Leben an der Frontlinie des Terrors

Ein Besuch in Israels verwundbarster Region

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Posted on: 
9 Dez 2019
Leben an der Frontlinie des Terrors

Während des Laubhüttenfests im Oktober 2019 ergriffen 45 Teilnehmer aus verschiedenen Teilen der Welt die Gelegenheit, zwei von Israels gefährdetsten Regionen, Eschkol und Scha’ar HaNegev, zu besuchen. Diese Regionen grenzen an den von der islamistischen Terrororganisation Hamas kontrollierten Gazastreifen, aus dem Terroristen regelmäßig Raketen und Mörsergranaten auf israelische Ortschaften abfeuern. Mit entzündbaren oder explosiven Präparaten ausgestattete Terrorballons werden ebenfalls über die Grenze geschickt und setzten schon zahlreiche Landstriche in Südisrael in Brand.

Foto: ICEJ, Ilan Isaacson, Sicherheitschef der Eschkol-Region und Nicole Yoder, Leiterin der ICEJ-Sozialabteilung

Das Licht der Hoffnung inmitten der Finsternis
In Begleitung von Nicole Yoder, Leiterin der ICEJ-Sozialabteilung, und Rabbi Shmuel Bowman, Direktor von Operation Lifeshield, mit dem die ICEJ gemeinsam zahlreiche transportable Bunker in betroffenen Gebieten aufgestellt hat, besuchten wir einen Karate-Club im Kibbuz Magen. Hier, ca. vier Kilometer von der Gaza-Grenze entfernt, lernen Kinder schon im Alter von vier Jahren, sich mit ihrem Körper zu verteidigen. Da diese Art der Selbstverteidigung nicht vor Raketen aus Gaza schützt, haben die Kinder seit Kurzem auch Zugang zu einem bombensicheren Bunker direkt vor dem Gebäude, dank einer großzügigen Spende der ICEJ Schweiz. „Ich bin tief bewegt, dass wir die jüdische Bevölkerung, die in unmittelbarer Nähe zu ihren Feinden lebt, ermutigen können. Wir helfen ihnen, sich sicher zu fühlen“, meinte Lucie K., eine Reiseteilnehmerin aus Tschechien, angesichts der Hilfe, die die ICEJ vor Ort leistet.

Nachdem Sicherheitskräfte verschiedener Kibbuzim uns ein geländegängiges Löschfahrzeug vorgeführt hatten, mit dem von Feuerballons ausgelöste Brände gelöscht werden können, informierte uns Ilan Isaacson, Sicherheitschef der Eschkol-Region, über die aktuelle Lage im Grenzgebiet. In Ilans Worten schwang sein Mitleid für die Menschen in Gaza mit, die in Geiselhaft der Terrororganisationen Hamas und Islamischer Dschihad leben, und auch seine Hoffnung, dass sich eines Tages Israelis und Palästinenser wieder gegenseitig besuchen können - wie sie es in der Vergangenheit getan hatten. Paul C. aus Irland fasste es so zusammen: „Es ist sehr beeindruckend, dass die Menschen in dieser Region sich ‚süße‘ Herzen bewahrt haben. Sie zeigen keinerlei Bitterkeit, stattdessen empfinden sie sogar Mitleid für die Menschen in Gaza.“ Während wir Ilans Worten lauschten, traf die Meldung ein, dass ein Feuerballon im Kibbuz Magen, den wir vor wenigen Minuten besucht hatten, niedergegangen sei.

Das andauernde Trauma mildern
Unseren letzten Halt machten wir in Hetz Schachor, wo wir 800 Meter vom Gazastreifen entfernt den stellvertretenden Sicherheitschef der Scha’ar HaNegev Region kennenlernen durften. Er erläuterte uns, wie die lokale Bevölkerung sich einsetzt, Trauma-Behandlungen durchzuführen und Programme zu entwickeln, die die Widerstandskraft der Menschen stärken. Ihre größte Herausforderung sei nicht so sehr der Raketenterror, sondern die Tatsache, dass das Trauma der Bevölkerung andauert. Seit Terroristen Anfang 2001 die ersten Raketen feuerten, hat es keine Rückkehr zum Normalzustand gegeben. Die Menschen leiden unter schlaflosen Nächten, Depressionen und durchleben ihr Trauma wieder und wieder, ohne damit abschließen zu können. Eine ganze Generation von Kindern ist unter ständigem Raketenbeschuss aufgewachsen. Israelische Medien verbreiteten vor Kurzem Videoaufnahmen, die eine israelische Mutter aus der Stadt Ashkelon nach einem nächtlichen Raketenalarm machte. Sie zeigen ihre weinenden und zitternden Kinder, die ihre Mutter bitten, nicht in die Wohnung zurückzukehren, sondern im sicheren Schutzbunker zu bleiben. Für viele israelische Kinder und Familien ist diese Situation eine regelmäßig wiederkehrende Erfahrung. Trotz allem ziehen Israelis aus allen Teilen des Landes in die betroffene Region und die Bevölkerung wächst stetig. Viele werden von einer tiefen Liebe zum Land und wegen des starken Gemeinschaftsgefühls, das hier so spürbar ist, angezogen. „Ich bin beeindruckt von der Widerstandskraft der Menschen hier. Es wäre einfach, wegzuziehen, aber sie bleiben“, meinte Petra W. aus Deutschland nach ihrem Besuch in der Grenzregion.

Bitte unterstützen Sie unseren ICEJ Hilfsfonds, damit wir der israelischen Bevölkerung, die an der Frontlinie des Terrors lebt, weiterhin mit lebensrettenden Schutzbunkern helfen können. Als Verwendungszweck bitte „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ angeben, herzlichen Dank!

Zum Spendenportal

ICEJ Deutschland
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Gebetsanliegen:

Die Menschen in Südisrael sind permanent der Gefahr ausgesetzt, erneut Opfer von Raketenbeschuss und Terror zu werden. Bitte beten Sie, dass die seelische Widerstandskraft der Israelis gestärkt wird und dass effektive Wege gefunden werden, Terrororganisationen wie die Hamas und den Islamischen Dschihad in Gaza daran zu hindern, Israel mit Raketen und Feuerballons zu schaden. Danken wir Gott dafür, dass er der Schutz und die Stärke seines Volkes ist, und erinnern wir unseren Herrn an sein Wort, dass er Israel einpflanzen und in Frieden in seinem Land leben lassen will (1. Chronik 17,9; Jeremia 30,10).