!“-Schilder haltend warteten äthiopische Juden, die bereits mit einer der früheren Einwanderungswellen nach Israel gekommen waren, voller Sehnsucht auf ihre Lieben. „Meine Mutter kommt mit diesem Flug, ich habe sie seit 20 Jahren nicht gesehen“, erzählte eine Frau dem ICEJ-Team. „Ich bin heute Morgen aufgewacht und konnte nur noch daran denken, dass ich ihr heute wieder einen Kuss geben kann!“ Kafala, ein junger Mann, freute sich darauf, seine Tante zu begrüßen, die er vor elf Jahren das letzte Mal gesehen hatte. „Ich bin sehr aufgeregt! Voller Dankbarkeit gegenüber Gott für diesen Tag bin ich aufgewacht!“, strahlte Kafala.

Willkommen in Israel!

Am Flughafen wurden die Neueinwanderer von Isaac Herzog, dem Vorsitzenden der Jewish Agency, die für die Alijah (Hebräisch für Einwanderung nach Israel) zuständig ist, herzlich begrüßt. „Willkommen in Israel, meine Brüder und Schwestern“, hieß Herzog die Neueinwanderer willkommen. „Ihr habt viele Jahre auf diesen Augenblick gewartet und nun seid ihr Zuhause bei euren Familien. Ich weiß, dass ihr Freunde und Familie in Äthiopien zurückgelassen habt. Ich fordere die Regierung auf, alle nach Israel zu bringen, die noch in Äthiopien geblieben sind.“ Die Jewish Agency bat die ICEJ vor ein paar Jahren, bei der Rückkehr der verbliebenen äthiopischen Juden zu helfen. Daraufhin hat die ICEJ zugesagt, die Flugtickets der Heimkehrer zu sponsern und auch ihre Integration zu unterstützen. Die Neuankömmlinge werden in verschiedenen Integrationszentren in Israel zunächst Hebräisch lernen, jüdische Studien belegen und Unterstützung erhalten, um das Leben in Israel meistern zu können.

Tanz und Freudenrufe

Dann war es endlich soweit: Nach ihrer langen Reise strömten die sehnsüchtig Erwarteten in die Ankunftshalle des Flughafens. Voller Freude fielen sich Familienangehörige und Freunde um den Hals, herzten und küssten einander und wollten sich gar nicht mehr trennen. Spontan wurde getanzt und gesungen und immer wieder ertönten Freudenrufe. Auch andere Wartende freuten sich mit. „Wow, wie schön!“, lächelte eine junge Frau, als sie die herzlichen Begrüßungsszenen sah. „Alijah ist so wichtig“, sagte eine andere Israelin, die ihre Tochter vom Flughafen abholen wollte. „Es ist mitmenschlich, alle Familien zusammenzubringen. Das Multikulturelle ist die Grundlage unseres Landes. Zusammen bauen wir uns ein starkes Land auf.“

Hoffen und Bangen

„Ich bin gleichzeitig glücklich und traurig, denn ich bin hier, aber meine Schwestern sind immer noch in Gondar“, erklärte der 26-jährige Bilililgn Zigale gegenüber einem Reporter der israelischen Tageszeitung „Jerusalem Post“ auf Hebräisch. Zusammen mit seinen Eltern konnte Zigale nach Israel kommen. In Gondar in Äthiopien war er Lehrer und Vorsänger in der Synagoge. Auch ein Bruder und eine Schwester erhielten die Einwanderungsgenehmigung, während zwei Schwestern sie noch nicht erhalten haben. Ein etwa 50-jähriger Mann berichtete: „Ich warte auf meinen Bruder, den ich seit 38 Jahren nicht gesehen habe. Das Warten ist uns sehr schwer gefallen, denn die Unsicherheit im Land (Äthiopien) ist sehr hoch. Wir sind besorgt, denn viele unserer Verwandten sind schon sehr alt und wir wollen sie gerne sehen, bevor sie sterben!“

Die Sorge, die Verwandten nicht mehr in die Arme schließen zu können, ist berechtigt. Eigentlich sollten mit dem jüngsten Flug aus Äthiopien 84 Neueinwanderer ankommen, doch es waren nur 83. Drei Geschwister mussten sich ohne ihre Mutter auf den Weg machen. Diese hatte jahrelang auf die Genehmigung gewartet, nach Israel kommen zu dürfen, doch sie starb drei Wochen vor dem Abflug.

Helfen Sie mit!

Im November 2015 beschloss die israelische Regierung, die verbliebenen rund 9.000 Juden aus Äthiopien nach Israel zu holen. 2017 kamen 1.300, deren Alijah-Flüge die ICEJ finanzierte. 2019 dürfen 1.000 weitere äthiopische Juden nach Israel kommen. Bis März werden 300 erwartet, die übrigen im Verlauf des Jahres. Die ICEJ hat sich verpflichtet, auch ihre Flüge zu sponsern. Ein Flugticket nach Israel kostet zirka 800 Euro pro Person. Für mehr als die Hälfte der 1.000 Neueinwanderer sind die Flugkosten bereits gedeckt.

Bitte helfen Sie uns, den äthiopischen Juden die Heimkehr nach Israel und das Wiedersehen mit ihren Familien zu ermöglichen. Als Verwendungszweck bitte „Alijah Äthiopien“ angeben, herzlichen Dank!

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