In Zeiten der Krise – ICEJ hilft

Kurzberichte aus Israel

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Posted on: 
14 Apr 2020
In Zeiten der Krise – ICEJ hilft

Die Mitarbeiter der Internationalen Christlichen Botschaft Jerusalem (ICEJ) sind im Einsatz, um Israelis in der Corona-Krise beizustehen. Wie in vielen Ländern weltweit ist das öffentliche Leben auch in Israel größtenteils zum Stillstand gekommen. Einige haben geliebte Familienmitglieder verloren oder liegen im Krankenhaus. Unsicherheit und Angst machen vielen zu schaffen. Aufgrund der verschärften Maßnahmen der israelischen Regierung, um das Coronavirus (Sars-CoV-2) einzudämmen, haben kurz vor dem Passahfest (8.-16. April) mehr als eine Million Israelis ihre Arbeit verloren. Die Arbeitslosenrate in Israel stieg in wenigen Wochen von unter 4 Prozent auf über 24 Prozent. Inmitten der Corona-Krise ist unsere praktische Hilfe wichtiger denn je!

Foto: ICEJ, ICEJ-Mitarbeiter in Jerusalem verteilen Essenspakete

 

Lebensmittelhilfe für Holocaustüberlebende

In Haifa leben rund 13.000 Holocaustüberlebende. Aufgrund ihres hohen Alters und ihres schwächeren Immunsystems gehören sie zu den besonders gefährdeten Personengruppen und wurden angewiesen, ihre Wohnungen nicht zu verlassen. Somit sind sie auf andere angewiesen, die ihnen Lebensmittel bringen. Im Büro unseres Haifa-Heimes, das wir gemeinsam mit unserer israelischen Partnerorganisation „Helfende Hände“ betreiben, steht das Telefon dieser Tage nicht still. Holocaustüberlebende, die in der Umgebung des Haifa-Heims leben, rufen an und bitten um Hilfe. Ein Holocaustüberlebender sagte uns: „Seit zwei Wochen habe ich kein Brot mehr. Das ist mir nicht mehr passiert, seit ich in Auschwitz war.“ 1083Holocaustüberlebende erhielten vor den Passah-Feiertagen haltbare Lebensmittel und eine warme Mahlzeit. Bis sich die Situation ändert, wollen wir weiterhin helfen, diese kostbaren Menschen zu versorgen. Ein Lebensmittelpaket kostet rund 46 €.

 

Fürsorge im Haifa-Heim

In unserem Heim für Holocaustüberlebende in Haifa kümmern sich Yudit Setz, ICEJ-Koordinatorin für das Haifa-Heim, ihr Mann Will und ihr Team, darunter vier Volontärinnen aus Deutschland, jeden Tag liebevoll um die rund 70 Bewohner des Heimes. Die meiste Zeit verbringen diese isoliert in ihren Wohnungen und freuen sich, dass das ICEJ-Team täglich für sie da ist. Unsere Mitarbeiter kümmern sich um das emotionale Wohlergehen der Bewohner, nehmen sich Zeit für Gespräche, hören ihnen zu und erkundigen sich nach ihrem allgemeinen Befinden. Unsere Altenpflegerin Natalia Ochs kümmert sich weiterhin um die medizinische Versorgung der Holocaustüberlebenden und unsere Physiotherapeutin Deborah Wanner setzt Einzelbehandlungen fort. Die anderen begleiten die Haifa-Heim-Bewohner auf kurzen Spaziergängen, übernehmen kleine Hilfs- und Putzarbeiten in den Wohnungen und werden sie in dieser Krise weiterhin gut versorgen und unterstützen.

 

ICEJ-Mitarbeiter als Freiwillige im Einsatz

20 ICEJ-Mitarbeiter haben die Erlaubnis, trotz Ausgangsbeschränkungen draußen unterwegs zu sein, um anderen Menschen dringend benötigte Hilfe zu bringen. Vor dem Passahfest standen ICEJ-Mitarbeiter einer israelischen Hilfsorganisation in Jerusalem, die ältere Menschen mit gekochten Mahlzeiten versorgt, zur Seite. Sie halfen dabei, 1820 Essensrationen abzufüllen, zu verpacken und an bedürftige Israelis auszuliefern, darunter ältere Einwanderer und Holocaustüberlebende. 380 Passah-Lebensmittelpakete wurden ebenfalls von unseren Mitarbeitern verteilt.

 

Lebensmittelhilfe für Bedürftige

Da durch die Corona-Krise hunderttausende Israelis ihren Job verloren haben oder als ältere Menschen nicht selbst einkaufen gehen können, sind mehr Menschen als sonst auf Hilfe angewiesen. ICEJ-Mitarbeiter in Jerusalem packten Lebensmittelpakete und verteilten sie an ältere Menschen und körperlich eingeschränkte Patienten, um die sich das Team vom „Häuslichen Pflegedienst“ der ICEJ jede Woche kümmert. Die ICEJ-Mitarbeiter stellten sie vor den Wohnungstüren der Empfänger ab und informierten sie per Telefon. „Manche ältere Leute hätten uns gern zu einer Tasse Tee in ihren Wohnungen eingeladen, doch in Israel gilt auch Kontaktvermeidung“, berichtete Jannie Tolhoek von der ICEJ-Sozialabteilung. „Doch diese Gesten zeigen, wie sehr jeder Empfänger und jede Familie von der Box, die ein Zeichen der Liebe von Christen aus aller Welt darstellt, berührt war. In ihrer Unsicherheit und tief empfundenen Einsamkeit fühlten sie sich umarmt und nicht vergessen.“ Auch an bedürftige, ältere russische Einwanderer in Ma‘ale Adumim und Pisgat Ze’ev verteilten ICEJ-Mitarbeiter Essensrationen.

 

Unterstützung für arabische Familien

In der christlich-muslimischen Stadt Eilaboun in Galiläa unterstützt die ICEJ sozial schwache arabische Familien. Aufgrund ihrer Schwierigkeiten nehmen Konflikte innerhalb der Familien insbesondere in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen zu. Leider trifft es generell zu, nicht nur in ganz Israel, dass in dieser schwierigen Lage Gewalt in Familien zunimmt. Die ICEJ versorgt 36 sozial schwache arabische Familien mit einem Computer, damit deren Kinder am Fernunterricht teilnehmen können. Weitere Familien mit kleinen Kindern erhalten Spielzeug. Arabisch-beduinische Familien im Norden und Süden Israels sind sich Experten zufolge oft nicht bewusst, welche gesundheitlichen Risiken vom Corona-Virus ausgehen. Die ICEJ hat bisher Hygieneartikel für 100 Beduinenfamilien finanziert. Freiwillige und Sozialarbeiter verteilen diese und erklären die Nutzung an die Kultur der Beduinen angepasst. Wir wollen weitere Hygienepakete in Beduinenorten verteilen.

 

Gutscheine für sozial schwache Familien

Israelische Sozialämter berichten, dass die Hilfegesuche um 30-50 Prozent gestiegen sind. Unterstützung wird bei der Versorgung mit Lebensmitteln und anderen Bedarfsgütern sowie bei den Spiel- und Lernmaterialien für Kinder, darunter Computer für den Fernunterricht, benötigt. Andere Familien brauchen Rat, wie sie ihren autistischen oder behinderten Kindern durch diese Krisenzeit helfen können. „So etwas habe ich noch nie gesehen oder erlebt. Wenn es je eine Zeit gegeben hat, in der wir eure Hilfe gebraucht haben, dann ist es jetzt“, sagte ein verzweifelter Sozialarbeiter unserer ICEJ-Sozialabteilung. Wir helfen, indem wir benötigte Spielsachen und Lernmaterialien (46€ pro Hilfspaket), Lebensmittelgutscheine (115€ pro Familie) und Computer für Fernunterricht (555€) finanzieren.

 

Neueinwanderern einen guten Start ermöglichen

Dieses Jahr sind bereits einige Familien aus verschiedenen Ländern als Neueinwanderer nach Israel gekommen, zuletzt Ende März inmitten der Corona-Krise. Rund 50 Familien, die sich für zwei Wochen nach ihrer Ankunft in häusliche Quarantäne begeben mussten, erhielten Lebensmittelgutscheine von der ICEJ, Kinder bekamen Spielsachen geschenkt. Wir unterstützen zudem 98 äthiopische Familien, ca. 350 Personen, die dieses Jahr ihr erstes Passahfest in Israel feiern mit Lebensmittelpaketen und Festbroschüren mit den Gebeten und Segen, die beim Passahfest gesprochen werden.

 

Bitte helfen Sie uns, Israelis beizustehen, die aufgrund der Corona-Krise in Bedrängnis geraten sind. Verwendungszweck: „ICEJ-Hilfsfonds für Israel“ Herzlichen Dank!

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