Herausforderung Integration in Israel

ICEJ gibt äthiopischen Juden Zukunftsperspektiven

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Posted on: 
5 Jun 2020
Herausforderung Integration in Israel

Äthiopische Juden in Israel haben es nicht leicht. Häufig werden sie diskriminiert, gelten als ungebildet, bedürftig oder unfähig. Die Medien fördern ein negatives Bild der äthiopischen Gemeinschaft, indem sie oft über deren Probleme wie Armut, Kriminalität und häusliche Gewalt berichten. Als ICEJ ist es uns wichtig, unseren äthiopischen Freunden auch in den Jahren nach ihrer Ankunft in Israel beizustehen, damit ihr Heimatland wirklich zu ihrem Zuhause wird.

Foto: ICEJ, Nicole Yoder überreicht Samaon einen Computer für sein Studium

 

Alles ist anders

Äthiopische Neueinwanderer haben mit geringer Bildung, Sprachproblemen und einem enormen kulturellen Umbruch zu kämpfen. Der Wechsel von einer patriarchischen, von Landwirtschaft geprägten Gesellschaft zum Leben in der modernen Hightech-Nation Israel braucht Zeit. Auch die zweite Generation hat mit Bildungslücken zu kämpfen, die Eltern sind teils Analphabeten und können oft nicht helfen.

Mentoren benötigt

Notwendig sind Unterstützung und Mentoren, die junge äthiopische Israelis ermutigen zu träumen und daran zu glauben, dass sie Erfolg haben können. Wenn Integration gelingen und äthiopische Neueinwanderer sich anderen Israelis ebenbürtig fühlen sollen, müssen sie Zugang zu höherer Bildung erhalten, um qualifiziertere Berufe ergreifen und bessere Gehälter bekommen zu können. Davon ist Roni Akele überzeugt, der Bildungsprogramme für äthiopische Jugendliche anbietet: „Wenn sie wichtigere Positionen einnehmen können, dann wird sich die Lücke langsam schließen.“

Kulturelle Barrieren

Kulturelle Missverständnisse erschweren es äthiopischen Israelis, sich im Wettbewerb um gute Arbeitsplätze durchzusetzen. Der Pädagoge Takele Mekonen, der mit der Operation Mose (1984/85) nach Israel kam, erklärte: „In Äthiopien ordnete man sich der Kultur der Ehre unter. Wir wurden gelehrt, keinen Augenkontakt zu suchen, Gefühle nicht zu zeigen, Worte abzuwägen und wenig zu reden. Hier in Israel ist es anders. Man muss selbstbewusst auftreten, Augenkontakt suchen und viel reden. Man muss authentisch über sich sprechen und an sich glauben, sonst ist ein Vorstellungsgespräch schnell vorbei.“ Ezra Warku, Teilnehmer eines ICEJ-gesponserten Seminars für äthiopische Arbeitnehmer, sagte: „Man senkt den Blick als Zeichen der Ehre und des Respekts. Doch in der israelischen Kultur gilt das als Schwachheit.“

Wie die ICEJ hilft

Um diese und andere Schwierigkeiten abzumildern, fördert die ICEJ-Sozialabteilung Bildungsprogramme für äthiopische Juden. Vor zwei Jahren kamen Samaon (27) und seine Schwester Liquitu (24) mit ihrem im Rollstuhl sitzenden Vater nach Israel. Die ICEJ finanzierte ihre Flüge. Dank der Unterstützung von Christen weltweit können beide an einem intensiven Vorbereitungsseminar für ein Krankenpflege-Studium teilnehmen. Als Direktorin der ICEJ-Sozialabteilung traf ich sie in Beerschewa und übergab ihnen einen Computer für ihr Studium. Überwältigt von der Hilfe sagte Samaon: „Ich möchte euch danken. Würdet ihr uns nicht helfen, wäre unsere Lage sehr schwierig. Dieses Programm ist sehr gut für mich.“ Er betonte, wie wichtig seine Mentoren sind: „Als ich dieses Programm begann, bekam ich Hoffnung. Sie berieten mich und halfen mir, meinen Weg zu finden.“

Bitte helfen Sie uns, äthiopischen Juden nicht nur bei der Einwanderung zu helfen, sondern auch bei der Integration. Durch Bildungsprogramme wollen wir ein gutes Fundament für ihre Zukunft legen, damit sie nicht an den Rand der Gesellschaft abgedrängt werden. Verwendungszweck: „Alijah und Integration“ Vielen Dank!

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